Mit Klopp und Favre: Wer ist der Bundesliga-Trainer der Saison?

Die Saison ist vorbei und Goal.com zieht Resümee! Wer war der beste Trainer der Saison? Meistertrainer Klopp, Überflieger Favre oder doch einer der Retter Streich und Luhukay?
Die Saison 2011/2012 der Bundesliga ist vorüber und Goal.com widmet sich den Köpfen und Strategen einer jeden Mannschaft. Wer ist der Trainer der Liga in der abgelaufenen Spielzeit? Zur Auswahl stehen Jürgen Klopp vom Meister Borussia Dortmund, Lucien Favre vom Überraschungsteam Borussia Mönchengladbach und die beiden Retter, Albert Streich vom SC Freiburg und Jos Luhukay, der seinen Job beim FC Augsburg pünktlich mit dem Klassenerhalt beendet hat.

JÜRGEN KLOPP | BORUSSIA DORTMUND


Klopp dürfte der Favorit auf den Titel sein. Bereits zum zweiten Mal in Folge hiefte er seinen BVB zur Meisterschaft und ließ den großen FC Bayern München hinter sich.

EXPERTEN-MEINUNG
Der Saisonstart des BVB war für die Katz', wie man so schön sagt. Doch vor allem in der Rückrunde erleuchtete der amtierende und neue Meister in neuem Glanz. Auch und vor allem in schwierigen Momenten zeichneten sich Klopp und seine Mannen aus - die Bayern waren chancenlos!
„Kloppo“ ist vor allem Motivator und weiß die Arbeit seines Co-Trainers Zeljko Buvac zu schätzen. Im Pokal-Halbfinale gegen Greuther Fürth war es der Bosnier, der die Einwechslung von Gündogan befürwortete und so den entscheidenden Tipp gab.

Zusammen scheinen sie seit zwei Jahren in der heimischen Liga ein unschlagbares Duo, das auch die Bayern weder in der Hin- noch in der Rückrunde bezwingen konnten.

Doch der BVB-Trainer hat in dieser Saison nicht nur seine zweite Meisterschaft geholt, sondern auch den Punkterekord geknackt. Dortmund schreibt Geschichte und das ist vor allem sein Verdienst. Dortmund hatte zunächst Schwierigkeiten, den Abgang von Nuri Sahin zu verkraften, doch Klopp und seine Mannen haben den herben Verlust im kollektiv kompensiert.

Nun muss der ehemalige Mainzer Trainer sein Können auch international unter Beweis stellen, um wirklich zu einem der stärksten Trainer Europas zu avancieren.
LUCIEN FAVRE | MÖNCHENGLADBACH


Vor einem Jahr hatte sich Gladbach gerade so in die Relegation gekämpft. Lucien Favre übernahm die „Fohlen“ für die letzten zwölf Spieltage der Saison 2010/2011 und schuf die Grundlage zum Klassenerhalt.
EXPERTEN-MEINUNG
Trotz des schwachen Abschlusses der Saison darf Favre auf eine ruhmreiche Spielzeit zurückblicken, in der Gladbach lange Zeit sogar als überraschender Titelkandidat gehandelt wurde. Wenn er in der kommenden Spielzeit die Abgänge kompensieren kann und weiter herausragenden Fußball spielen lässt, steht einer erfolgreichen Trainerkarriere rein gar nichts mehr im Weg.
Mit Siegen gegen Schalke, Köln, Hannover und Dortmund coachte sich Favre in die Herzen der Gladbacher Anhänger.

In der vergangenen Spielzeit bestätigte er den Erfolgstrend und spielte sich nun auch in das Blickfeld der großen Klubs, allen voran des FC Bayern. In der Presse galt er bereits als Nachfolger von Jupp Heynckes, der seinen Trainerstuhl mit dem Einzug in das Champions-League-Finale rettete.

Favre und seine Mannen zeichneten sich in dieser Saison vor allem durch die taktische Diszipliniertheit aus. Immer wieder, wie auch schon als Coach der Hertha, ließ Favre das Verschieben auf dem Feld und andere taktische Finessen einüben.

