Basler Exportschlager: Erst Xherdan Shaqiri, nun Granit Xhaka?

Alle Welt redet über Xherdan Shaqiri - die FCB-Neuverpflichtung ist aber nicht das einzige Top-Talent, dem eine vielversprechende Zukunft nachgesagt wird…

Von Claas Philipp

Wales - Schweiz - Okt 2011, Granit Xhaka
Getty
Basel. Xherdan Shaqiri sei „das beste Talent in der Schweiz“, hatte Thorsten Fink kürzlich erklärt - um dann eilig anzufügen: „nach Granit Xhaka“. Nun ist es natürlich kein Geheimnis, dass der Coach des Hamburger SV letzteren gerne von seinem Ex-Klub FC Basel an die Elbe lotsen würde, und so sollte diese Aussage dann auch entsprechend eingeordnet werden - dass ein Trainer seinen Wunschspieler in den Himmel lobt, ist schließlich nichts Außergewöhnliches.

Absolutes Ausnahmetalent

Dennoch: Bei all dem Trubel um Shaqiri sollte vor dem Champions-League-Duell zwischen Basel und dem FC Bayern München auch die Personalie Granit Xhaka nicht vergessen werden. Der 19-Jährige ist wie der im Sommer zum deutschen Rekordmeister wechselnde Shaqiri ein absolutes Ausnahmetalent.

Als Linksfüßer, der aber auch das rechte Bein nicht nur zum Stehen hat, ist Xhaka im zentralen Mittelfeld der Basler eine feste Größe. Dabei übernimmt der Youngster in der Regel die Position des Achters, der trotz vorhandener defensiver Verpflichtungen etwas höher steht als der klassische Sechser. Unter Fink musste Xhaka auch schon in der Innenverteidigung ran, im zentralen Mittelfeld aber fühlt er sich zweifelsohne am wohlsten.

Spielintelligent und zweikampfstark

Eine Position, für die er prädestiniert ist: Neben aggressiver Zweikampfführung zeichnet Xhaka auch eine große Spielintelligenz aus, dabei wirkt er trotz seiner jungen Jahre unheimlich abgeklärt. Der Schweizer Nationalspieler kann Bälle über größte Distanz in den Fuß des Mitspielers spielen, zuweilen entscheidet er sich allerdings auch für die schwere Variante, wenn der einfache Pass angebracht wäre - und leitet so schon mal einen gefährlichen Konter auf das eigene Tor ein.

Hitzfeld ist begeistert

Das allerdings dürfte seinem Alter geschuldet sein, und wenn mit der Erfahrung auch das Gespür für die richtige Entscheidung im Spielaufbau kommt, ist von Xhaka noch Großes zu erwarten. Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld jedenfalls erkennt in ihm bereits den „jungen Schweinsteiger“, wie im Tagesanzeiger zu lesen ist.

In der „Nati“ spielt Xhaka bereits eine tragende Rolle. „Für mich ist er ein Stammspieler“, stellte Hitzfeld klar. Mit der Schweizer U17 holte er 2009 sogar den WM-Titel und war dabei einer der herausragenden Kräfte. Große Vereine wie der FC Liverpool, der FC Arsenal oder der FC Chelsea klopften an, Xhaka blieb aber bei seinem Jugendverein. Auch 2011, bei der U21-EM, hatte er als jüngster Akteur im Team mit Shaqiri entscheidenden Anteil daran, dass man ins Finale stürmte.

Im gleichen Jahr konnte der 1,85 Meter große Kosovo-Schweizer mit Basel den Meistertitel feiern, der den Grundstein für den Sensationserfolg in der Gruppenphase der Champions League legte, als man Manchester United aus dem Wettbewerb schoss. Xhaka stand selbstverständlich in allen sechs Partien der Königsklasse während der vollen Spielzeit auf dem Platz.

Der nächste Auftritt auf großer Bühne

Diese Eckdaten machen deutlich, welch großes Talent in Xhaka schlummert. Zwar ist seine Torgefährlichkeit ausbaufähig, nach 53 Pflichtspielen für Basel stehen drei Treffer zu Buche, für die Nationalelf netzte er in sechs Partien einmal ein - dabei hat Xhaka einen durchaus strammen Schuss. Dennoch dürfte der junge Mann für den HSV und die Bundesliga ohne Frage ein Riesengewinn sein. Am Mittwoch, wenn Basel die Bayern empfängt, kann sich Finks Wunschspieler erneut vor internationalem Publikum beweisen. Man sollte genau hinschauen, auch wenn Xhaka (noch) im Schatten von Shaqiri steht.

Eure Meinung: Xhaka gilt als Top-Talent - schafft er den Sprung zur internationalen Spitzenklasse?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!


 
Goal.com-Flutlicht
  1. Teenager-Tränen: Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 nur Zweiter wurde Teenager-Tränen: Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 nur Zweiter wurde

    EXKLUSIV - Goal.com veröffentlicht exklusive Inhalte aus Luca Caiolis Buch „Ronaldo: Leidenschaft zur Perfektion“. Heute dreht sich alles um das Finale der EM 2004.

  2. EXKLUSIV - Higuain-Berater stellt klar: „Gonzalo wird Real Madrid nicht verlassen.“ EXKLUSIV - Higuain-Berater stellt klar: „Gonzalo wird Real Madrid nicht verlassen.“

    EXKLUSIV – Der Agent von Stürmerstar Gonzalo Higuian schiebt den Wechselspekulationen um seinen Schützling gegenüber Goal.com einen Riegel vor.

  3. Sieger, Enttäuschungen, Torschützenkönig: Die Goal.com-Redaktionstipps zur EM Sieger, Enttäuschungen, Torschützenkönig: Die Goal.com-Redaktionstipps zur EM

    Bald geht es endlich los - der Startschuss zur Euro fällt! Die Goal.com-Redaktion hat im Kicktipp-EM-Spezial einmal einige Szenarien durchgespielt und diverse Tipps abgegeben.

  4. Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de! Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!

    Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde