thumbnail Hallo,

Nach der Meisterschaft im vergangenen Jahr ist dem BVB der Titel auch in dieser Saison nur noch durch ein Wunder zu entreißen. Werden die Borussen zum Dauerrivalen des FC Bayern?

Dortmund. Als das Bundesligaspiel zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund (1:2) am Samstag beendet war, war wohl auch dem Letzten klar, dass der amtierende Deutsche Meister auch der kommende sein wird. Rekordmeister FC Bayern München trug mit seinem schwachen Auftritt beim 0:0 gegen den FSV Mainz 05 sein Übriges dazu bei. Doch ist der BVB in der Lage auf Jahre hinweg der große Rivale des FCB im Kampf um die deutsche Meisterschaft zu sein?

„Die ein oder andere Vollgasveranstaltung“

Als der Trainer und Vater des derzeitigen Erfolges im Juli 2008 den Posten beim damaligen Mittelfeldklub Borussia Dortmund übernahm, kündigte er mit einem verschmitzten Lächeln „die ein oder andere Vollgasveranstaltung“ an. Er wolle den Klub, der die vorangegangene Saison auf dem 13. Tabellenplatz abgeschlossen hatte und nur durch das Erreichen des DFB-Pokalfinals für den europäischen Wettbewerb qualifiziert war, wieder in die Erfolgsspur führen. Damals ahnte wohl niemand, wie ernst diese Aussagen zu nehmen sein sollten - auch nicht die Münchener Konkurrenz.

Finanzen ließen keine großen Transfers zu

Der Klub war schließlich hochverschuldet und kaum in der Lage, Spieler für hohe Transfersummen zu verpflichten. Trotzdem gelang es Klopp, die Offiziellen um Manager Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von den Transfers seiner Lieblinge aus Mainzer-Zeiten, Neven Subotic und Mohamed Zidan, zu überzeugen. Das Talent eines Nuri Sahin, der damals von einer Ausleihe an Feyenoord Rotterdam zurückkehrte, erkannte Klopp sofort und baute ein Team um den zentralen Mittelfeldspieler auf. In seiner ersten Saison gelang der jungen neu-formierten Truppe bereits ein beachtlicher sechster Platz.

Als der Klub in der Saison 2009/2010 diese Leistung bestätigen konnte und über den fünften Tabellenplatz in die Europa League einzog, wurde deutlich, welches Potential in dieser Mannschaft, die inzwischen mit heutigen Leistungsträgern, wie Mats Hummels, Sven Bender und Kevin Großkreutz verstärkt wurde, schlummerte.


MEISTERMACHER | Jürgen Klopp führte den BVB zur Meisterschale

Meistertitel im dritten Jahr

Was folgte war eine nicht für möglich gehaltende Saison 2010/2011. Tat man sich auf internationaler Bühne aufgrund fehlender Erfahrung oft schwer, holte man in der Liga zu einem wahren Husarenritt aus. Bereits die Herbstmeisterschaft drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde euphorisierte die Anhänger des Klubs. Dortmund brach, im Gegensatz zu so vielen Mannschaften vor ihnen, in der Rückrunde nicht ein und holte den ersten Meistertitel seit 2002. Beim FC Bayern, der sich nach großen internationalen Turnieren, wie der Fußball-WM 2010 in Südafrika, in der Folgesaison gewohnt schwertat, nahm man den Erfolg der schwarz-gelben Konkurrenz zähneknirschend hin. Zudem hatte man im Hinterkopf, dass Überraschungsmeister wie der VfB Stuttgart im Jahr 2007 und der VfL Wolfsburg im Jahr 2009 den Erfolg nie bestätigen konnten.

Mäßiger Start in die Saison

Auch bei Borussia Dortmund machte es zu Beginn der laufenden Saison den Anschein, als könne man die Leistungen der Vorsaison nicht wiederholen. Zwar startete man mit einem überzeugenden 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV in die Saison, was folgte war lediglich ein weiterer „Dreier“ in den folgenden fünf Partien und ein enttäuschender elfter Tabellenplatz. Doch beim Deutschen Meister verlor man nicht die Ruhe. Im Gegenteil: Das Spiel bei Hannover 96 am sechsten Spieltag war die bis heute letzte Niederlage (1:2) der Dortmunder. Seither ist man in 25 Spielen ungeschlagen geblieben – ein neuer Rekord, was die Spiele innerhalb einer Bundesliga-Saison betrifft. Die Tabellenführung kann man längst wieder sein Eigen nennen.