Favre kann in Gladbach vieles bewirken. Muss nun aber mit einigen Abgängen zu Recht kommen. Wie wird sich Gladbach ohne Marco Reus, Roman Neustädter und Konsorten schlagen? Das hat nicht nur für Gladbach Bedeutung, sondern auch für Deutschland im internationalen Vergleich. Die „Fohlen“ repräsentieren Deutschland nun nämlich in Europa - möglicherweise sogar in der Champions League.

CHRISTIAN STREICH | SC FREIBURG


Nach dem Abgang von Papiss Cisse hatte ganz Deutschland den SC Freiburg abgeschrieben. Tatsächlich lief es ohne den Senegalesen zunächst äußerst bescheiden.

EXPERTEN-MEINUNG
Von Mathias Jundt

Zur Winterpause stand der erste Absteiger der Saison schon fest. Freiburg spielte einen Fußball, der das Prädikat „abstiegswürdig“ doch des Häufigeren verdient hatte. Dank Christian Streich wurde alles besser, auch wenn er als Teamplayer das natürlich verneinen würde.  Bleibt das auch in der kommenden Saison so, sind die Badener Anwärter auf die Europa League.
Doch anschließend startete der SC eine unglaubliche Erfolgsserie und blieb sage und schreibe zehn Partien in Folge ungeschlagen, bevor die Saison beim 0:4 gegen Dortmund ein unrühmliches Ende nahm.

Streich hat eine Erfolgsquote als Trainer, die sich sehen lassen kann. Fast 55 Prozent seiner abgeschlossenen Partien sind Siege.

Diese Quote erreichte er in dieser Spielzeit mit dem SC nicht, doch der Klassenerhalt dürfte für die Verantwortlichen gerade im Hinblick auf den Abgang Cisses genug sein.

Zum Ende der Hinrunde hatte Freiburg gerade einmal 13 Punkte auf dem Konto. Letztendlich darf man sogar behaupten, dass es ohne Cisse besser lief.

Streich motivierte seine Mannschaft und spätestens nach dem 2:0 gegen Bayer Leverkusen war in Deutschland allen klar, dass diese Freiburger den Klassenerhalt packen können.

JOS LUHUKAY | FC AUGSBURG


Der Niederländer hat die schlechteste Erfolgsquote aller zur Auswahl stehenden Trainer. Luhukay hat in seiner Karriere nur gut 40 Prozent seiner Spiele gewonnen. Dennoch hat er mit Augsburg Außergewöhnliches erreicht.
EXPERTEN-MEINUNG
Von Andreas Becker

Vor der Saison stand ein Absteiger in den Augen vieler Experten schon fest: der FC Augsburg. Erster Trainer der entlassen wird? Klar, Jos Luhukay. Denkste! Augsburg hat den Klassenerhalt frühzeitig geschafft und Luhukay werden sie ein Denkmal bauen. Auch wenn er ab nächste Saison auf einer anderen Trainerbank Platz nimmt, weil sie sich am Ende irgendwie doch nicht mehr alle lieb hatten - trotz Ligaverbleib.
 Unklar ist also weiterhin, warum er nach einem derart erfolgreichen Jahr seine sieben Sachen gepackt hat.

Wie wird Augsburg ohne ihn zu Recht kommen? Den FCA hatte in der vergangenen Saison niemand auf der Rechnung. Bereits an den ersten beiden Spieltagen stellten das Team mit zwei Remis gegen Freiburg und Kaiserslautern unter Beweis, dass es dieses Jahr kämpfen würde.

Das Aufbäumen folgte jedoch erst spät, so dass noch bis zum Ende um den Klassenerhalt gezittert werden musste.

Allen in Erinnerung bleiben dürfte das hart erkämpfte 0:0 gegen Dortmund, bei dem Luhukay seine Mannschaft defensiv perfekt eingestellt hatte und sogar mit der Chance auf einen Sieg kokettierte.

Möglicherweise kommt er in der kommenden Spielzeit bei einem anderen Bundesligisten unter. Die Hertha wäre ein potenzieller Kandidat.

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