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Bei Borussia Dortmund könnte es für Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Co. kaum besser laufen. In der Nationalelf jedoch droht eine Europameisterschaft mit spärlichen Einsatzzeiten.

Leipzig. Beim letzten offiziellen Testspiel vor der EM gegen Israel (2:0) fiel Beobachtern natürlich sofort eines ins Auge: Die deutsche Nationalmannschaft startete ohne einen einzigen Spieler von Doublesieger Borussia Dortmund. Während Spieler wie Mats Hummels und Marcel Schmelzer beim BVB tragende Säulen sind, konnten sie im Dress mit dem Bundesadler bisher nicht überzeugen. Es droht eine Europameisterschaft auf der Ersatzbank.

Wohlfühloase DFB? Nicht für BVB-Spieler!

Die Bayernspieler kennen diese Diskussionen über die Unterschiede zwischen den Leistungen in der Nationalelf und im Verein. Ihnen wurde schon des Öfteren vorgeworfen, sie würden in der „Wohlfühloase DFB“ bessere, ansprechendere Leistungen zeigen als für ihren Verein Bayern München. Bei den Akteuren des BVB ist das Gegenteil der Fall. Viele fragen sich, woran es liegt, dass sie in Dortmund Top-Leistungen abrufen, aber bei Jogi Löw nicht an diese anknüpfen können.

Israel eine Art „Chelsea light“

Dabei lieferte gerade das Spiel gegen Israel durchaus eine Antwort auf diese Frage. In Leipzig spielten die Gäste aus Israel (passenderweise ganz in Blau gekleidet) mit einer Art „Chelsea light“-Taktik. Vor allem die erste Halbzeit wirkte größtenteils, wie eine 45-minütige Wiederholung der 90 Minuten der Partie zwischen Bayern und Chelsea. Es fehlte nur noch, dass die Israelis kurz vor dem Pausenpfiff mit der ersten richtigen Chance den Ausgleich erzielt hätten.

Die ewige Frage nach dem Huhn und dem Ei

Die Angriffe der deutschen Mannschaft kamen dabei größtenteils stur über die Flügel, in der Mitte wartete Mario Gomez auf dankbare Bälle. Nicht nur die Tatsache, dass sieben Spieler des FCB in der Startformation waren, auch die Spielweise von Jogi Löws Elf erinnerte stark an Spiele der Münchner in dieser Saison. Daraus ließe sich ebenfalls die Frage ableiten: Spielt Jogi Löw ähnlich wie Bayern, weil seine Stammelf aus vielen Bayernspielern besteht? Oder umgekehrt: Sind viele Bayernspieler Stammspieler, weil Jogi Löw ähnlich wie Bayern München spielen lässt?

Kein Aus-Schalter für Vereinsautomatismen

Vor allem Mats Hummels ist ein Paradebeispiel dafür, dass man die Mechanismen und Automatismen, die man die ganze Saison über bei seinem Verein trainiert, nicht einfach in der Nationalelf ausschalten kann. Weder während den Qualifikations- oder Testspielen, wo die Nationalmannschaft sowieso nur für ein paar Tage zusammenkommt, noch nach den zwei Wochen, die die Dortmunder Spieler bisher bei der DFB-Elf verweilen. Auch gegen die Schweiz griff Hummels zum von Löw verhassten Mittel und schlug einige Bälle hoch und weit ins Mittelfeld. Das könnte am Ende unter anderem ein Grund dafür sein, dass Per Mertesacker im Kampf um den Platz neben Holger Badstuber in der Innenverteidigung die Nase vorne haben wird.

Löws System für Bayernspieler von Vorteil

Für die Bayernspieler ist es natürlich ein Vorteil, dass sie sich vom Spielsystem her nicht großartig umstellen müssen, wenn sie für Deutschland spielen. Somit sind für sie auch Positionswechsel wie der Wechsel Boatengs auf rechts, nachdem er bei Bayern in dieser Saison größtenteils als Innenverteidiger auflief, leichter umzusetzen. Die Dortmunder spielen zwar nahezu immer auf derselben Position wie beim BVB, aber Jogi Löws Vorgaben sind oft alles andere als identisch.

Schmelzer hofft, Götze, Reus und Gündogan eher Joker

Während Marcel Schmelzer noch hoffen darf, dass sich Löw dazu entscheidet, Philipp Lahm auf rechts aufzustellen und Schmelzer auf links, sieht es für die Mittelfeldakteure Mario Götze, Ilkay Gündogan und dem Bald-Dortmunder Marco Reus eher danach aus, als würden sie die Rolle als berühmt-berüchtigte „Joker, die nach ihrer Einwechslung Akzente setzen sollen“, einnehmen. Eine Rolle, die Marko Marin nur zu gut kennt und die auf Dauer nicht gerade befriedigend sein dürfte.

Löw wird sein System nicht ändern

Man wird davon ausgehen können, dass Jogi Löw sein bestehendes Spielkonzept nicht aufgrund der BVB-Akteure ändern wird, auch wenn man berechtigterweise anführen könnte, dass er damit auf Stärken verzichtet, die in manchen Spielen vielleicht die bessere Lösung darstellen als das grundsätzliche Konzept Löws. Deshalb obliegt es den Dortmunder Akteuren ihre Spielweise anzupassen. Ansonsten droht den Doublegewinnern aus Dortmund eine Europameisterschaft auf der Bank.

Eure Meinung: Welcher Dortmunder Spieler hat noch die größten Chancen auf einen Platz in der Stammformation?

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