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Nach seinem Wechsel im letzten Sommer von Mainz zu Schalke hat sich der Österreicher bei Schalke etabliert, seine Flanken sind eine Waffe. Das spürte zuletzt Leverkusen.

Gelsenkirchen. Veltins-Arena in Gelsenkirchen, Samstag, 18.48 Uhr: Christian Fuchs schlägt von der linken Außenlinie eine perfekt getimte Flanke auf den Kopf von Klaas-Jan Huntelaar, der problemlos den Ball ins Tor nickt. 1:0 für Schalke 04 gegen Bayer Leverkusen, königsblauer Jubel brandet auf! So oder so ähnlich ist es schon vielen Gegnern der Blau-Weißen ergangen, die Kombination Fuchs auf Huntelaar verspricht Erfolg.

Denn wenn alle Welt von den Toren des niederländischen Goalgetters spricht, darf man die Spieler, die dem „Hunter“ die Bälle so punktgenau servieren, nicht vergessen. Einer jener Akteure ist Linksverteidiger Christian Fuchs, der mit seinen Vorstößen über die Seite immer wieder für viel Gefahr im gegnerischen Strafraum sorgt.

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„Seine Flanken sind in der Liga bekannt“

Vor genau solch einer Situation wie in der 18. Minute der Partie zwischen Schalke und der Werkself hatte Bayer-Trainer Robin Dutt schon im Vorfeld gewarnt, sprach davon, dass man um die Stärke von Fuchs wisse, der nicht nur präzise Pässe schlägt, sondern immer öfter in der Strafraummitte Huntelaar findet. „Die Flanken von Fuchs sind in der Liga bekannt“, sagte Dutt nach dem Spiel über die Entstehung des 1:0 und ergänzte frustriert: „Anscheinend nicht bei uns.“ Dass der 25-Jährige am Tor beteiligt war, kommt dabei nicht von ungefähr, hatte er doch die meisten Ballkontakte aller Spieler auf dem Platz und leitete zahlreiche brandgefährliche Aktionen ein.

Starkes Zusammenspiel mit Draxler

Kongenialer Partner von Fuchs auf Schalkes linker Seite ist zumeist Julian Draxler, mit dem sich Fuchs auf dem Platz fast blind zu verstehen scheint. Die beiden Außenbahnspieler sind viel unterwegs, kommt Fuchs mit Dampf aus dem Hinterhalt, hinterläuft Draxler oft, zieht Draxler Richtung Tor, hinterläuft Fuchs wiederum und reißt Lücken in des Gegners Defensive. Zwei, die sich gut verstehen – auch abseits des Platzes. „Jule“, wie Draxler von Fuchs und seinen Teamkameraden genannt wird, kommt prächtig mit dem Österreicher aus, die beiden und der Dritte im Bunde, Lewis Holtby, mit dem er schon in Bochum und Mainz gewirbelt hat, sind viel zusammen unterwegs, „nehmen sich gegenseitig auf die Schüppe“.

Fuchs ist voll angekommen auf Schalke

Der ÖFB-Nationalspieler hat sich auf Schalke zu einer unverzichtbaren Stammkraft entwickelt, bestritt 26 von 27 Bundesligaspielen in dieser Saison – fast alle über die volle Distanz. Auch die Scorerstatistik kann sich durchaus sehen lassen: Wettbewerbsübergreifend stehen für den Abwehrspieler zwölf Vorlagen und und vier Tore zu Buche, kurzum, der „Ösi-Kicker“ ist angekommen im Ruhrgebiet.

Anfangs war Fuchs noch mit allerlei Skepsis bedacht worden, oft wurde gemutmaßt, dass der Linksfuß, der zu Saisonbeginn für 3,8 Millionen Euro Ablöse aus Mainz gekommen war, defensiv zu schwach sei, um eine Bereicherung für Schalke darzustellen.

