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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt Werder Bremen das Jahreszeugnis aus. Klassenziel erreicht?

Verein: Werder Bremen
Bundesliga: Platz 9
DFB-Pokal: Aus in Runde eins

Zielsetzung: Zurück ins internationale Geschäft: Das hatten Fans, Verantwortliche und Spieler von Werder Bremen im vergangenen Sommer im Sinn. Einige alte Zöpfe waren abgeschnitten worden und nun sollte mit verändertem kader wieder erfolgreicher und attraktiver Angriffsfußball geboten werden. Eben so, wie vor der verkorksten Spielzeit 2010/11.

LIGA & POKAL - Note: mangelhaft (5)

Nach der miserablen Vorsaison, in der Werder sogar gegen den Abstieg gekämpft hatte, mag ein einstelliger Tabellenplatz in der Endabrechnung ordentlich daher kommen. Doch die Art und Weise des Zustandekommens war aus Bremer Sicht mindestens fahrlässig, sicher aber ärgerlich und schließlich auch extrem frustrierend: Nach einer starken Hinrunde hatten die Hanseaten klaren Kurs auf den internationalen Wettbewerb, ehe die schlechteste Rückserie der Vereinschichte den Absturz bedeutete. Für Werder ist es seit der Schwächephase Ende der 1990er Jahre das erste Mal, dass sie in zwei aufeinanderfolgenden Saisons den Europacup verpassen.

Nicht minder mies war das Abschneiden im DFB-Pokal: Beim Underdog 1. FC Heidenheim trat Werder in Runde Eins als klarer Favorit an und erlebte sein blaues Wunder. Trotz einer 1:0-Pausenführung unterlag der Bundesligist dem Drittligisten mit 1:2. Marko Marin verschoss zudem für die pomadig auftretenden Gäste noch einen Strafstoß.



UNTERHALTUNG - Note: noch befriedigend (3-)

In der Hinrunde war das richtig gut anzusehen, was die Bremer boten. Erfrischend und mit der richtigen Einstellung ging die Mannen von der Weser zu Werke. Heraus kamen bisweilen dramatische Spiele, wie die Last-Minute-Siege gegen Hertha BSC, Köln oder den VfB Stuttgart. Auch die beiden Derby-Siege gegen den Erzrivalen Hamburger SV zählten zu den Highlights. Und erwischten die Bremer keinen guten Tag, so hatten wenigstens die Gegner Grund zur Freude: Hohe Klatschen kassierte Werder unter anderem gegen Schalke und Borussia Mönchengladbach (jeweils 0:5).

In der Rückserie machten sich die vielen Verletzten bemerkbar, denn das Spiel nach vorne lahmte zusehends. Ohne Epsrit und Ideen kamen dabei klägliche Auftritte wie in Berlin oder Stuttgart heraus.

TRANSFERMARKT - Note: noch befriedigend (3-)

Mit Torsten Frings und Per Mertesacker verließen zwei Säulen die Bremer im vergangenen Sommer. Manager Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf setzen auf junge, talentierte Spieler. Der griechische Abwehrspieler Sokratis (kam auf Leihbasis aus Genua) erwies sich dabei als Volltreffer. Aleksandar Ignjovski, Tom Trybull und Florian Hartherz schafften bemerkenswert schnell den Sprung in die erweiterte Stammelf. Dem Trio wird eine großartige Zukunft prohpezeit. Gleiches galt vor Jahresfrist auch für Werders Königstransfer Mehmet Ekici. Fünf Millionen Euro ließen sich die Grün-Weißen ihren neuen Spielgestalter kosten. Doch der Ex-Bayer fand, behindert durch Verletzungen, nie zu seiner Form aus Nürnberger Tagen.

Linksverteidiger Lukas Schmitz und Winter-Transfer Zlatko Junuzovic kamen für kleines Geld und nehmen bis dato die Rolle von Mitläufern ein. Selbiges gilt auch für Francois Affolter, der zunächst aus Bern ausgeliehen wurde. Positiv auf Werders Note bei den Transfers wirkt sich Allofs' Stärke beim Verkaufen aus: So schlug er für Mittelfeld-Flop Wesley noch satte sechs Millionen Euro heraus und für Andreas Wolf, den er wenige Monate zuvor ablösefrei geholt hatte, strich Werder im Januar 1,5 Millionen Euro ein.

Nun steckt Werder allerdings mitten im Umbruch und daran wird sich Allofs nach der wachsenden Kritik in den letzten Jahren messen lassen müssen.



TRAINER & UMFELD - Note: ausreichend (4)

Ein zweites Jahr unter den eigenen Erwartungen hat auch an der sonst so ruhigen und beschaulichen Weser Spuren hinterlassen. Die Verträge mit dem einst kongenialen Duo Schaaf und Allofs waren im Winter verlängert worden und nun steht zumindest der Trainer massiv in der Kritik. Ihm wird vorgworfen, nicht mehr das beste aus den Spielern herauszuholen, taktisch altbacken und ohne Ideen daherzukommen und zu sehr auf seine Lieblinge zu setzen. Der Verein steht allerdings nach wie vor zu dem Bremer Urgestein.

Klaus Allofs galt jahrelang als bester Manager der Liga. Diese Zeiten sind vorbei, denn viele Fans fragen sich, wo die Einahmen aus fünf Jahren in der Champions League und den Verkäufen von Stars wie Mesut Özil, Diego, Miroslav Klose und Co geblieben sind. Werder hatte allem Anschein nach einen horrenden Gehaltsetat, zudem floppten teure Neuzugänge. Nun sind die Bremer wieder im Mittelmaß und die große Herausforderung ist es, mit klugen Transfers und Peronalentscheidungen von dort wieder nach oben zu kommen. Wenn es einem zuzutrauen ist, dann Klaus Allofs.

DER ABWEHRRECKE
DER COMEBACKER
DER TORGARANT


GESAMTNOTE - Note: voll mangelhaft (5+)

Angsichts der eigenen Ansprüche war es aus Bremer Sicht erneut eine Saison zum Vergessen. Wieder kein internationaler Wettbewerb, dies bedeutet, dass der Gürtel noch enger geschnallt werden muss und Stars wie Claudio Pizarro oder Naldo vor dem Abschied stehen. Andere, wie Marko Marin oder Tim Wiese sind bereits weg. Werder muss sich konsolidieren, einen klaren Schnitt machen und Geduld bewahren. Soviel steht nach den Eindrücken dieser Rückrunde fest. Das ist auf den ersten Blick hart, kann aber auch eine große Chance sein.

Eure Meinung: Wie fällt Euer Zeugnis aus? Versetzung oder nachsitzen?

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