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Im Halbfinale von Madrid müssen die Bayern-Stars den Spagat zwischen Zweikampfstärke und sauberen Tacklings meistern. Denn gleich sieben von zehn Feldspielern sind vorbelastet.

Madrid. Wenn es am Mittwoch Abend gegen Real Madrid geht, darf der FC Bayern keinen Millimeter Boden preisgeben und muss defensiv genau so auftreten, wie im Hinspiel. Trotzdem ist die Situation brisant, denn gleich sieben Spielern droht im Finale die Tribüne, da sie mit zwei oder vier gelben Karten vorbelastet sind.

Die Bayern müssen aufpassen

Vor dem Abflug am Dienstag Mittag nach Madrid wurden Spieler und Verantwortliche des Rekordmeisters natürlich auch auf diese besonders heikle Ausgangslage angesprochen. Mit David Alaba, Phillipp Lahm, Jerome Boateng und Holger Badstuber ist die kompette Abwehr des FC Bayern gelbgefährdet, dazu kommen Luiz Gustavo, Thomas Müller und Toni Kroos aus dem Mittelfeld. Während sich Müller und Kroos eher gegenseitig ausschließen, schweben die anderen in höchster Gefahr durch eine unsaubere Grätsche in der Hitze des Gefechts plötzlich eine Finalsperre zu kassieren.

Das große Problem dabei ist der kleine Kader des FC Bayern. Aktuell ist kein Innenverteidiger auf der Ersatzbank verfügbar, da Daniel van Buyten und Breno langzeitverletzt fehlen. Luiz Gustavo oder Anatoli Timoshchuk müssten dann zurück in die Viererkette. Der Brasilianer, der im Hinspiel eine Leistung ablieferte, die im defensiven Mittelfeld seit Jens Jeremies 2001 kein Bayern-Profi mehr zeigen konnte, ist auf seiner Stammposition nicht gleichwertig zu ersetzen. Muss er in der Innenverteidigung aushelfen, oder wird er gesperrt, kommt Timoshchuk zum Einsatz. Im Vergleich zum starken Gustavo eine ziemliche Schwächung.

Holger Badstuber, mit vier gelben Karten in Gefahr, ist sich der Lage bewusst: „Wir müssen aufpassen. Andererseits müssen wir genauso ins Spiel gehen wie immer. Es macht ja keinen Sinn, sich da Gedanken zu machen", so der Nationalspieler im Kicker. David Alaba, für den als Ersatz lediglich Diego Contento oder Danijel Pranjic verfügbar wären, nimmt eine Sperre billigend in Kauf, wenn das Team dafür das Halbfinale übersteht. Gegenüber dem ORF sagte der Österreicher: „Wenn ich mich mit einer Gelben Karte opfern muss, damit wir ins Finale kommen, werde ich es tun.“

Schiedsrichter der Begegnung am Mittwoch ist der ungarische Star-Referee Viktor Kassai, der aktuell als Nummer eins der Welt gilt. Auf ihn baut Bayern-Kapitän Phillipp Lahm: „Ich hoffe, dass er weiß, wer vorbelastet ist. Und dass man schon ein grobes Foul begehen muss, um eine Gelbe Karte zu kriegen.“ Mario Gomez, der nicht vorbelastet ist, ist jedoch überzeugt, dass kein Profi zu passiv agieren wird.
„Es ist nicht so, dass man im Hinterkopf hat, ich lass' ihn mal laufen. Die gelben Karten dürfen keine Rolle spielen", so der Torjäger im Abendblatt.



Großes Vertrauen in seine Spieler hat Trainer Jupp Heynckes, der sich vorstellen kann, komplett ohne eine Sperre weiterzukommen. „Sie wissen genau, wann sie hingehen und wann sie wegbleiben müssen. Sie können eine Sperre verhindern, wenn sie aufmerksam, sehr konzentriert und fokussiert auf das Geschehen auf dem Platz sind", machte der FCB-Coach den Fans Hoffnung.

Von der ganzen Diskussion will Präsident Uli Hoeneß jedoch nichts hören. „Wir müssen uns jetzt ausschließlich damit beschäftigen, ins Endspiel zu kommen. Und wenn wir im Endspiel sind, dann reden wir darüber, wie viele Spieler wir zur Verfügung haben. Es nützt uns gar nichts, keine Gelben Karten zu bekommen, wenn wir morgen verlieren", sagte Hoeneß am Dienstag vor dem Abflug nach Madrid.

Eure Meinung: Sollten Sperren fürs Finale von der UEFA verhindert werden?

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