Fuchs strafte alle Kritiker Lügen. Zwar wäre es vermessen zu behaupten, Fuchs verteidige ohne Fehl und Tadel, aber die gefährlichen Offensiv-Vorstöße machen auch den ein oder anderen defensiven Wackler mehr als wett.  Seine beste Profi-Saison? Es sei „auf jeden Fall“, so Fuchs im Interview mit Focus-Online, „nach der letzten Saison, die ich in Mainz gespielt habe mit die beste, die ich bis jetzt in der Bundesliga erleben durfte.“

Teil der Mannschaft

Er selbst gab kürzlich zu, dass er sich eine so schnelle und gut funktionierende Integration in der Mannschaft nach seinem Wechsel aus Mainz nach Schalke gewünscht habe, trotzdem aber nicht damit gerechnet hatte: „Es war schon mein Bestreben, so schnell wie möglich auf Schalke Stammspieler zu werden. Und die Zahlen sprechen ja für sich. Dass es so geklappt hat, ist für mich eine Supersache. Aber dabei soll es nicht bleiben, sondern noch viele Minuten dazu kommen“, sagte Fuchs den Ruhr Nachrichten.


Kombination | Der Vorlagengeber und der Vollstrecker - Fuchs und Huntelaar, das passt!

Der Mann der ruhenden Bälle

Den Ex-Mainzer zeichnet neben seinen Flankenläufen ganz besonders seine Stärke beim ruhenden Ball aus, Schalke ist nach Standards so gefährlich wie kaum eine andere Mannschaft in der Bundesliga, Fuchs, der viele Eckstöße, Freistöße und auch Einwürfe ausführt, hat daran besonderen Anteil. Trotzdem sieht er noch viel Luft nach oben, wenngleich die Ecken besonders erfolgreich sind: „Was die Ecken betrifft, bin ich ja nicht der einzige, der diese tritt. Julian Draxler hat beispielsweise gegen Stuttgart die Vorlage zum 2:0 gegeben. Und zu den Einwürfen: So effektiv waren die weiten Einwürfe leider auch noch nicht, denn wir haben daraus noch kein Tor erzielt. Deshalb haben wir da noch Potenzial nach oben“, warnt Fuchs vor einer zu optimistischen Sicht der Dinge.

Fuchs findet Barca-Interesse „sehr lustig“

Punktgenaue Flanken, gefährliche Eckstöße und ein unheimlicher Drang nach vorne – die Charakteristika von Schalkes Linksverteidiger sind auch anderen Vereinen nicht verborgen geblieben. Interesse wird sogar von höchster Stelle vermeldet, der große FC Barcelona soll Fuchs als einen der Nachfolgekandidaten für Linksverteidiger Eric Abidal auserkoren haben, der sich einer Lebertransplantation unterziehen muss (Bericht) und dessen Zukunft bei den Katalanen trotz Vertrages bis 2013 aufgrund seiner gesundheitlichen Situation noch ungewiss ist.

Fuchs-Berater Thomas Böhm dementierte gegenüber dem Kurier umgehend („Davon habe ich nichts gehört und ich kann es mir auch nicht vorstellen“), freut sich aber über die Anerkennung, die so seinem Schützling zuteil wird: „Aber es spricht für die Leistungen von Christian, dass er in einer wichtigen Zeitung aus Barcelona überhaupt als Kandidat genannt wird.“

Der so Gepriesene selbst findet die Gerüchte einfach nur „sehr lustig“, ein Zitat, das beim Österreicher den Nagel auf den Kopf trifft. Denn wenn man eins über Fuchs sagen kann, dann dass er sich trotz der großen Namen wie Raul, Huntelaar oder Farfan bei Königsblau nicht versteckt. Der Außenverteidiger fühlt sich wohl auf Schalke, er sei bestens integriert, das „Miteinander-Flachsen“, wie Fuchs es nennt, gehöre längst dazu. Und miteinander geflachst wird zwischen Fuchs und Schalke wohl noch recht lange – mindestens bis 2015, denn dann läuft sein Vertrag aus – womöglich aber sogar länger. Robin Dutt und Kollegen werden wohl noch desöfteren vor den Fuchs-Flanken warnen müssen…

Eure Meinung: Was haltet Ihr vom Österreicher?


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