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Lukasz Piszczek ist zweifellos nicht mehr aus der Verteidigung von Borussia Dortmund wegzudenken. Eine so rasante Entwicklung konnte aber nicht vorhergesehen werden.

Dortmund. Schaut man Woche für Woche auf die Aufstellung von Borussia Dortmund, so wird einem schnell auffallen, dass ein Name immer wieder auftaucht, nämlich der von Lukasz Piszcek. Der Pole ist auf der rechten Abwehrseite der Fels in der Brandung. Nicht zu Unrecht wurde er in die Elf der Saison der letzten Bundesliga-Spielzeit gewählt. Auch in dieser Saison kann er an seine Leistungen anknüpfen und konnte sich sogar steigern. Dass seine Karriere so verläuft, konnte vorher nicht vorhergesehen werden, da diese auch nicht ohne Makel verlief.   

Dauerbrenner auf der rechten Seite

Egal wer im rechten Mittelfeld bei Dortmund zu Einsatz kommt, kann sich auf einen starken Backup verlassen, der sich immer wieder in die Offensive mit einschaltet. Lukasz Piszczek hält es selten in der eigenen Hälfte. Er marschiert die Außenlinie hoch und runter. Bei seinen Offensivbewegungen kommen ihm seine Technik und sein Spielverständnis zugute - das konnte er in seiner Anfangszeit als Stürmer ausbilden. Bei  Hertha BSC spielte Piszczek sowohl im Sturm als auch im Mittelfeld, bis Lucien Favre ihn zum Rechtsverteidiger machte.

Nach dem Abstieg der Berliner nutzte Dortmund seine Chance und sicherte sich die Dienste des Allrounders. „Ich soll Druck auf Patrick Owomoyela ausüben, der BVB möchte eine echte Alternative auf der rechten Abwehrseite haben. Ich weiß, dass es schwer für mich wird, mich da durchzusetzen“, so Piszczek kurz nach seinem Dienstantritt. Doch er ist vielmehr als nur eine Alternative, er ist gesetzt und kaum wegzudenken auf der rechten Außenbahn, egal ob als Backup von Mario Götze oder Jakub „Kuba“ Blaszczykowski. Seitdem spielt er praktisch in jedem Spiel von Beginn an und er ist von schwerwiegenden Verletzungen verschont geblieben.

Musterbeispiel für modernen Außenverteidiger

Jürgen Klopp sagte über ihn: „Piszczek hat seine Stärken in der Defensive und auch in der Offensive, somit ist die rechte Verteidiger-Position optimal für ihn.“ Der Pole ist passsicher, zweikampfstark und agiert denkbar fair, was an seiner geringen Zahl von Gelben Karten abzulesen ist. In der Bundesliga musste er auch noch nie eine Sperre absitzen.

Seine statistischen Werte lassen sich ebenfalls sehen. Er hat bisher etwa 60% seiner Zweikämpfe gewonnen und dabei nur 16 Fouls begangen und gerade mal eine Gelbe Karte kassiert. In der Offensive weiß Lukasz Piszczek zu überzeugen. Bereits zu diesem Zeitpunkt in der Saison hat er seine Scorerpunkte gegenüber der letzteren übertroffen. Neben sieben Vorlagen, hat er seine Sturmqualität wieder gefunden und erzielte bisher drei Tore. Der Pole ist zudem nicht nur Viel-, sondern auch Schnellläufer, wie seine Werte mit und ohne Ball zeigen. „Er ist einer der besten Rechtsverteidiger der Bundesliga“, sagte Nationaltrainer Franciszek Smuda gegenüber DerWesten.

In der Heimat: Zwischen Licht und Schatten

Gerade der polnische Nationaltrainer ist einer der Fürsprecher von Lukasz Piszczek in der Heimat, denn dort ist er nicht unumstritten. Um Spielpraxis zu bekommen, lieh Hertha Piszczek an Zaglebie Lubin ausgeliehen, wo er seinen ersten Titel, die polnische Meisterschaft, feierte. Jedoch war es auch der Verein, bei dem er an einer Spielmanipulation in der Saison 2005/06 beteiligt war. Lubin benötigte noch einen Punkt für die Teilnahme an der Uefa-Cup-Qualifikation, sodass sie das Spiel gegen Cracovia gekauft haben. Piszczek stand zwar gar nicht im Kader, zeigte sich aber im Dezember 2009 in seiner polnischen Heimat selbst an. Piszczek wurde vom Bezirksgericht Breslau zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung und 25 000 Euro Geldstrafe verurteilt, zudem sperrte der polnische Verband ihn für alle Länderspiele bis Februar 2012. 

Der PZPN versuchte sogar eine generelle Sperre für alle Wettbewerbe zu erwirken. Vor allem Verbandspräsident Grzegorz Lato sprach sich gegen eine Verurteilung aus. „Er ist ein hervorragender Mensch und ein hervorragender Spieler, der eine Schlüsselrolle in der Mannschaft spielt“, sagte er gegenüber der Zeitung Rzeczpospolita. Es sei gut, dass er wieder für sein Land spielen dürfe und er habe genug Strafe bezahlt, „als ob er der Hauptschuldige für die Korruption im polnischen Fußball wäre“, so Smuda. Lukasz Piszczek selber kann seine Kritiker verstummen lassen, indem er bei der EM im eigenen Lande nicht nur eine neues Kapitel in seiner Heimatgeschichte schreibt, sondern durch gute Leistung seine Vergangenheit vergessen machen kann.  

Eure Meinung: Ist Lukasz Piszczek einer der besten Außenverteidiger der Liga?

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