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Der Umbruch beim Geißbockklub ist in vollem Gange, teure Spieler sollen gehen, nur mit Slawomir Peszko wurde verlängert. Bleiben wird er dennoch nicht zwingend.

Köln. Der 1. FC Köln mistet aus und plant einen geradezu radikalen Neuanfang in Liga 2. Nach dem Abstieg hat sich nicht nur auf dem Trainer-, Sportdirektor- und Präsidentenposten einiges getan, auch die Mannschaft erhält ein komplett neues Gesicht. Teure Spieler wie Sascha Riether, Pedro Geromel, Henrique Sereno und Milivojoe Novakovic sollen den Verein verlassen und durch junge Spieler aus eigenen Reihen ersetzt werden. Ein Akteur, der in den Kaderplanungen von Trainer Holger Stanislawski und Sportdirektor Jörg Jakobs auch keine Rolle mehr spielt, ist Außenbahnspieler Slawomir Peszko. Doch jetzt verlängerte der Club den Vertrag mit Peszko um zwei weitere Jahre bis 2014. Wie passt das zusammen?
 
Investor Wernze zahlt Gehalt
 
Slawomir Peszko ist für viele FC-Fans der personifizierte Skandalprofi - ein Spieler, von dem man sich unbedingt trennen sollte, wenn man es mit dem „Neuanfang“ am Geißbockheim ernst meint. Denn Peszko, der eine durchwachsene Saison bei den Kölnern spielte und aufgrund einiger Eskapaden sein Ticket für die EM-Teilnahme mit Polen verspielt hatte, besitzt in Köln zudem einen gut dotierten Vertrag, den die Kölner nur all zu gern beendet hätten.

Nun haben die Domstädter doch die Option auf eine Vertragsverlängerung gezogen, obwohl Peszko unterschriftsreife Angebote aus der Bundesliga (FC Augsburg) und der Türkei (Bursaspor, Galatasaray) gehabt haben soll. Hinter der Verlängerung mit Peszko steckt nicht ein Sinneswandel in der Vereinsführung, Peszko nun doch als Teil des Teams integrieren zu wollen, sondern allein wirtschaftliche Gesichtspunkte, die besonders für Franz-Josef Wernze eine Rolle spielen. Durch die Vertragsverlängerung mit Peszko soll der Transferwert des Spielers, der auf rund 3,5 Millionen Euro taxiert wird, erhalten bleiben. Peszkos Gehalt soll, bis der Pole einen neuen Verein gefunden hat, allein Investor Wernze tragen.

Komplizierte Finanzspielchen

So sagt Noch-FC-Geschäftsführer Claus Horstmann: „Nach Rücksprache mit dem Investor haben wir eine Lösung gefunden. Es gibt kein wirtschaftliches Risiko für uns.“ Es klingt ganz so, als stimmte die Geschichte und Peszko würde quasi „umsonst“ für den Verein kicken. Jörg Jakobs erhofft sich, noch einen Transfererlös für Peszko erzielen zu können. Wäre der Vertrag ausgelaufen, hätte Peszko ablösefrei wechseln können. Und der FC hätte einen Großverdiener von seiner „Payroll“ streichen können. Auch Wernze könnte von einem Weiterverkauf Peszkos profitieren. Denn der Investor, der den Transfer von Peszko nach Köln aus seinem Vermögen einst mitfinanzierte, erhält im Falle eines Transfers rund 400.000 Euro. Die Geißböcke müssen also schauen, dass sie geschickt verhandeln, damit sie nicht am Ende mit leeren Händen da stehen.
 
Peszko spielt in den Planungen keine Rolle
 
Sportdirektor Jakobs stellte klar, dass Peszko keine Rolle in den sportlichen Überlegungen des Clubs spiele. Auf den Außenbahnen, Peszkos Postition, scheinen ohnehin Christian Clemens und Adil Chihi (nach auskurierter Kreuzband-OP) gesetzt. Beide waren bereits Kapitän in den Testspielen. Dennoch sollten die Kölner aufpassen, dass ihre Strategie nicht nach hinten losgeht. Sicher hat Peszko im Moment noch einen Marktwert, der bei einem Verkauf Peszkos zu einer „Win-Win-Situation“ für den Verein und für Peszko werden könnte. Doch sollten die Kölner wahrmachen, dass sie Peszko nicht an ihrem Trainingsbetrieb mit dem Profikader teilnehmen lassen, könnte Peszko auch schnell zum Ladenhüter werden.
 
EURE MEINUNG: Sollte man Peszko noch eine Chance im Profikader der Kölner geben?
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