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„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Goal.com stellt dem 1. FC Nürnberg das Zwischenzeugnis aus. Klassenziel erreicht?

Verein: 1. FC Nürnberg
Bundesliga: Platz 10
DFB-Pokal: Achtelfinale (ausgeschieden gegen SpVgg Greuther Fürth mit 1:0)

Zielsetzung: Nach der mehr als positiven Vorsaison erwartete man in Nürnberg keine Wunderdinge von Trainer und Team, die Abgänge der Leistungsträger schienen nur schwer kompensierbar. So überraschte es nicht, dass Dieter Hecking einzig und allein den Klassenerhalt als Ziel ausgab, die Erwartungen wurden zu Saisonbeginn auch im Umfeld des Clubs heruntergeschraubt.

LIGA & POKAL- Note: voll befriedigend (3+)

Die Saison begann vielversprechend, zunächst gelangen drei Siege aus fünf Spielen und die Franken schienen auf ruhige Fahrwasser zuzusteuern, viel Fans träumten schnell von einer Wiederholung der Vorsaison. Was danach folgte, war Frust pur, acht Spiele in Folge konnte Nürnberg nicht gewinnen und durch einen Sieg über Bayer Leverkusen am letzten Hinrunden-Spieltag konnte man so gerade noch auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern. Die Rückrunde begann durchwachsen, trotz guter Leistungen blieben die Ergebnisse aus und es gelang der Hecking-Truppe nicht, Luft zwischen sich und die Abstiegsränge zu bringen. Je länger die Saison aber dauerte und je besser sich insbesondere Daniel Didavi im Haifischbecken Bundesliga zurecht fand, desto eindrucksvoller spielten die „Clubberer“ auf, sodass schon einige Spieltage vor Saisonende der Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht wurde. Dass letztendlich sogar Rang zehn heraussprang, spricht für die Erfolge der letzten Wochen. Der Ausflug in den DFB-Pokal wurde jedoch zu einer einzigen Enttäuschung, ausgerechnet gegen den fränkischen Erzrivalen Greuther Fürth setzte es nach einer blutleeren Vorstellung eine völlig verdiente Niederlage.



UNTERHALTUNG - Note: noch ausreichend (4-)

Wer von Nürnberg „Hurra-Fußball“ und begeisternden Offensivdrang erwartet, ist fehl am Platze, durch die Abgänge der Kreativkräfte Ekici und Gündogan fehlte in dieser Saison ein Spielmacher an allen Ecken und Enden. Nürnberg kam vor allem über den Kampf ins Spiel, das ist kaum attraktiv für den Zuschauer, sicherte letztlich aber die nötigen Punkte. Als die Saison sich dem Ende zuneigte, ließ Didavi die lange vermisste Klasse und einen kleinen Schuss „Zauberfußball“ aufblitzen, das war es dann aber auch. Doch wie heißt es so schön? Ausnahmen bestätigen die Regel! So zeigten vereinzelte Auftritte wie die Gala-Leistung zum Hinrundenabschluss in Leverkusen, dass auch in Nürnberg noch schöner Fußball gespielt werden kann.

TRANSFERMARKT- Note: voll befriedigend (3+)

Nach der letztjährigen Überraschungssaison hatte der „Club“ gewichtige Abgänge zu vermelden. Die Leihen von Julian Schieber (VfB Stuttgart) und Mehmet Ekici (Bayern München) waren beendet, Ilkay Gündogan wurde vom Meister aus Dortmund als Sahin-Ersatz verpflichtet. Zudem verließ Kapitän Andreas Wolf die Franken in Richtung Bremen. Alles tragende Säulen, die mit Jugendspielern aus der eigenen Jugendakademie ersetzt werden sollten, da es keine finanziellen Möglichkeiten gab, anderweitig Ersatz zu holen. Mit Ausnahme von Tomas Pekhart, der zwei Millionen Euro kostete, kamen ausschließlich kostengünstige Spieler wie Verteidiger Timm Klose (FC Thun, 400.000), Alexander Esswein (Dynamo Dresden, 200.000), Markus Feulner (Borussia Dortmund, 150.000) oder Ersatztorhüter Patrick Rakovsky (Schalke 04, 100.000).

Auch wenn es in der Hinrunde nicht immer danach aussah, so haben sich die Neuzugänge doch im Verlaufe der Saison mehr und mehr etabliert. Thomas Pekhart konnte einige wichtige Tore erzielen und ist zudem bester Scorer des FCN, Alexander Esswein gefiel mit seiner Dribbelstärke, wirkte bisweilen aber noch etwas verspielt. Timm Klose sollte sich als an der Seite von Philipp Wollscheid einen Stammplatz erspielen, das misslang aber gründlich. Linksverteidiger Marvin Plattenhard, der aus der eigenen Jugend kam, konnte auf Anhieb überzeugen. Ganz anders der Einstieg von Daniel Didavi. Der hochveranlagte Mittelfeldspieler fand sich zunächst bei den Franken kaum zurecht, ist seit der Rückrunde aber nicht mehr wegzudenken. Besonders in den letzten Spielen war Didavi gleich mehrfach der entscheidende Mann auf dem Platz, vor der jüngsten Pleite traf Didavi in fünf Spielen hintereinander.



TRAINER & UMFELD- Note: gut (2)

Auch nach der Pleitenserie hörte man im Frankenland nicht den leisesten Zweifel an Trainer Hecking und dessen Arbeit, die Verantwortlichen wussten und wissen, was sie an ihm haben. Die Rückrunde bestärkte all diejenigen, die vorbehaltlos hinter Hecking standen, überraschend früh gelang es unter der Leitung des 47-Jährigen, den Ligaverbleib zu sichern, sodass das Umfeld ruhig blieb. Mit den bescheidenen Mitteln holte Hecking scheinbar das Optimum aus seinem Kader raus, die Zusammenarbeit mit Manager Bader funktioniert tadellos. Das blieb den Fans nicht verborgen, die Trainer und Mannschaft auch in Krisenzeiten unterstützen. Einzige Ausnahme war das Pokal-Derby gegen Fürth, als einige Unverbesserliche das Spielfeld stürmten und auf den Gästeblock zuliefen.

DER SPÄTZÜNDER
DER TOPSCORER
DER ABTRÜNNIGE


GESAMTNOTE- Note: voll befriedigend (3+)

Da schon frühzeitig der Klassenerhalt gesichert wurde, holten die Franken aus den gegebenen Umständen das Maximum heraus, auch wenn die Abgänge einiger Leistungsträger doch nur schwerlich zu kompensieren waren. Mit viel Herz und Leidenschaft schlug sich Nürnberg beachtlich, der zehnte Platz zu Saisonende ist ein Riesenerfolg! Enttäuschend ist aber zweifellos das Pokal-Aus gegen den Erzrivalen aus Fürth.

Eure Meinung: Wie fällt Euer Zeugnis aus? Versetzung oder nachsitzen?

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