Christian Eichner auf der Suche nach seiner Form

Linksverteidiger Christian Eichner vom 1. FC Köln ist derzeit auf der Suche nach seiner Form. Findet er nicht bald zu alter Stärke zurück, droht sogar ein Platz auf der Bank.

Von Daniel Uebber

Christian Eichner, 1. FC Köln
Bongarts
Köln. Zwar ist Christian Eichner der einzige gelernte Linksverteidiger beim 1. FC Köln, jedoch könnte die derzeitige Formschwäche des Ex-Hoffenheimers nun dazu führen, dass sich „Eiche“ auf der Reservebank der Kölner wiederfindet.

Schon am Samstag wird es eng

Denn beim Spiel gegen Nürnberg am nächsten Samstag kehrt der gesperrte Miso Brecko zurück ins Kölner Aufgebot und Henrique Sereno, eigentlich Innenverteidiger, zeigte auf der Außenverteidigerposition zuletzt respektable Leistungen. Und da sich mit Kevin McKenna auch wieder eine Alternative für die Viererkette der Kölner aufdrängt, könnte es eng werden für Eichner.

Profitieren könnte er allerdings von der Verletzung von Ammar Jemal, der dem FC aufgrund eines Muskelfaserrisses für die nächsten Partien nicht zur Verfügung stehen wird. Dennoch rechnen rund um das Geißbockheim viele mit einer Abwehrreihe beim 1. FC Köln gegen die Nürnberger, die aus den Spielern Brecko, Geromel, McKenna und Sereno besteht.

Guter Transfer von Volker Finke

Dabei ist Eichner ein Spieler in Köln, der bei den Fans der Geißböcke durchaus eine hohe Wertschätzung genießt. Unvergessen sind seine guten Leistungen in der Rückrunde der vergangenen Saison, als Eichner in der Winterpause an den Rhein wechselte und die "Problem-Position" der linken Abwehrseite mit Bravour ausfüllte. Lange hatten die Kölner auf Eichners Position herumexperimentiert, doch weder Stephan Salger noch Andrezinho konnten bei ihren Einsätzen überzeugen. Als Eichner kam, füllte er die Lücke und trug somit zum letztlich sicheren Klassenerhalt der Kölner einen wertvollen Beitrag bei.

Formkurve geht bergab

In der aktuellen Spielzeit jedoch kann Eichner nicht an seine Leistungen aus der Vergangenheit anknüpfen. Laut Bewertungen des Magazins Kicker hat Eiche sogar seit seiner Zeit in Hoffenheim stetig abgebaut: Hatte er in der Saison noch einen Notendurchschnitt von 3,5, sank dieser Wert in seiner ersten Saison bei den Kölnern auf 3,7, aktuell liegt er für diese Saison bei 4,0. Auffällig ist auch, dass die meisten der Kölner Gegentore, die ligaweit nach den Freiburgern die meisten Gegentore erhielten (41), über die linke Abwehrseite der Kölner zustande kamen.

Passt Solbakkens System nicht zu Eichners Spielweise?

Was sind die Gründe für die abnehmende Form von Christian Eichner? Kommt er mit der offensiven Ausrichtung der Kölner Abwehrreihe nicht zurecht? Fakt ist, das Stale Solbakken seine beiden Viererreihen (Abwehr und Mittelfeld) relativ hoch stehen lässt, so dass die beiden Reihen eng beieinander stehen. Damit sollen die Räume im Kölner Mittelfeld eng gehalten werden sowie die gegnerischen Stürmer Abseits gestellt werden.



Anfällig ist dieses System allerdings bei Pässen in die Tiefe des Gegners, bei denen sich die Kölner Abwehrspieler auf ihre Schnelligkeit verlassen müssen, oder aber darauf, dass Michael Rensing in Libero-Manier als mitspielender Torwart agiert. Zudem sieht es das System von Solbakken nicht vor, das angreifende Außenbahnspieler des Gegners gedoppelt werden - der Kölner Coach lässt lieber im Raum verteidigen.

Doch gerade im defensiven Zweikampf Mann gegen Mann liegen die Stärken von Christian Eichner. Der Spieler kommt eher über den Kampf ins Spiel als über das Abfangen von Bällen im Raum. Aber das ist nicht das System von Solbakken. Daher ist es für Eichner schwer, in dieser Saison gute Leistungen abzuliefern.

Eure Meinung: Liegt es am System oder einfach an einer "Formkrise"? Was ist los mit Christian Eichner? Und wie könnte eine Alternative im Kölner Abwehrverbund aussehen?

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