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Die Saison ist kaum zu Ende, da läuft die Kaderplanung bei den Franken schon auf Hochtouren. Mit Hiroshi Kiyotake findet der nächste Japaner den Weg in die Bundesliga.

Nürnberg. Während Shinji Kagawa von Borussia Dortmund wohl Richtung Premier League abwandern wird, hat sich der 1. FC Nürnberg die Dienste eines seiner alten Mitspieler bei Cerezo Osaka gesichert. Mit Hiroshi Kiyotake wechselt zur neuen Saison der nächste Japaner in die Bundesliga und zeigt, dass der Japan-Trend im deutschen Profifußball weiter anhält. Goal.com wirft einen Blick auf den zukünftigen Nürnberger, der im offensiven Mittelfeld zu Hause ist und bei den Franken einen Vertrag bis Juni 2016 unterschrieben hat.

Von der Jugend bis zum Profi

Der in Oita geborene Kiyotake begann 2002 im Alter von zwölf Jahren für den FC Catiolla, eine Jugendmannschaft in seiner Heimatstadt, zu spielen. Zwei Jahre später wechselte er in die Jugendabteilung von Oita Trinita. Bevor Kiyotake im Jahr 2008 zur Profimannschaft wechselte, spielte er von 2004 bis 2007 in den U-Mannschaften von Oita Trinita.
Hiroshi Kiyotakes Profistationen als Spieler
(Stand: 18.05.2012)
Verein
Oita Trinita
Cerezo Osaka
1. FC Nürnberg

Nationalmannschaft
Japan
Jahr
2008-2009
2010-2012
ab Juli 2012


2011-2012
Spiele
43
77



5
Tore
5
19



0

Gelungener Einstand beim Pflichtspieldebüt

Seinen ersten Auftritt in der J-League hatte Kiyotake am 20. Spieltag der Saison 2008. Nachdem er in der 78. Minute eingewechselt worden war, erzielte er sechs Minuten später mit seinem ersten Tor als Profispieler den 2:2-Ausgleich gegen Shimizu S-Pulse. Seiner Mannschaft, die mit 0:2 hinten gelegen hatte, rettete er damit einen Punkt. Dies blieb in der damaligen Saison sein einziger Treffer bei insgesamt zwölf Pflichtspieleinsätzen.

Das zweite Jahr: Kämpfen um einen Stammplatz

In seinem zweiten Jahr bei Oita Trinita absolvierte Hiroshi Kiyotake zwar insgesamt 31 Pflichtspiele und erzielte dabei vier Tore, einen Stammplatz hatte er aber alles andere als sicher. In zehn der 23 Partien, in denen Kiyotake mitwirkte, wurde er nur eingewechselt. Nur fünfmal spielte er über die volle Distanz. Zwei seiner drei Ligatore erzielte er erst gegen Ende der Saison, nämlich am 31. bzw. 33. Spieltag. Am Ende der Saison stieg der Klub in die zweite japanische Liga ab.

Wechsel zum Kagawa-Klub

Allerdings blieb Kiyotake weiter erstklassig, da er zur Saison 2010 zum Aufsteiger Cerezo Osaka wechselte. Dort spielte er ein halbes Jahr lang zusammen mit Shinji Kagawa, bevor dieser in der Mitte der japanischen Saison zum BVB wechselte. Kurioserweise war Kiyotake selbst ein Nutznießer dieses Wechsels, weil dadurch ein Platz im offensiven Mittelfeld frei wurde. Kiyotake stand von da an für den Rest der Saison in der Startelf. Insgesamt kam er in seiner ersten Saison bei Cerezo Osaka auf 29 Einsätze und vier Tore. Die Mannschaft beendete die Spielzeit auf Tabellenplatz drei und war in der darauffolgenden Saison für die AFC Champions League qualifiziert.

Ein hervorragendes Jahr 2011

Für Hiroshi Kiyotake war das letzte Jahr sicherlich das beste seiner bisherigen Karriere. National erzielte er mit acht Toren in 28 Spielen nur ein Tor weniger als in den ganzen drei Jahren als Profi davor; international war er in der AFC Champions League in sieben Spielen viermal erfolgreich im Abschluss. Darüber hinaus gab er im August 2011 im Testspiel gegen Südkorea sein Debüt in der japanischen A-Nationalmannschaft, als er in der 36. Minute für den Stuttgarter Shinji Okazaki eingewechselt wurde. Zum 3:0-Sieg Japans steuerte er direkt zwei Torvorlagen für Keisuke Honda und Shinji Kagawa bei. Am Ende der Saison 2011 stand Kiyotake in der „J-League Best Eleven“, der Elf des Jahres in der japanischen Liga.



Nürnberger Interesse seit letztem Sommer

Auch wenn die Saison 2011 für Hiroshi Kiyotake persönlich glänzend verlief, war sie für seinen Verein Cerezo Osaka weniger berauschend. In der Liga wurde man nur 12. und in der AFC Champions
League war im Viertelfinale nach einer herben 1:6-Klatsche im Rückspiel gegen Jeonbuk Hyundai Motors aus Südkorea Endstation (das Hinspiel konnte man noch mit 4:3 für sich entscheiden). Die Leistungen von Kiyotake jedoch blieben nicht unbeobachtet. Bereits Ende letzten Jahres gab es Berichte über das Interesse des 1. FC Nürnberg am 22-Jährigen. Wie Kiyotake erst am gestrigen Donnerstag erklärte, bestand das Interesse der Franken an ihm bereits seit letztem Sommer.

Nürnberger Bemühungen geben Ausschlag für Kiyotakes Entscheidung

Nicht zuletzt wegen der intensiven Bemühungen des „Clubs“ entschied sich Kiyotake, der auch mit dem VfB Stuttgart, Hannover 96 und Borussia Dortmund in Verbindung gebracht wurde, für Nürnberg. „Ich habe gespürt, wie fest man dort entschlossen war, und zu einem solchen Verein wollte ich gehen“, so Kiyotake auf der Pressekonferenz, bei der sein Wechsel offiziell bekannt gegeben wurde.

Ehemalige Mitspieler als Motivation

Auf dieser Pressekonferenz gab Kiyotake ebenfalls zu, dass ihm die Entscheidung Kopfzerbrechen bereitet habe. Am Ende habe er sich aber dafür entschieden, „die Herausforderung zu suchen.“ Weitere Motivation zog er aus der Tatsache, dass drei seiner ehemaligen Mitspieler ebenfalls den großen Schritt nach Europa gewagt haben, nämlich Shinji Kagawa (Borussia Dortmund), Takashi Inui (VfL Bochum) und Akihiro Ienaga (RCD Mallorca).



Worauf sich Nürnberg freuen darf

Hiroshi Kiyotake werden erstklassige technische Fähigkeiten nachgesagt. Zudem gilt er als wieselflink und ballgewandt. In den letzten Jahren hat er seinen Torabschluss deutlich verbessert. Darüber hinaus soll er eine überragende Spielübersicht besitzen. Zu seinen Zielen äußerte er bereits, dass er das Kreativspiel im Mittelfeld der Franken beleben wolle, und fügte hinzu: „Ich will eine wichtige Rolle spielen!“ Man darf also gespannt sein, wie sich Hiroshi Kiyotake in der Bundesliga schlagen wird.

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