Siege, die die Fans verzücken

Der Höhepunkt dabei war das allseits angekündigte „Giganten-Duell“ zwischen dem amtierenden Meister aus Dortmund und dem Rekordmeister Bayern München am vergangenen Mittwoch. Der BVB siegte am Ende durch einen Treffer von Robert Lewandowski mit 1:0 und baute den Vorsprung, vier Spieltage vor dem Ende der Saison, auf sechs Punkte aus. Beim FC Bayern schrieb man die Meisterschaft nach der vierten Niederlage in Folge gegen Borussia Dortmund ab. Als wäre das nicht schon genug, setzte die Klopp-Elf am gestrigen Samstag mit dem 2:1-Sieg im Derby gegen den Erzrivalen Schalke 04 das i-Tüpfelchen. Weil die Münchener anschließend gegen Mainz 05 nicht über ein torloses Remis hinauskamen, ist die Meisterschaft bei nun acht Punkten Vorsprung bei drei ausstehenden Partien nahezu entschieden.

„Die beste Saison unseres Lebens“

Derzeit beträgt der Punktestand des BVB 72 Zähler – damit kann in dieser Saison noch ein weiterer Rekord folgen. Gelingen in den letzten drei Saisonspielen weitere Siege, würde man mit 81 Punkten den bestehenden Bestwert von Bayern München (79 Punkte, Anm. d. Red.), aus den Jahren 1972 und 1973, überbieten. Jürgen Klopp sagte im Anschluss an das 140. Revierderby dem Bezahlsender Sky: „Warum sollten wir uns mit etwas anderem beschäftigen, als damit, Punkte zu sammeln und idealerweise die beste Saison unseres Lebens zu spielen?“


EMOTIONEN | Der BVB wird auch in diesem Jahr die Schale feiern

Macht Bremen Dortmund vorzeitig zum Meister?

Es winkt die zweite Meisterschaft in Folge und die achte der Vereinsgeschichte. Nie wurde ein derartiges Punktepolster in den letzten drei Spielen einer Saison hergeschenkt. Und sollte der SV Werder Bremen Bayern München am kommenden Spieltag mindestens einen Punkt abtrotzen, stünde Borussia Dortmund schon vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach als alter und neuer Titelträger fest.

Das gestiegene Selbstbewusstsein des Klubs machte Hans-Joachim Watzke im sonntäglichen Kia Doppelpass deutlich: „Die Bayern spielen wirklich eine sehr gute Saison, daran ändert sich auch nichts, wenn wir Meister werden. Über das gesamte Jahr hinweg zeigten sie starke Leistungen - wir waren eben nur ein wenig besser.“ (Bericht)

Kein Ende der Entwicklung in Sicht

Der FC Bayern München sollte also gewarnt sein, denn ein Ende der Entwicklung scheint bei Borussia Dortmund nicht in Sicht. Trotz des Abgangs von Mittelfeldstratege Nuri Sahin zu Real Madrid zu Saisonbeginn, ist es Jürgen Klopp gelungen, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Robert Lewandowski erfuhr in dieser Spielzeit eine wahre Leistungsexplosion und verdrängte Lucas Barrios im Sturm der Westfalen. Der Pole steht bis dato bei 20 Ligatreffern. Darüber hinaus besitzt er inzwischen die Fähigkeit, den Ball zu halten und das Spiel gegebenenfalls zu verschleppen, was Bayerns Franck Ribery bereits vor einigen Monaten zu der Aussage bewegte, dass er „für Dortmund noch wichtiger als Götze“ ist. Zudem wächst Ilkay Gündogan nach anfänglichen Schwierigkeiten zunehmend in die Rolle des neuen Spielgestalters hinein.

Sieht man einmal von Torwart Roman Weidenfeller (31) und Kapitän Sebastian Kehl (32) ab, ist zudem kein Stammspieler im Team älter als 26 Jahre. Demnach stehen den meisten Spielern die besten Jahre ihrer Karriere noch bevor. Gepaart mit der bereits feststehenden Verpflichtung von Marco Reus für die kommende Spielzeit steht die Mannschaft also vor einer rosigen Zukunft und ist im Stande, eine neue goldene BVB-Ära einzuleiten.

Eure Meinung: Kann der BVB über Jahre hinweg mit dem FC Bayern konkurrieren?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!

Umfrage des Tages

Kann Jürgen Klopp mit dem BVB auch in den nächsten Jahren Titel gewinnen?

Dazugehörig