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Mammutprojekt Wiederaufstieg 2.0: So könnte die Hertha BSC in der kommenden Saison aussehen

Dreieinhalb Wochen vor Beginn der zweiten Liga testet Jos Luhukay weiter sein Betriebspersonal. Goal.com wirft einen Blick darauf, wie Hertha BSC nächste Saison aussehen könnte.

Berlin. An den diesjährigen Abstieg erinnert man sich ungern in Berlin, das Interesse an Hertha BSC scheint aber dennoch nur wenig gelitten zu haben: Die Schlange vor dem Friedrich-Ebert-Stadion im Stadtteil Tempelhof ist am Dienstagabend an die dreihundert Meter lang, erst lange nach Anpfiff sind alle im Stadion, die mitkriegen wollen, wie Hertha BSC das Ziel „Rückkehr in die Bundesliga“ angehen will. Insgesamt 3860 Zuschauer.

Es ist kein leichtes Projekt, das Jos Luhukay sich vorgenommen hat, der direkte Wiederaufstieg: Die Kassenlage lässt keinen finanziellen Kraftaft wie vor zwei Jahren zu und solange die beiden Hochkaräter Raffael und Adrian Ramos nicht verkauft sind, steht auch der endgültige Kader noch nicht fest. Sogar die Statistik spräche dagegen: Bei jedem direkten Wiederabstieg blieb die „alte Dame“ gleich mehrere Jahre in der zweiten Liga, so war es 1983 und auch 1991, beide Male hieß es nach dem Abstieg sechs Jahre zweite Liga.

Allerdings wird die Geschichte den arbeitsamen Niederländer kaum aufhalten, die umgehende Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Fußballs dennoch anzupeilen. Im dritten Testspiel der Vorbereitung gegen den Oberligisten Viktoria 89 Berlin, bei dem die Herthaner sich zu einem mageren 2:0-Sieg schleppen, testet Luhukay weiter das Betriebspersonal, mit dem das Husarenstück gelingen soll.



Raffael am Montag noch da, Niemeyer ist Kapitän

Peter Niemeyer trägt im Test gegen den Sechstligisten die Kapitänsbinde und spielt in der Innenverteidigung, weil Roman Hubnik noch nicht aus seinem EM-Urlaub zurückgekommen ist. Was die Fans erfreut: Raffael ist noch da, und nicht wie von Medien gemutmaßt zum Medizincheck bereits in Neapel. Möglich sogar, dass sein Abgang nicht ganz so nah bevorsteht wie es zuletzt hieß. Sein Bruder Ronny sieht schlanker aus und darf in der ersten Halbzeit auf der Sechs ran. Allerdings tuen die Berliner sich schwer gegen den Oberligisten und kommen nur durch einen verwandelten Foulelfmeter von Raffael zum 1:0 (11.).

Luhukay routiert munter durch bei diesem Test rund dreieinhalb Wochen vor dem Startschuss in Liga Zwei und stellt im zweiten Durchgang auch das Spielsystem um. Die Neuzugänge Marcel Ndjeng, Elias Kachunga und Peer Kluge stehen nun im Fokus, außerdem Adrian Ramos, der sehr viel zielgerichteter wirkt als zuletzt im Abstiegskampf. Der Abgang des Kolumbianers scheint noch lange nicht so sicher, als bisher angenommen. Luhukay lässt Ramos und Kachunga als eine Doppelspitze im 4-4-2 spielen, die dem Team in der ersten Hälfte von Halbzeit Zwei mehr Abschlüsse erspielt. Resultat ist das 2:0 durch Marcel Ndjeng (61.), zu viel mehr reicht es allerdings nicht.

Im Grunde steht der Kader, offen sind aber noch Fragen, was den Sturm angeht, weil die Verkäufe von Kreativspieler Raffael und Stürmer Adrian Ramos sich länger hinziehen als wohl angenommen. Taktisch wird Luhukay auf die beiden Möglichkeiten zurückgreifen können, mit einem oder zwei Stürmern zu operieren. Im 4-2-3-1 bestritten die Hauptstädter vergangenen Saison den Großteil der Spiele, alternativ wurde gelegentlich mit einem zweiten Stürmer (Ramos neben Lasogga) im 4-4-2 gespielt. Goal.com wirft einen Blick auf die möglichen Formationen, mit denen Berlin in drei Wochen gegen Paderborn starten könnte.

Variante 4-2-3-1: Mit Kachunga als einziger Spitze und Ben Hatira in der Zentrale

Mit Alfredo Morales geht die Hertha mit nur einem gelernten Rechtsverteidiger in die Saison, wobei Maik Franz, wenn wiedergenesen, die Rolle ebenso ausfüllen soll. Links gibt es neben Felix Bastians noch die Alternative Fabian Holland. In der Innenverteidigung dürften Roman Hubnik und möglicherweise auch Sebastian Neumann gesetzt sein.

Im defensiven Mittelfeld ist Hertha bestens gerüstet: Peter Niemeyer, Peer Kluge, Ronny, Fanol Perdedaj und Fabian Lustenberger heißen die Kandidaten, die fast allesamt sogar Erstliga-Niveau erreichen können. Niemeyer und Kluge dürften aber die erste Wahl sein, Lustenberger und Ronny die ersten Alternativen.

Da Änis Ben Hatira bleibt, würde er die Rolle im Zentrum der offensiven Dreierreihe einnehmen. Ein Positionswechsel für den bisherigen Linksaußen, mit dem die Hertha ihm auch die Vertragsverlängerung schmackhaft gemacht hatte. Rechts wird wohl Marcel Ndjeng spielen, den Luhukay aus Augsburg nachholte und der seine Zweitligatauglichkeit schon unter Beweis gestellt hat. In den Testspielen hinterließ Ndjeng zudem einen guten Eindruck. Auf Links käme Nikita Rukavytsya zum Zug. 


Kraft







Morales

Neumann

Hubnik

Bastians





Niemeyer

Kluge






Ndjeng

Ben Hatira

Rukavytsya




Kachunga


Variante 4-4-2: Ramos bleibt und bildet mit Kachunga eine Doppelspitze

Sollte Ramos, für den allem Anschein nach noch keine handfesten Angebote vorliegen, bleiben, würde Luhukay über zwei sehr zweitligataugliche Angreifer verfügen, die eine Doppelspitze im 4-4-2 bilden können - ein System, in dem der Kolumbianer sich wesentlich wohler fühlt als im 4-2-3-1 und mitunter auch als leicht hängende Spitze agieren kann. Bei einer solchen Umstellung könnte Ben Hatira auf den linken Flügel ausweichen.

Wenn sich für den Ramos doch noch ein Käufer findet, gelten Stefan Maierhofer und Sami Allagui als Wunsch-Ersatz, außerden dürfte ab der Rückrunde auch Pierre-Michel Lasogga wieder eine Option sein. Vor allem Maierhofer und Lasogga wären vom Typ her wohl für eine Doppelspitze geeignet.

In der Innenverteidigung bleibt Peter Niemeyer, wie schon zuletzt im Abstiegskampf eine Alternative, aber auch Felix Bastians kann diese Rolle notfalls ausfüllen. Im defensiven Mittelfeld stehen mit Ronny ein spielstarker, aber physisch schwächerer, und mit Lustenberger ein kreativerer Partner für Peer Kluge bereit.



Kraft







Franz

Niemeyer

Hubnik

Bastians







Ndjeng

Lustenberger

Kluge

Ben Hatira





Kachunga

Ramos



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