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In den vergangenen Jahren erzielte der VfB die größten Transfererlöse, jetzt muss gespart werden. Goal.com auf Spurensuche: Was passierte mit dem Geld, was ist noch möglich?

Stuttgart. Dem VfB Stuttgart geht es gut. Die Schwaben blicken auf eine starke Rückrunde zurück und spielen im nächsten Jahr wieder international, das neue Stadion lockt die Zuschauer in Massen zu den Heimspielen. Doch das nächste Jahr wird schwer. Nur wenig Geld steht für Neueinkäufe zur Verfügung – trotz großer Transfererlöse in den letzten Jahren. Wie eingeschränkt der VfB auf seiner Suche nach Neuzugängen ist und wo die Ursachen dafür liegen - Goal.com geht der Sache auf den Grund.

Viele Talente

Seit Jahren eilt der Jugendabteilung des VfB Stuttgart ein herausragender Ruf voraus, den diese auch immer wieder bestätigte. Die heutigen Stars Mario Gomez, Sami Khedira, Christian Träsch, Julian Schieber, Daniel Didavi und andere genossen einen großen Teil ihrer fußballerischen Ausbildung bei den Schwaben, auch wenn sie – wie beispielsweise Christian Träsch – erst im gehobenen Jugendalter nach Stuttgart wechselten. Hinzu kommt, dass sich die Amateure des VfB nach wie vor bravourös in der 3. Liga halten und dadurch einen guten Übergang vom Jugendfußball zu den Profis möglich machen.

Begehrte Stars

Es dauerte meist nicht lange, bis Spieler wie Mario Gomez ins Visier der Konkurrenz gerieten. Da der VfB Stuttgart im Vertragspoker mit den Stars nicht mit dem FC Bayern München oder - wie im Falle von Sami Khedira - mit Real Madrid mithalten konnte und da auch der Name VfB nicht ganz so anziehend wirkt wie beispielsweise der der „Königlichen“ aus Madrid, wechselten die aufstrebenden Jungstars zu anderen Topklubs in Europa. So weit, so gut, schließlich erhielt der VfB auch viel Geld für diese Verkäufe. Die Ablöse von Mario Gomez betrug über 30 Millionen Euro, und auch für Khedira, Träsch, Schieber und andere kassierte der Verein für Bewegungsspiele höhere Millionensummen.

Teure Verträge

VFB: DIE FÜNF TEUERSTEN ABGÄNGE
Spieler

Gomez

Hleb
Khedira
Träsch
Leno

Jahr


2009
2005
2010
2011
2011


Klub

FC Bayern
FC Arsenal
Real Madrid
VfL Wolfsburg
Leverkusen

Ablöse

30 Mio
15 Mio
14 Mio
9 Mio
8 Mio
Wenn Spieler gehen, müssen neue Akteure verpflichtet werden. Da der VfB in den Spielzeiten 07/08 und 09/10 in der Champions League antreten durfte, nahm der Verein dementsprechend Geld in die Hand und investierte in bewährte Kräfte auf internationaler Ebene, die sowohl bei der Ablösesumme als auch bei den Verträgen hohe Preise erforderten. Spieler wie Yildiray Bastürk, Khalid Boulahrouz, Ciprian Marica spielten allerdings nie oder zu selten die Rolle als echte Verstärkung bei den Schwaben, die man sich von ihnen erhofft hatte.

Dabei waren sie jahrelang mit teuren Verträgen ausgestattet – auch in Jahren ohne Champions League, in denen der VfB deshalb finanziell an die Grenzen gehen musste.

Stadionumbau mit hohen Kosten verbunden

Damit wären die Ursachen für die gegenwärtige Sparpolitik des VfB Stuttgart im personellen Bereich erörtert. Doch noch etwas anderes war in den letzten Jahren mit hohen Kosten verbunden: der Umbau der Mercedes-Benz Arena in ein reines Fußballstadion. Das dauerte zwei Spielzeiten, in denen der Verein Einbußen bei den Eintrittsgeldern hinnehmen musste.

Schließlich fehlten in beiden Spielzeiten je eine Kurve im Stadion, weshalb deutlich weniger Zuschauer die Heimspiele des VfB besuchen konnten. Zudem kostete der Umbau den Verein auch eine Menge Geld, wie hoch genau der Kostenanteil für den VfB Stuttgart dabei war, ist nicht exakt bekannt. Die höheren Einnahmen durch das modernisierte Stadion werden sich allerdings erst in den nächsten Jahren positiv auszahlen.

Wo ist das Geld hin?

Die Gründe für die aktuelle Sparpolitik erscheinen also auf den ersten Blick nachvollziehbar: Teure Neuzugänge, gut dotierte Verträge, Verpassen des internationalen Wettbewerbs und der kostspielige Stadionumbau zwingen den VfB nun zum Sparen. Und dennoch fragen sich ob der enormen Transfereinnahmen viele Anhänger des Vereins, wo denn das ganze Geld hin ist. Fakt ist: Der VfB Stuttgart hat immer solide gewirtschaftet und deshalb im Gegensatz zu zahlreichen anderen Vereinen keine finanziellen Probleme oder Schulden. Das wird auch weiterhin das Ziel der Schwaben sein: Der Weg der kleinen Schritte, ohne Schulden und ohne zu hohes Risiko, aber dennoch mit sportlichem Erfolg.

Solange die Neuzugänge, die Sportdirektor Fredi Bobic während seiner Amtszeit bislang verpflichtet hat – zu denken ist beispielsweise an Gotoku Sakai oder Vedad Ibisevic – weiterhin so gut einschlagen und der VfB wie im kommenden Jahr in der Europa League spielt, dürften die Anhänger aber kein Problem mit der gegenwärtigen Sparpolitik haben.

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