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Nach dem ersten „Clasico“ dieser Saison gab es Pfiffe aus den eigenen Reihen für Jose Mourinho und Cristiano Ronaldo. Nun dürfte es für das Real-Duo den Wendepunkt gegeben haben.

Barcelona.La Liga zu verlieren ist mir nie in den Sinn gekommen“, verkündete Cristiano Ronaldo vor Kurzem. Doch nachdem Real Madrids Vorsprung an der Tabellenspitze der Primera Division von zehn auf vier Zähler zusammengeschmolzen war, begannen viele Fans des Rekordmeisters nervös zu werden. Zumal noch ein „Clascio“ beim FC Barcelona auf dem Plan stand. Der Titel war praktisch ihrer gewesen, nun drohten sie, ihn noch zu verlieren.

Jose Mourinho hatte einen solchen Vorsprung gar noch nie verzockt. Barcelona befand sich jedoch mitten in einer beeindruckenden Siegesserie und hatte die letzten elf Partien in der Liga allesamt gewonnen. Die Katalenen schienen zum rechten Zeitpunkt die richtige Form zu haben. Mit mehr Selbstvertrauen und etwas frischer wirkend, gingen sie in das vergangenen Wochenende.

Vor dem Showdown am Samstagabend standen Mourinhos Schützlinge bei 107 Ligatreffern, das bedeutete die Einstellung des Rekords der „Blancos“-Elf von John Toshack aus der Saison 1989/90. Und Cristiano Ronaldo stand bei 41 Saisontoren, damit hatte er seine eigene Rekordmarke aus dem Vorjahr verbessert. Doch Zahlen spielen für Real-Anhänger bekanntermaßen keine Rolle, nur Titel zählen!
CARTOON DES TAGES
109 Mal Jubel: Real Madrids Torrekord war das Tüpfelchen auf dem I am Samstagabend


Was also wäre passiert, wenn sie den Meistertitel noch verloren hätten? Wäre die Mannschaft in der Lage gewesen, sich psychologisch davon zu erholen? Und das ausgerechnet gegen den Erzrivalen!

Eine Frage, die viele Real-Fans sich nicht trauten zu stellen. Und glücklicherweise braucht sie nun auch niemand mehr zu beantworten, weil ihre Mannschaft am Samstagabend das „Camp Nou“ eroberte.

Genau ein Jahr und einen Tag vor diesem Match hatte Mourinhos Madrid die Copa del Rey gewonnen und Barcelona im „Mestalla“ von Valencia in die Schranken gewiesen. Es war Reals erster Titel seit 2008. Ein Jahr später war das weiterhin Mourinhos einziger Sieg als Real-Trainer gegen Barca bei zehn Versuchen. Im „Camp Nou“ hatte er gar noch nie triumphiert.

So erging es auch Ronaldo, der in Barcelonas alt-ehrwürdigem Stadion einst in Diensten Manchester Uniteds einen Strafstoß verschossen hatte und bis zur spanischen Supercopa im letzten Sommmer nie im „Camp Nou“ erfolgreich gewesen war.

Sowohl Mourinho, als auch Ronaldo waren nach dem Hinspiel im heimischen „Santiago Bernabeu“ ausgepfiffen worden und auch am Samstag traf sie zunächst der Spott der Barca-Anhänger. Doch diesmal lachten die beiden Portugiesen zuletzt und nicht die Katalanen.

Ronaldo wirkte von Beginn an unternehmungslustig und nach vier Minuten testete er „Blaugrana“-Schlussmann Victor Valdes erstmals. Anschließend zogen die Gastgeber ihr bekanntes Ballbesitzspiel auf. Doch wie Pep Guardiola bereits wenige Tage zuvor nach der überraschenden Niederlage gegen Chelsea konstatiert hatte: Fußballspiele werden durch Tore entschieden. Und nicht zu Gunsten der Mannschaft, die länger den Ball hält als der Gegner.
MATCH FAKTEN | Barca - R. Madrid 1:2

 Schüsse
 Auf das Tor
 Ballbesitz
 Ecken
 Gelbe Karten
 Platzverweise
BARCA
14
3
73%
4
2
0
MADRID
14
6
27%
7
4
0

Und das erste Tor gelang Real. Es war das erste Ligator bei Barca seit Julio Baptistas Distanzschuss 2007 und der 108 Treffer für Real in dieser Spielzeit. Ein Rekord für die Ewigkeit, ermöglicht durch Sami Khediras gedankenschnelles Nachstochern gegen Carles Puyol.

Ein besonderer Moment für Khedira, der nicht im Ruf steht, ein großer Torjäger zu sein. Es war erst der zweite Treffer im 50. Ligaspiel für den zentralen Mittelfeldspieler.

Barca kam zwar durch den eingewechselten Alexis Sanchez nochmal kurzzeitig zurück in die Begegnung, doch Ronaldo reagierte postwendend und stellte klar, dass es diesmal kein Comeback der Gastgeber, kein „Remontada“, geben sollte.

Glänzend von Mesut Özil bedient, umkurvte er Victor Valdes und brachte das Publikum mit seinem 42. Saisontreffer zum Schweigen. In allen Wettbewerben war es gar sein 54. Erfolgserlebnis.

Umringt von seinen jubelnden Mannschaftskameraden bedeutete er der Menge auf den Rängen auch unmissverständlich, dass es an der Zeit für Ruhe sei. 17 Minuten waren noch zu spielen und der Job war noch nicht in Gänze erledigt.

Ein gute Viertelstunde später bestand dann kein Zweifel mehr am Real-Triumph und der Vorsprung der Hauptstädter an der Tabellenspitze war vier Spieltage vor dem Saisonenede wieder auf sieben Punkte angewachsen. Pep Guardiolas Mannschaft mag eventuell in der Champions League noch die Chance zur Revanche bekommen, doch am Samstag ging es einzig und allein um „La Liga“.

Und um einen Moment der Genugtuung für Mourinho und Ronaldo.

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