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Nach dem Gladbach-Debakel: Auch Lars Unnerstall ist bei S04 nicht mehr unumstritten
Das Debakel in Gladbach sorgte für viel Unruhe in Gelsenkirchen, auch Lars Unnerstall muss um seinen Platz bangen. Nun könnte die Stunde von Timo Hildebrand schlagen.
Von Felix Landmesser
Getty Images
Gelsenkirchen. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Stammtorwart Ralf Fährmann rückte Lars Unnerstall bei Schalke 04 zwischen die Pfosten. Unnerstall rechtfertigte das ihm von Trainer Huub Stevens entgegengebrachte Vertrauen mit bisweilen überragenden Leistungen, die neue Nummer eins war Woche für Woche einer der besten Königsblauen. Doch die Mini-Krise der Schalker ist auch eine Mini-Krise von Lars Unnerstall, in 2012 zeigte der 21-Jährige erstmals Schwächen. Was passiert nun? Erhält Timo Hildebrand eine Chance?
Unnerstall vertritt Fährmann bravourös
Das Jahr 2011 war sicherlich das bewegendste und gleichzeitig erfolgreichste in der noch jungen Karriere von Lars Unnerstall. Die schwere Verletzung Ralf Fährmanns war für den Nachwuchskeeper die einmalige Gelegenheit, um sich im Haifischbecken Bundesliga zu beweisen. Lange Zeit ließ Huub Stevens offen, wer dauerhaft anstelle von Fährmann das Tor hüten sollte, Unnerstall setzte sich letztendlich gegen Routinier Matthias Schober durch und wusste von Beginn an zu glänzen.
„Will auch nächste Saison die Nummer eins sein“
Auch als Timo Hildebrand ins Ruhrgebiet geholt wurde, beeindruckte das Unnerstall wenig, der aus Ibbenbüren stammende Keeper zeigte weiterhin tadellose Leistungen und ließ damit keinen Zweifel aufkommen, wer mindestens bis zur Rückkehr von Ralf Fährmann die Nummer eins bleiben sollte. Durchaus selbstbewusst untermauerte Unnerstall seine Ansprüche: „Ich will jetzt weiter die Nummer eins sein, und ich will auch nächste Saison die Nummer eins sein. Wenn ich diesen Wunsch nicht hätte, dann hätte ich den falschen Job“, so der 1,99-Hüne gegenüber der WAZ.
Erster Patzer im Pokal
Ausgerechnet in Mönchengladbach, wo der S04 am letzten Wochenende vorgeführt wurde, begann kurz vor Weihnachten die Schwächephase Unnerstalls, viele Beobachter reden gar von einer „Mini-Krise“. Mit 1:2 lag Schalke im Achelfinale des DFB-Pokals hinten, Schalke drängte mit aller Macht auf den Ausgleich, da unterlief Unnerstall sein erster folgenschwerer Patzer: Außerhalb des Strafraums verlor Unnerstall den Ball an Marco Reus, dieser hatte keine Probleme, das 3:1 zu erzielen – Schalke schied aus und Unnerstall musste zum ersten Mal ein Gegentor auf seine Kappe nehmen. „Damals hätte ich am liebsten gleich das nächste Spiel absolviert, um beweisen zu können, dass es nur ein Ausrutscher war", ärgerte sich Unnerstall nachher im Kicker.

Trotz des Patzers ging Unnerstall zweifellos als Stammtorwart in die Rückrunde, doch die Klasse-Leistungen der Hinrunde blieben aus. Das Tor von Lukas Podolski beim 4:1-Erfolg in Köln hätte Unnerstall in Hinrunde womöglich verhindert, beim Unentschieden gegen Mainz schoss der Torhüter einen Abstoß ins Seitenaus, Mainz nutzte den Angriff zum Treffer durch Mohamed Zidan. Das Spiel in Gladbach sollte keine Besserung bringen: Beim 0:1 blieb er ohne Reaktion, beim 0:3 erwischte ihn Arango auf dem völlig falschen Fuß.
Heldt nimmt Unnerstall nur bedingt in Schutz
Die nun aufkommende Torwart-Diskussion dürfte weder nach dem Geschmack Unnerstalls, noch nach dem der Schalke-Verantwortlichen sein. Manager Horst Heldt verzichtete zwar auf eine Generalkritik an Unnerstall, den dritten Gegentreffer schob aber auch er Unnerstall zu („Das habe ich ähnlich gesehen“). So steht der Torhüter von nun an unter besonderer Beobachtung, Trainer Stevens werden die Patzer der letzten Wochen nicht entgangen sein. Zumal Unnerstalls Schwächen auch bei seinen Klasse-Leistungen in der Hinrunde offensichtlich waren: Das moderne Torwart-Spiel mit einem mitspielenden Hüter als letztem Mann behagt Unnerstall nicht, viele Abschläge landen im Aus. Auch kann der 21-Jährige eine Hintermannschaft noch nicht ausreichend dirigieren, die entscheidenden Kommandos fehlen zumeist.
Noch schweigt Hildebrand
Da passt es ins Bild, dass seit der Rückrunde Timo Hildebrand als Vertreter auf der Bank sitzt, der ehemalige Stuttgarter hat Matthias Schober verdrängt, der bisher zweiter Mann hinter Unnerstall war. Hildebrand schweigt, stellt zumindest öffentlich keine Ansprüche. Und doch dürfte Hildebrand mit den Hufen scharren – sein Vertrag läuft aus. Logisch, dass er sich für weitere Engagements empfehlen will. Einmal durfte Hildebrand bisher ran, vertrat Unnerstall in Haifa und spielte bravourös, hielt gar einen Elfmeter. Von Fortuna Düsseldorf wird Interesse vermeldet, Hildebrand würde wahrscheinlich noch lieber auf Schalke dauerhaft das Tor hüten. Sollte Unnerstall nicht schnellstens wieder konstanter halten, dürfte Hildebrand wohl in absehbarer Zukunft eine Cahnce erhalten.
