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Der Niederländer teilte am Montag mit, dass er seine glanzvolle Karriere nach 19 Jahren beenden werde. Goal.com wirft einen Blick auf die bemerkenswerte Laufbahn von „RvN“.

Kommentar
von Stefan Coerts | Niederländischer Fußball-Editor bei Goal.com International

Der 13. Mai 2012 war ein denkwürdiger Tag für die 22.000 Fans, die Malagas letztes Spiel der Saison daheim gegen Sporting Gijon besuchten. Sie sahen nicht nur, dass sich die Gastgeber zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte für die Champions-League-Playoffs qualifizierten. Sie wurden auch Zeuge der letzten 15 Minuten eines Profifußballers, der zu den größten Stürmern seiner Generation zählt. Ruud van Nistelrooy kam in der 75. Minute für Jose Rondon ins Spiel, um einen Tag später auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt zu geben.

Als der Niederländer im Jahr 1993 seine professionelle Karriere beim Erstligisten Den Bosch startete, gab es nur wenige Anzeichen, dass es sich beim ihm um eine wahre Tormaschine handeln sollte. Van Nistelrooy wurde als zentraler Mittelfeldspieler verpflichtet, und erst nach vier Spielzeiten, als er in den Sturm berufen wurde, erzielte er mehr als zehn Tore in einer Saison.

Daraus resultierte sein Transfer nach Heerenveen im Sommer 1997 und nur ein Jahr später der Wechsel zum Spitzenteam PSV Eindhoven. Dort entwickelte sich der heute 35-Jährige zu einem wahren Weltklasse-Stürmer. Van Nistelrooy erzielte in 57 Spielen in der Eredevisie 60 Treffer, wurde zweimal Torschützenkönig und gewann einen Meistertitel.

Im Vorfeld der Saison 2000/2001 galt ein Wechsel zu Manchester United bereits als sicher, aber der Transfer scheiterte als sich van Nistelrooy das Kreuzband riss. Sir Alex Ferguson verlor den niederländischen Nationalspieler aber nicht aus den Augen und lockte ihn nur ein Jahr später ins Old Trafford, nachdem er sich vollständig von der Verletzung erholt hatte.

VAN NISTELROOY'S KARRIERE-STATISTIK
Klub

Den Bosch
(1993-1997)

Heerenveen
(1997-1998)

PSV
(1998-2001)

Man Utd
(2001-2006)

Real Madrid (2006-2010)

Hamburg
(2010-2011)

Malaga
(2011-12)

Niederlande
(1998-2011)
Spiele


71


36


91


219


96


44


32


70

Tore


20


16


75


150


64


17


5


35

Van Nistelrooy verlor keine Zeit und war für seinen neuen Klub schnell von großer Bedeutung, was er mit 23 Toren in seiner ersten Premier-League-Saison bewies und zudem zehn Treffer in der Champions League beisteuerte. Der Angreifer wurde für seine gute Form am Ende der Saison belohnt und zum PFA-Spieler des Jahres gekürt.

Dabei sollte es aber nicht bleiben. Schon in der darauf folgenden Saison 2002/2003 verhalf er United mit 25 Toren in 34 Einsätzen zum Premier-League-Titel und wurde damit Torschützenkönig. In der ersten Hälfte des Jahrzehnts war der gebürtige Oss’ler damit zweifelsohne der sicherste Schütze im Weltfußball. Wenn er eine Chance hat, ließ er sie nicht aus.

Und die Tore sollten weiter wie am Fließband fallen und Ruud wurde zu Uniteds bestem europäischen Torschützen aller Zeiten, als er auch den FA- und den Carling-Cup gewann. Er schoss insgesamt 150 Tore für ManUtd und dabei nur eines außerhalb des Strafraums. Van Nistelrooys Einfluss bei Manchester kann am besten mit den Worten seines ehemaligen Mitspielers Gerard Pique beschrieben werden, der heute bei Twitter schrieb: „Es war eine Ehre Uniteds Umkleidekabine mit einem der besten Stürmer aller Zeiten zu teilen. Danke für alles, Ruud!“

Im Sommer 2006 wechselte van Nistelrooy schließlich für 24 Millionen Euro zu Real Madrid. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits auf internationaler Ebene seine Wertigkeit unter Beweis gestellt, als er bei der EURO 2004, seinem ersten Turnier mit der Nationalmannschaft, mit vier Toren dazu betrug, dass „Oranje“ der Einzug ins Halbfinale gelang. Nur bei der anschließenden WM 2006 scheiterte er, als ihm in drei Gruppenspielen lediglich ein Treffer gelang und er für die Runde der letzten 16 gegen Portugal nicht dabei war. Sein schwieriges Verhältnis zum damaligen Nationaltrainer Marco van Basten zwang ihn sogar, sich zwischenzeitlich aus dem internationalen Fußball zurückzuziehen.

In Madrid lief es bedeutend besser, wo er sich sofort zu einem echten Publikumsliebling entwickelte. Ein Hattrick gegen Levante und vier Tore gegen Osasuna brachten ihm, neben dem Meistertitel, eine weitere Torjäger-Trophäe im ersten Jahr bei Real ein. Van Nistelrooys Erfolgsgeschichte setzte sich in der folgenden Saison fort als er 16 weitere Tore erzielte und Madrid erfolgreich den Ligatitel verteidigte.

Im Vorfeld der EURO 2008 löste van Nistelrooy seine Probleme mit van Basten und zeigte in den Gruppenspielen gegen Italien und Frankreich den mitunter besten Fußball seiner  Karriere. Allerdings fand der Weg von „Oranje“ im Viertelfinale gegen Russland ein jähes Ende und auch die Karriere des Stürmers ging nach dieser Enttäuschung bergab.

Er verpasste ein Großteil der Saison 2008/2009 aufgrund einer Knieverletzung und verließ das Santiago Bernabeu im Januar 2010 letztendlich in Richtung Hamburg. Obwohl er weiterhin eine Reihe wichtiger Tore für den Bundesligisten schoss, war das Abenteuer in Deutschland insgesamt nicht von Erfolg gekrönt, woraufhin er sich zu einem weiteren Wechsel im Juni 2011 entschied.

Nachdem er in Malaga ein Jahr lang die Bank wärmte, hat van Nistelrooy sich nun entschieden, dass die Zeit gekommen ist, Schluss zu machen.

Mit 35 Toren in 70 Einsätzen ist der Stürmer der drittbeste Stürmer der Niederlande aller Zeiten. Sein Rekord von 347 Toren in 589 Klub-Pflichtspielen machte ihn zu einem der besten Stürmer seiner Generation. Van Nistelrooys Rücktritt ist ein trauriger Tag für den Fußball, aber Verteidiger und Torhüter überall auf der Welt werden einen heimlichen Seufzer der Erleichterung ausstoßen.


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