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Mehr „Kind der Bundesliga“ geht nicht: Urgestein Otto Rehhagel will es bei der Hertha nochmal wissen. Er ist zurück im Oberhaus und wir dürfen uns auf Unterhaltung pur einstellen!

Berlin. Otto Rehhagel ist zurück! Das Urgestein des deutschen Fußballs heuert bei Hertha BSC an. Seine simple Mission: Den taumelnden Hauptstadtklub vor dem Abstieg aus der Bundesliga retten. Für den 72-Jährigen ist es nach 820 Bundesligaspielen eine neue Herausforderung.

Drei ganz große Coups

Es fällt schwer, Rehhagels größte sportliche Leistung herauszupicken. Auf ihre Art waren alle Erfolge, die der gebürtige Essener feierte, einzigartig: Bei Werder Bremen war er 15 Jahre im Amt, holte mit dem Klub Meisterschaften, DFB-Pokale und als Krönung 1992 den Europacup der Pokalsieger. Mit dem 1. FC Kaiserslautern gewann Rehhagel als Aufsteiger den Titel. Etwas, das bis heute keinem anderen Trainer gelungen ist. Und schließlich sein Triumph mit dem krassen Außenseiter Griechenland bei der EM 2004 in Portugal.

Stilblüten en Masse

Mit ihm betritt aber nicht nur ein herausragender Trainer samt imposanter sportlicher Vita erneut die große Bühne, es kehrt auch ein großer Charakterkopf zurück. Einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt und der für so manche Stilblüte gesorgt hat. Unvergessen bleibt zum Beispiel seine Erklärung der Leistungsexplosion von Stürmer Angelos Charisteas während der Europameisterschaft 2004. Seinem Spezi Rolf Töpperwien schilderte er es folgendermaßen: „Ich habe vor dem Turnier zu ihm gesagt: 'Angelos, ich setze sie auf ein Pferd. Aber reiten müssen sie selbst!'“

Ein Kreis schließt sich

Mit dem Engagement an der Spree schließt sich für Otto Rehhagel ein Kreis: 1963 wechselte der beinharte Verteidiger von Rot-Weiß Essen zur Hertha. Damals kostete er 10.000 Mark Ablöse und blieb drei Jahre lang in Berlin. Anschließend zog es ihn weiter nach Kaiserslautern, wo er bekanntermaßen ja später auch als Chefcoach Großes leistete.

Rehhagels ganz große Triumphe

14 Jahre bei Werder Meister mit dem FCK EM-Titel 2004


„Modern spielt, wer gewinnt“

Aber was dürfen wir von dem Mann erwarten, dessen Spitznamen imposante Titel wie „König Otto“ und „Rehakles“ sind? Immerhin ist Rehhagel bereits stolze 72 Jahre alt und war zuletzt rund eineinhalb Jahre ohne Job. Den Neuerungen des modernen Fußballs hat sich Rehhagel nie verschlossen. Doch er hat sie auch nicht auf Teufel komm raus propagiert und stets versucht, die beste Lösung für das ihm zur Verfügung stehenden Spielermaterial zu finden. Bei Werder mündete dies in der mittlerweile sprichwörtlichen „kontrollierten Offensive“ und mit Griechenland ließ er bisweilen einen als ausgestorben geltenden Libero hinter einer Viererkette ausputzen. „Modern spielt, wer gewinnt“, lautete seine lapidare Erklärung.

Ein Wangenkuss von „Super-Mario“

Seine größte Stärke ist vermutlich die Art der Menschenführung. Kaum einer seiner Ex-Spieler hat sich je negativ über Rehhagel geäußert. Und er hat in seiner langen Laufbahn einige „Enfant Terribles“ unter seinen Fittichen gehabt. Unter anderem Mario Basler. Auch den Rechtsaußen, der es mit der Disziplin nicht so genau nahm, zähmte Rehhagel. Basler erzählte einst: „Otto sagte: 'Wenn Sie nochmal zu spät kommen, müssen Sie mich küssen.' Ich kam wieder zu spät - und habe ihn auf die Wange geküsst ...“

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