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Die Saison 2011/ 2012 in Italien ist zu Ende. Goal.com wirft nochmal einen genauen Blick auf den Werdegang des neuen Meisters aus Turin, der plötzlich wieder für Furore sorgt.

Turin. Die Erwartungen an Juventus Turin waren vor Beginn der Saison hoch. Sage und schreibe 100 Millionen Euro wurden zur Verfügung gestellt, um neue Spieler zu holen. Der Umzug in das neue „Juventus Stadium“ wurde vollzogen. Mit Antonio Conte kam ein neuer Trainer an Bord. Die Weichen für eine erfolgreiche Zeit wurden also gestellt, sollte sich doch das Fiasko aus der Vorjahressaison, als man nur den siebten Platz in der Serie A belegt hatte, nicht wiederholen. Der Ausgang der Mission „Auferstehung“ dürfte allerdings auch die größten Fußballexperten überrascht haben…

Die Neuzugänge werden vorgestellt

Das viele Geld wurde in die Hand genommen und in den Kader investiert, damit das Saisonziel, die Champions-League-Plätze, erreicht werden konnte. Bereits ausgeliehene Spieler wie Fabio Quagliarella, Alessandro Matri und Simone Pepe wurden fest verpflichtet. Hinzu kam der Transferhammer, als man den beim AC Milan ausgebooteten Spielgestalter Andrea Pirlo nach Turin lotsen konnte. Aus der Bundesliga schnappte man Bayern München den „Krieger“ Arturo Vidal vor der Nase weg, Eljero Elia kam vom HSV und Andrea Barzagli verließ für Juventus den VfL Wolfsburg. Zusätzlich wurde die Defensive mit dem Schweizer Stephan Lichtsteiner verstärkt, der vom Ligakonkurrenten Lazio Rom kam.

Fulminanter Start

Mit Spannung blickte man auf das erste Saisonspiel der neuen „alten Dame“. Der FC Parma trat in Turin als Gast an und wurde regelrecht auseinandergenommen. Am Ende des Spiels stand ein souveräner 4:1- Sieg zugunsten der „Bianconeri“- ein mehr als gelungener Auftakt zur neuen Saison. Andrea Pirlo spielte sich in dieser Partie mit toller Übersicht und herausragenden Pässen in den Mittelpunkt und es sollte nicht das letzte Mal sein.

Der neue Mann an der Linie

Schon am fünften Spieltag stand man sich mit dem AC Milan gegenüber. Juventus gewann das Spitzenspiel dank zwei später Tore von Marchisio mit 2:0. Die Turiner bestimmten das Spiel über 90 Minuten lang nach Belieben und konnten also den ersten  größeren Erfolg feiern. Anteil daran hatte zweifellos auch der neue Trainer: Antonio Conte. Mit einem klar durchgedachten Spielsystem und einer Portion an Leidenschaft, die ihn schon während seiner Zeit als Spieler bei Juventus zum Publikumsliebling gemacht hatte, dirigierte und motivierte er seine Mannschaft zu Höchstleistungen.

Ungeschlagen als Herbstmeister

Die „alte Dame“ marschierte ohne Niederlage weiter. Das einzige Problem war, dass man sich viel zu oft mit einer Punkteteilung zufriedengeben musste. Interessanterweise waren es meistens Teams aus der unteren Tabellenhälfte, gegen die es zu einem Sieg nicht gereicht hatte. Nach einer Hinrunde ohne Niederlage wurde Juventus aber verdient Herbstmeister. Spätestens jetzt war klar, diese Mannschaft wird um den „Scudetto“ fighten. Das Potential war vorhanden, genauso wie ein Vorsprung auf den zweitplatzierten Titelverteidiger AC Milan.

Spannende Rückrunde - „Scudetto“ in Turin

Die Meisterschaft entwickelte sich zu einem packenden Zweikampf zwischen Juventus und dem
AC Milan. Die „alte Dame“ patzte allerdings weiterhin gegen vermeintlich schwächere Gegner, die „Rossoneri“ eroberten den ersten Platz in der Tabelle. Dank einer sehr starken Schlussphase, in der 10 der letzten 11 Spiele gewonnen wurden, holte sich aber Juventus den Platz an der Sonne, acht Spieltage vor Saisonende, wieder zurück und gab diesen nicht mehr her. Auch dank wichtiger Tore von Altstar Del Piero, der für die nächste Saison (leider) keinen Vertrag mehr bekommen hatte. Am vorletzten Spieltag verlor AC Milan das Derby D’Italia gegen Inter und der gleichzeitige Sieg von Juventus bedeutete den 28. (Klubintern den 30.) Meistertitel.

Juventus in den Geschichtsbüchern

Die Saison 2011/ 2012 wird bestimmt keiner so schnell vergessen. Die „Bianconeri“ schrieben nämlich Geschichte, als man die ganze Saison ungeschlagen blieb. Am Ende standen 23 Siege 15 Unentschieden gegenüber. Vom ersten bis zum letzten Spieltag ohne einen Bezwinger- das haben bislang nur ganz wenige geschafft. In Italien gelang ein solches Kunstwerk zuletzt genau vor zwanzig Jahren dem AC Milan.

Pokalfinale verloren, Del Piero verabschiedet sich

Nachdem der Gewinn der Meisterschaft ausgiebig gefeiert wurde, hatte Juventus noch die Chance das Double zu holen und die Saison damit endgültig perfekt zu machen. Das Pokalfinale war gleichzeitig das letzte Spiel von „Il Pinturicchio“ Del Piero. Leider sollte der Symbolfigur der
„alten Dame“ das Double zum Abschied verwehrt bleiben- das Spiel ging mit 2:0 verloren. Del Piero wurde bereits frühzeitig ausgewechselt und von den Fans mit Standing Ovations verabschiedet. Nach 19 Jahren und 705 Spielen für Juventus, in denen er 298 Toren erzielen konnte, endete also die Ära Del Piero.

Rosige Zukunft

Juventus aber hat es geschafft. Nach langer Abstinenz holte der Rekordmeister sich den „Scudetto“ wieder. Neue Spieler und ein Trainer, welcher der Mannschaft das „Sieger- Gen“ eingeimpft hat, führten die „alte Dame“ wieder an die Spitze. Als der einzige Verein in Italien mit einem eigenen Stadion wird man sich in den nächsten Jahren einen finanziellen Vorteil gegenüber der Konkurrenz erwirtschaften können. In der nächsten Saison ist man wieder international vertreten. Juventus Turin ist zurück!

Eure Meinung: Kann Juve die erfolgreiche Saison wiederholen?


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