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Ein Jahr lang haben die Bayern-Stars nur für diesen Tag, für dieses eine Spiel gelebt. Am Samstag ist es soweit. Und sie sind der Favorit. Noch eine Nacht bis zur Unsterblichkeit.

München. Am Samstag steigt in der Allianz Arena das Spiel der Spiele. Das große Finale in der Champions League zwischen dem FC Bayern München und dem FC Chelsea. Für beide Mannschaften wäre es der absolute Gipfel der Karriere, denn sie alle haben sich im Halbfinale dafür gequält. Die Bayern-Stars sind noch genau 90 Minuten entfernt von einem historischen Sieg, Vom großen Traum, der die Spieler ein Jahr lang angetrieben hat. Jetzt oder nie. Pack ma's!

Der Kreis schließt sich

„Im Jahre 2012 findet das Champions League-Finale in München, in der Allianz Arena statt. Und da müssen wir dabei sein!“ Das waren einst die Worte von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, als der Rekordmeister in der Saison 2010/2011 um die Teilnahme an der diesjährigen Königsklasse bangen musste. Werfen wir einen Blick zurück in den Sommer 2009. Es herrschte Aufbruchstimmung beim FC Bayern. Mit Louis van Gaal hatte man einen Trainer von Weltformat verpflichtet. Er sollte der Mannschaft ein Gesicht verleihen, eine international erfolgreiche Spielweise verpassen. Das, was ein Jahr zuvor bereits mit Klinsmann versucht worden war, sollte nun ein Fachmann weiterführen.
CHELSEAS FINALPERSONALIEN

 GESPERRT
Branislav Ivanovic
Raul Meireles
Ramires
John Terry
ABW
MIF
MIF
ABW
FIT?
Gary Cahill
David Luiz
ABW
ABW

Doch der Saisonstart schlug fehl. Es kam Arjen Robben. Nach einer mäßigen Hinrunde folgte ganz zum Schluss, im Dezember, der große Durchbruch. Mit einem 4:1 in Turin explodierte der FC Bayern. Mit einer Mannschaft, in der Ivica Olic, Thomas Müller und Arjen Robben in der Form ihres Lebens waren, erreichte man das Champions-League-Endspiel und gewann das Double. Es folgte eine enttäuschende Saison 2010/2011, welche Louis van Gaal nicht als Trainer an der Säbener Straße überstehen sollte. Doch am Ende war das Minimalziel erreicht. Über den Umweg FC Zürich qualifizierten sich die Roten für die Gruppenphase der europäischen Königsklasse. Und von Anfang war klar: Die Mannschaft brennt auf das Finale Dahoam!

Zwei Jahre nach dem Finale gegen Inter Mailand stehen die Bayern-Stars wieder im Endspiel. Während man 2010 noch als Außenseiter nach Madrid fuhr und auf dem Weg ins Endspiel gegen Florenz und Manchester nur mit Mühe und Not weiterkam, ist der FC Bayern in diesem Jahr noch eine Stufe stärker geworden. Im Halbfinale gegen Real Madrid war der unbedingte Siegeswille zu spüren, die Mannschaft wollte um jeden Preis in dieses Finale in München. Ein Sieg zu Hause wäre ein historischer Moment. Nur Real Madrid und Inter Mailand konnten mit ihren großen Mannschaften in den 50er und 60er Jahren im Landesmeister-Pokal ein Endspiel im heimischen Stadion bestreiten und gewinnen.

2007 begann mit der Verpflichtung von Franck Ribery eine neue Zeitrechnung, als man internationales Flair zurück nach München bringen wollte. Mit dem Zukauf von Arjen Robben dann der große Durchbruch. Es ist, als stünde die Mannschaft nun vor der Ziellinie, nachdem sie einen Marathon absolviert hat, der mehrere Jahre angedauert hat. Wie Karl-Heinz Rummenigge sagte, wäre der Sieg über Chelsea der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Für die Eigengewächse des FC Bayern gibt es nichts Größeres. Und für die teuer eingekauften Mitspieler ebenso. Sollte Phillipp Lahm den Pokal in die Luft heben, würde sich ein Kreis schließen. Die Spieler wären dann für immer ewige Helden und die Nachfolger von Effenberg, Elber und Kahn.

Es war nie leichter

Die Vorzeichen sprechen für die Roten. Sie spielen zu Hause, sie gehen bis zum Äußersten für den Traum, der nun zum Greifen nahe ist. Beide Mannschaften haben Ausfälle zu beklagen. Doch die fehlenden Abwehrspieler tun dem defensivorientierten Chelsea mehr weh, als den offensiven Bayern. Sie haben im Gegensatz zu 2010 ihre Parade-Reihe vollständig an Bord, welche noch dazu in der Allianz Arena stets zwei Klassen besser spielt, als anderswo. Der FC Chelsea spielte national eine Saison zum Vergessen. Die Champions League für kommendes Jahr ist ohne einen Finalsieg futsch.



Auch international bekleckerte sich Chelsea nicht mit Ruhm - trotz der Endspielteilnahme. In jeder K.o.-Runde der Königsklasse waren die Blues das schwächere Team. In Neapel hätte es bereits vorbei sein können. Ebenso gegen Benfica, wo Chelsea in Überzahl bis zum Schluss zittern musste. Gegen Barcelona wurde das Glück erneut gepachtet. Trotz des Weiterkommens hat dieser FC Chelsea nicht das Niveau von Inter Mailand 2010. Im Vergleich zu 2008 und 2009 hat die Mannschaft aus Westlondon dramatisch an Qualität verloren. Man kann wohl mit Recht behaupten, dass Chelsea der schwächste Finalist der letzten Jahre ist und es für den FC Bayern wohl nie leichter sein wird, den Titel endlich zu gewinnen. Man spielt zu Hause und im Finale wartet weder Barcelona, noch Jose Mourinho.

Jetzt oder nie

Das Heil muss der Rekordmeister in der Offensive suchen. Chelsea fehlen mit John Terry und Ivanovic zwei unersetzliche Spieler auf diesem Niveau. David Luiz und Cahill sind derweil wieder im Training und werden im Finale auflaufen. Trotzdem sind beide unzuverlässig. Dazu fehlen mit Ramires und Meireles zwei wichtige Stützen im Mittelfeld, da beide laufstark sind und vor allem Ramires Tempo bei Kontern ins Spiel bringen kann. Man kann davon ausgehen, dass die größte Waffe Didier Drogba sein wird, den die Blues mit hohen Bällen suchen werden. Er muss es dann alleine richten. Das Mittelfeld der Engländer ist in dieser Saison alles andere als kreativ. Die Außenverteidigung mit Bosingwa gegen Franck Ribery ist ebenfalls ein Knackpunkt. Sollten die Roten eine Leistung wie gegen Madrid auf den Rasen bringen, dann kann der Sieger am Ende nur der FC Bayern sein.

Auch die internationale Konkurrenz blickt am Samstag gen München. Real-Torwart Iker Casillas, der sich im Halbfinale im Elfmeterschießen geschlagen geben musste, rechnet in der BILD mit einem Erfolg der Hausherren: „Bayern ist kompakter und stärker als Mannschaft. Die Sperren treffen Chelsea zudem härter, als Bayern.“ Nach dem verlorenen Double haben Gomez und Co. nun die Karten in der Hand. Noch ein Sieg bis zur Unsterblichkeit. Jetzt oder nie!

Eure Meinung: Wie erwartet Ihr die Spielweise von Chelsea und Bayern am Samstag?

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