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Es scheint, als ob die Fußballer aus Deutschland neue Anerkennung in England genießen, wie die jüngsten Transfers zeigen: Zu Mertesacker und Huth gesellen sich nun weitere.

London. Neue Zeiten für deutsche Profis in der Premier League: Mit den Wechseln von Lukas Podolski zum FC Arsenal und von Marko Marin zum FC Chelsea gehen gleich zwei Hochkaräter, darunter ein langjähriger Nationalspieler, zu großen Klubs in England. Zeichnet sich hier ein Trend ab?

Erinnerungen an 1990

Der Aufschwung des deutschen Fußballs im Ausland ist nicht von der Hand zu weisen und hat insbesondere mit dem Erfolg des DFB-Teams unter Jogi Löw zu tun. Özil und Khedira bei Real Madrid gaben die Vorreiter, Mertesacker und Klose folgten, mit Podolski stehen demnächst wieder fünf mögliche Stammspieler der Nationalmannschaft bei hochkarätigen Teams im Ausland unter Vertrag. Das erinnert schon fast an die Weltmeisterelf von 1990, bei der sechs Spieler im damals gelobten Fußballland Italien kickten.

Deutsche Nationalspieler im Ausland | Vergleich 1990 - 2012
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WM Italien 1990

EM Polen & Ukraine 2012
 
  • Lothar Matthäus (Inter Mailand)
  • Thomas Berthold (AS Rom)
  • Andreas Brehme (Inter Mailand)
  • Thomas Häßler (Juventus Turin)
  • Jürgen Klinsmann (Inter Mailand)
  • Rudi Völler (AS Rom)
  • Per Mertesacker (FC Arsenal)
  • Lukas Podolski (zukünftig FC Arsenal)
  • Miroslav Klose (Lazio Rom)
  • Mesut Özil (Real Madrid)
  • Sami Khedira (Real Madrid)

Begehrte Exportschlager aus der Bundesliga

Insgesamt scheint die Bundesliga einen immer höheren Stellenwert in England zu genießen, denn auch Demba Ba und der bei Newcastle explodierende Papiss Cisse kamen aus Deutschlands höchster Spielklasse; Gylfi Sigurdsson, Leihgabe Swanseas aus Hoffenheim, überzeugt beim Aufsteiger, und die Stabilität eines Robert Huth in Stoke brachte dem Ex-Nationalverteidiger großen Respekt in England. Auch der hier und da geschmähte Mertesacker hat eine beachtliche Anzahl an Spielen bei Arsenal gemacht, bevor er sich verletzte – sein Status im Gunners-Team wird auch bei „Mertes“ Rückkehr auf der EM-Bühne entschieden werden.

Marin: Klappt der nächste Schritt?

Marko Marin hingegen will unbedingt über die Blues zurück in die Nationalmannschaft, doch er ist von allen Genannten noch die größte Unbekannte: Nachdem er in Bremen als teuerster Einkauf aller Zeiten nie wirklich glücklich wurde, soll London einen Neuanfang für den 23-jährigen nach seiner Ankunft als „German Messi“ bezeichneten Dribbler darstellen, aber ist er dieser Aufgabe gewachsen? Marin kommt pünklich zur bereits länger hinausgeschobenen Kaderverjüngung der Abramovic-Truppe, ein Projekt, das nach der Villas-Boas-Entlassung ins Stocken geriet.


Will in England sein Image als Schwalbenkönig ablegen: Marko Marin

Teil eines Umbruchs

Noch ist nicht klar, wer Chelsea in der nächsten Saison trainieren wird, doch ein Umbau ist unumgänglich. Lampard, Terry, Drogba sind teilweise deutlich jenseits der 30, und mit dem wahrscheinlichen Abgang von Malouda könnte Marin einen Platz auf dem linken Flügel finden und Mata in die Mitte rücken. Ob es dann dauerhaft von Beginn an für die erste Elf reicht, bleibt abzuwarten: In Bremen wurde der Ex-Gladbacher zuletzt wiederholt von Verletzungen ausgebremst, kam in 21 Spielen auf ein Tor und fünf Vorbereitungen – durchwachsen. Doch Marin hat in England Großes vor, will zurück ins Nationalteam und sieht sich gerüstet für die Spielweise auf der Insel: Mit seinem Ruf als leicht fallender Spieler kann der Ex-Gladbacher nichts anfangen, wie er der Kreiszeitung Syke sagte: „Wir werden ja sehen, wie die Engländer das einschätzen. Da werden sich einige wundern. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen und werde meine Spielweise gewiss nicht ändern.“

Poldi bei Arsenal - endlich ein Star für die Gunners

Anders sieht es bei „Prinz Poldi“ aus: Die Fans freuen sich uneingeschränkt auf den 95-fachen Nationalspieler, der seine beste Saison in der Liga spielt, trotz Abstiegskampf in einem oft indisponierten Kölner Team. Er wird in London als zukünftiger Stammspieler begrüßt und sich auf links wohl mit Gervinho auseinandersetzen müssen, der keine schlechte Saison spielt. Wenn man sich jedoch eine Flügelzange aus Walcott und Podolski mit Van Persie als Stürmer vorstellt, lässt dies erahnen, dass Arsene Wenger die Option Poldi schon als Plan A im Hinterkopf hat – er ist genau die Verpflichtung, die bei den Gunners gefordert wurde: Ein fertiger Star mit Erfahrung und besonderen Fähigkeiten.

Erwartungen groß - packt es Poldi diesmal?

Fraglich ist einzig und allein, ob der Kölner mit den Erwartungen in London zurechtkommt. Auch beim Wechsel zu Bayern waren viele überzeugt, dass dies der richtige Schritt sei, doch es sollte damals nicht sein. Das eher enttäuschende Intermezzo Podolskis beim Rekordmeister mag viele Gründe gehabt haben, bekanntermaßen ist der sensible Linksfuß in seinen Leistungen nicht unabhängig vom Vertrauen des jeweiligen Trainers. In der Umbruchphase bei den Bayern unter Magath, Hitzfeld und Klinsmann schaffte es nur Feuerwehrmann Heynckes am Ende, den Stürmer richtig anzupacken, was der prompt mit Toren zurückzahlte. Doch Wenger ist definitiv ein Trainer, der den richtigen Umgang mit Spielertypen beherrscht.

Steile Entwicklung

Es bleibt also abzuwarten, ob und wie die zwei Neuen in der Premier League einschlagen, doch sicher ist, dass deutsche Profis nicht mehr Auslaufware, sondern im Ausland begehrt sind. Die Leistungen der DFB-Elf und die Entwicklung starker junger Spieler unter Löw zeigt Wirkung, sodass Marin und Podolski nicht die Letzten sein mögen, die es zu großen Klubs jenseits der Grenze zieht. Dazu passt das jüngste Transfergerücht: Angeblich soll Andre Schürrle der nächste Kandidat beim FC Chelsea sein.

Eure Meinung: Glaubt Ihr, dass sich Marin und Podolski in England durchsetzen werden?

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