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Fünf Innenverteidiger, zwei Plätze: Assani Lukimya beschert Thomas Schaaf ein Luxusproblem
Zahlreiche Klubs wurden mit Assani Lukimya in Verbindung gebracht, Werder Bremen war nicht darunter. Heimlich, still und leise tüteten die Hanseaten seinen Transfer dennoch ein.
Bremen. Und dann schlug Werder Bremen zu: Überraschend tütete Klaus Allofs am Mittwoch die Verpflichtung des heiß begehrten Assani Lukimya von Fortuna Düsseldorf ein. Der zentrale Abwehrspieler wechselt ablösefrei von der Düssel an die Weser und beschert Trainer Thomas Schaaf nun in der Innenverteidigung ein echtes Luxusproblem. Denn Lukimya war in der letzten Saison nach Startschwierigkeiten der beste Defensivspieler in der 2. Bundesliga und wagt nun den nächsten Schritt auf der Karriereleiter.Lukimya kam als Kind aus der Demokratischen Republik Kongo mit seiner Familie nach Berlin. Einem Fußballverein hat er sich erst mit 16 Jahren angeschlossen, landete aber schnell in der Jugendabteilung von Hertha BSC. Zunächst versuchte er sich als Angreifer und so war sein Idol auch Ronaldo und nicht etwa Paolo Maldini oder Laurent Blanc. Auf der Schwelle zum Profibereich verschlug es ihn dann in die Innenverteidigung und nur noch vereinzelte Vorstöße erinnern noch an das Stürmerblut in seinen Adern. Der Schritt ins Profigeschäft glückte mit einem Wechsel zum FC Hansa Rostock. An der Ostsee fasste er aber nie Fuß und floh zum FC Carl Zeiss Jena wo er sich als einer der stärksten Innenverteidiger der Dritten Liga rehabilitierte und im Sommer 2010 zu Fortuna Düsseldorf wechselte.
| SCHNAPPSCHUSS | Assani Lukimya-Mulongoti (Werder Bremen & Kongo) |
![]() Alles zu Assani Lukimya |
Spitznamen: Lucky, Luki |
Die Fußstapfen, die Bamba Anderson in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens hinterlassen hatte, waren von Beginn an groß und wuchsen mit jeder Niederlage eines völlig verpatzten Saisonstarts der Fortuna. Die ersten sechs Spiele gingen verloren und Lukimya galt als Unsicherheitsfaktor in der Viererkette. Zwischen dem 24. Oktober und dem 1. November 2010 muss Lukimya dann aber einen Schalter gefunden haben. Nachdem er das Spiel in Paderborn (0:3) noch fast im Alleingang verloren hatte, war er eine Woche darauf beim 1:0 gegen den MSV Duisburg zum ersten Mal eine echte Stütze der Mannschaft. „Luki“ hatte sich plötzlich gefangen, dirigierte mit einem Mal lautstark seine Kollegen und etablierte sich neben Jens Langeneke als sicherer Innenverteidiger. Nach der Stabilisierung in der ersten Saison folgte der endgültige Durchbruch in der laufenden Spielzeit.
An der famosen Hinrunde der Düsseldorfer hatte Lukimya großen Anteil. Im September 2011 erzielte der ehemalige Torjäger seinen ersten Treffer (das zwischenzeitliche 3:2 in Aue). Er gewann bisher 69 Prozent seiner Zweikämpfe, die Werte am Boden und in der Luft gleichen sich. Mit 88 Prozent angekommenen Pässen spielt er mittlerweile eine wichtige Rolle in der Spieleröffnung. Erst zwei gelbe Karten kassierte der Innenverteidiger, ein Beleg dafür, dass er sich oft auch ohne Foul zu helfen weiß. Der Grund liegt in seiner unglaublichen Physis. Kaum ein Abwehrspieler der Liga setzt seinen Körper so geschickt ein, blockt Stürmer so abgezockt ab und ist dabei noch so flink auf den Beinen, dass er in Sprintduellen bestehen und lange Bälle ablaufen kann. Seine ruhige, bescheidene Art, das Image des sanften Riesen, hat ihn in der Esprit-Arena zum Publikumsliebling gemacht.
| „Ich traue mir diesen Schritt absolut zu. Um mich weiterzuentwickeln, gehört auch ein gesunder Konkurrenzkampf dazu – und dem werde ich mich vom ersten Tag an stellen.“ - Assani Lukimya
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Es folgte die Bekanntgabe seines Wechsels zum 1. FC Köln, der bei den Anhängern hohe Wellen schlug. Anschließend stieg der FC ab, Lukimyas Wechsel war Makulatur und die Fortuna durfte erneut auf seinen Verbleib hoffen. Werder Bremen schaltete sich ein, bot dem Abwehrspieler angeblich ein Jahressalär in Höhe von 800.000 Euro und Lukimya sagte sofort zu. „Werder ist ein toller Verein – ich freue mich riesig, jetzt ein Teil des Klubs zu sein. Als ich von dem Interesse hörte, war meine Entscheidung schnell gefallen“, teilte er bei der Verkündung seines Wechsels mit.
Während sich die Fans der Düsseldorfer Fortuna ob des Wechsels ihres Leistungsträgers ärgern, fragen sich die Bremer, welche Rolle er in ihrer Mannschaft einnehmen soll. Immerhin ist er der fünfte Innenverteidiger im Kader von Chefcoach Thomas Schaaf. Sokratis, Naldo, Sebastian Prödl und Francois Affolter heißen die Konkurrenten um einen der zwei freien Plätze in Werders Defensivzentrale. „Aus fünf mach zwei“ – eine Luxussituation, die den Schluss zulässt, dass noch mindestens einer aus diesem Quintett abgegeben wird.
Erster Wackelkandidat ist die Young-Boys-Leihgabe Affolter, der im Sommer bei Olympia weilt und dessen Verbleib an der Weser über den Winter hinaus nun mit einem dicken Fragezeichen versehen ist. Sokratis ist über jeden Zweifel erhaben, er war neben Claudio Pizarro der beste Bremer der abgelaufenen Saison. Die Kaufoption wurde gezogen und er soll ebenso bleiben, wie Naldo. Der Brasilianer trug sich im Januar mit Wechselgedanken, diese sollen nun ad acta gelegt sein und gar eine Verlängerung seines bis 2013 laufenden Kontrakts ist im Gespräch.
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„Wir freuen uns, dass wir Assani überzeugen konnten. Durch seine physische Stärke Schnelligkeit wird er unserer Defensive Stabilität verleihen – und er ist ein Typ, der sich mit seiner Spielweise Respekt verschafft.“ - Klaus Allofs
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Sokratis und Naldo, so lautet die Wunschpaarung in der Innenverteidigung bei vielen Fans und Klaus Allofs hat trotz des Lukimya-Transfer betont, bei den beiden sei „alles gesagt. Wir planen weiter fest mit beiden.“ Außerdem macht sich noch Sebastian Prödl Hoffnungen auf einen Stammplatz: Der österreichische Nationalspieler entschied sich vor wenigen Wochen gegen einen ablösefreien Wechsel nach Wolfsburg und unterzeichnete einen neuen Vertrag in der Hansestadt. Klaus Allofs freut sich indes nicht nur über den Lukimya-Copup, sondern auch über den angefachten Konkurrenzkampf in seiner Viererkette: „Er ist eine wertvolle Vervollkommnung unserer Abwehrreihe. Da sind wir jetzt sehr gut aufgestellt.“
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