Thomas Doll, Holger Stanislawski, Krassimir Balakov und die Trainer, die Hertha BSC übernehmen könnten

Vor Michael Preetz liegen arbeitsreiche Tage: Herthas Manager muss (mal wieder) einen neuen Cheftrainer suchen. Diese Kandidaten befinden sich derzeit in der Verlosung:

Von Falko Blöding

Unter Druck: Hertha-Manager Michael Preetz
Getty Images
Berlin. Alles wieder auf Null: Michael Skibbe ist bei Hertha BSC bereits Geschichte, fünf erfolglose Partien kosteten ihn seinen Job. Manager Michael Preetz ist unter Druck, der neue Chefcoach muss ein Hit werden, sonst dürfte auch er seinen Job los sein. Aber wen lotst er nun an die Spree?

Der Job in der Hauptstadt kommt derzeit nicht sonderlich attraktiv daher: Die Mannschaft steckt mitten im Abstiegskampf und hat seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gewonnen. Zudem sind die Fans unzufrieden und die Klubkassen leer.

Folgende Kandidaten werden aktuell in der Hauptstadt gehandelt:

Ralf Rangnick (Wahrscheinlichkeit: 4 %)

Der Ex-Schalker soll der Wunschkandidat der Berliner Führungsriege sein. Doch Rangnick hat der Hertha angeblich bereits einen Korb gegeben (Bericht). Auf Schalke hatte der 43-Jährige im Herbst überraschend wegen eines Burnout-Syndroms die Brocken hingeschmissen und sich in ärztliche Behandlung gegeben.

Er gilt als Coach der langfristig eine Mannschaft aufbauen kann und der konzeptionell arbeitet. Im Sommer peilt Rangnick eine Rückkehr auf die Trainerbank an.

Thomas Doll (Wahrscheinlichkeit: 25 %)

Doll könnte sofort in Berlin anheuern, der Ex- Nationalspieler ist arbeitslos. Er gilt als exzellenter Motivator und leistete bei seiner ersten Station in der Bundesliga, dem Hamburger SV, zunächst hervorragende Arbeit. Anschließend war in Dortmund, Ankara und Riad jeweils vorzeitig Schluss.

Allerdings verkörpert Doll als „weicher Trainer“  genau denselben Typus, wie der jüngst entlassene Michael Skibbe. Zwischen Dolls Berater und den Berliner Bossen soll es bereits Kontakt geben.

Krassimir Balakov (Wahrscheinlichkeit: 35 %)

Balakov gilt als einer der Favoriten in Berlin. Gerüchte um laufende Verhandlungen kursieren bereits (Bericht). Der Bulgare, der als Spieler beim VfB Stuttgart für Furore sorgte und dort Teil des „magischen Dreiecks“ war, ist derzeit Coach von Hajduk Split.

Allerdings hat der 45-Jährige in seinem bis 2013 datierten Vertrag angeblich eine Ausstiegsklausel für die Bundesliga. Balakov arbeitete zwischen 2003 und 2005 in Stuttgart als Co-Trainer und war anschließend unter anderem bei den Grasshoppers Zürich und dem FC St. Gallen tätig.

Holger Stanislawski (Wahrscheinlichkeit: 5 %)

Das wäre ein Ding: Kurz nach seiner Entlassung in Hoffenheim übernimmt „Stani“ ausgerechnet die Hertha. Den Klub also, bei dem sein Nachfolger Markus Babbel zuvor tätig war. Stanislawski ist vor allem bei den Fans der Wunschkandidat, die einen „harten Hund“ fordern.

Der langjährige Spieler und Trainer des FC St. Pauli hat den Ruf, ein glänzender Theoretiker zu sein und er kennt sich in großen Städten aus, schließlich verbrachte er den Großteil seines Lebens in Hamburg.


Lothar Matthäus (Wahrscheinlichkeit: 1 %)

Ob selbst verschuldet oder nicht: Wird irgendwo in Deutschland ein Trainerposten frei, Lothar Matthäus zählt zu den Kandidaten. So auch in Berlin und wahrscheinlich wird es auch hier nichts.

Der Ruf des Ex-Weltfußballers in Deutschland ist arg ramponiert, seine Vielzahl an Kurzzeit-Engagements bei Klubs und Nationalteams rund um den Globus haben Spuren hinterlassen. Dazu gesellen sich immer wieder Schlagzeilen bezüglich seines Lebenswandels. Unwahrscheinlich, dass die Hertha ihm in ihrer Situation eine Bewährungschance gibt.

Falko Götz (Wahrscheinlichkeit: 10 %)

Götz wäre eine bewährte Lösung. Der Ex-Nationaltrainer von Vietnam (dort musste er im Dezember des letzten Jahres seinen Hut nehmen) trainierte den Hauptstadverein bereits zwei Mal: Zunächst 2002 als Interimslösung, dann von 2004 bis 2007 als Chefcoach.

Zu Beginn seiner Trainlaufbahn galt Götz als großes Talent, diesen Vorschusslorbeeren konnte er anschließend allerdings nicht gerecht werden. Aktuell ist er ohne Arbeitgeber.


Jürgen Röber (Wahrscheinlichkeit: 5 %)

Am Wochenenende wurde der Name des 58-Jährigen an der Spree noch heiß gehandelt, mittlerweile soll er bereits wieder aus dem Rennen sein. Röber ist in Berlin ein alter Bekannter: Lange Jahre bildete er mit Manager Dieter Hoeneß ein erfolgreiches Gespann und führte den Verein einst zurück in die Bundesliga. Zwischen 1996 und 2002 arbeitete er insgesamt sechs Jahre bei der „Alten Dame“.

Seit 2009 ist er nun arbeitslos. Seine letzten Stationen hießen Borussia Dortmund, Saturn Ramenskoe und Ankaraspor.

Michael Frontzeck (Wahrscheinlichkeit: 15 %)

Frontzeck weiß, wie man eine Mannschaft vor dem Abstieg rettet: Dies gelang dem 47 Jahre alten Übungsleiter bereits mit Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach.

Frontzeck verfügt über eine klare Ansprache und klare Vorstellungen, diese Eigenschaften sollen ihm einen vorderen Platz auf der Kandidatenliste von Michael Preetz eingebracht haben. Seit seiner Entlassung in Mönchengladbach vor einem Jahr ist Frontzeck ohne Job.

Eure Meinung: Wer wäre der richtige Trainer für die Hertha?

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