Eigentlich ist Fährmann die Nummer 1
Und dann ist da noch Ralf Fährmann. Zwar kündigte Unnerstall bereits an, sich bei der Rückkehr des Ex-Frankfurters nicht kampflos auf die Bank setzen zu wollen, doch war der Chemnitzer bis zu seiner Verletzung die unumstrittene Nummer 1 auf Schalke. Kaum vorstellbar, dass Stevens nicht auf Fährmann zurückgreifen wird, wenn sich Unnerstall (oder auch Hildebrand) nicht in überragender Form präsentieren. Erstmal muss dieser jedoch fit werden, Fährmann fällt mit Kreuzbandriss voraussichtlich noch bis zum Sommer aus.

Adler bleibt eine Option
Ganz abgeschrieben hat man im Ruhrgebiet wohl auch Rene Adler noch nicht. Der ehemalige Nationaltorhüter ist bei Bayer Leverkusen nur noch die Nummer Zwei hinter Bernd Leno und hat bereits angekündigt, sich nicht auf die Bank setzen zu wollen. Schalke wurde schon zu Beginn der Rückrunde reges Interesse nachgesagt, da spekulierte Adler aber noch auf eine Rückkehr ins Bayer-Tor. Zuletzt schien mit dem HSV alles klar zu sein, sowohl Adler als auch HSV-Sportchef Frank Arnesen bestätigten aber eine Einigung. Gut möglich, dass hinter den Kulissen an einem Adler-Deal in Hamburg gebastelt wird, gut möglich aber auch, dass Schalke einen neuen Anlauf unternimmt und die Fühler nach dem 25-Jährigen ausstreckt, Adler wäre nach dem Abgang von Manuel Neuer die erhoffte Langzeit-Lösung.
U19-Torwart Raeder mit guter Perspektive
Zu guter Letzt bleibt noch ein Name, den die meisten Fans nicht auf dem Zettel haben dürften, der aber von Horst Heldt schon öfter ins Spiel gebracht wurde. Immer wenn er nach den Torhütern bei S04 gefragt wurde, nannte Heldt auch den Namen Lukas Raeder, seines Zeichens Torwart der U19 und auch schon mit Einsätzen für Junioren-Nationalteams. Raeder führt mit der U19 die Junioren-Bundesliga West mit großem Vorsprung an, sein Trainer hält bereits große Stücke auf ihn: „Lukas ist sehr erwachsen geworden. Er hat inzwischen eine enorme Ausstrahlung im Tor und ist gerade im Eins gegen Eins schwer zu besiegen. Er coacht gut und ist auf einem guten Weg“, so A-Jugend-Trainer Norbert Elgert.
Sollten also alle Stricke reißen und Hildebrand den Verein verlassen (ebenso wie Matthias Schober, der wohl seine Karriere beendet und auf Schalke chancenlos ist), könnte der Nachwuchs-Keeper in der Torhüter-Hierarchie aufsteigen und den etablierten Unnerstall und Fährmann in Zukunft einheizen.
Keine Prognosen möglich
Alles offen also auf Schalke! Möglich, dass sich Unnerstall noch rechtzeitig wieder fängt und zu alter Stärke zurückkehrt, Leistungsschwankungen wären schließlich gerade bei jungen Spielern kein neues Phänomen. Wahrscheinlicher ist aber momentan, dass Hildebrand eine Chance erhält, möglicherweise schon beim Europa-League-Spiel am Donnerstag in Pilsen.
Eure Meinung? Glaubt Ihr, dass Hildebrand Unnerstall schon bald im S04-Kasten ablösen wird?
Unnerstall vertritt Fährmann bravourös
Das Jahr 2011 war sicherlich das bewegendste und gleichzeitig erfolgreichste in der noch jungen Karriere von Lars Unnerstall. Die schwere Verletzung Ralf Fährmanns war für den Nachwuchskeeper die einmalige Gelegenheit, um sich im Haifischbecken Bundesliga zu beweisen. Lange Zeit ließ Huub Stevens offen, wer dauerhaft anstelle von Fährmann das Tor hüten sollte, Unnerstall setzte sich letztendlich gegen Routinier Matthias Schober durch und wusste von Beginn an zu glänzen.
„Will auch nächste Saison die Nummer eins sein“
Auch als Timo Hildebrand ins Ruhrgebiet geholt wurde, beeindruckte das Unnerstall wenig, der aus Ibbenbüren stammende Keeper zeigte weiterhin tadellose Leistungen und ließ damit keinen Zweifel aufkommen, wer mindestens bis zur Rückkehr von Ralf Fährmann die Nummer eins bleiben sollte. Durchaus selbstbewusst untermauerte Unnerstall seine Ansprüche: „Ich will jetzt weiter die Nummer eins sein, und ich will auch nächste Saison die Nummer eins sein. Wenn ich diesen Wunsch nicht hätte, dann hätte ich den falschen Job“, so der 1,99-Hüne gegenüber der WAZ.
Erster Patzer im Pokal
Ausgerechnet in Mönchengladbach, wo der S04 am letzten Wochenende vorgeführt wurde, begann kurz vor Weihnachten die Schwächephase Unnerstalls, viele Beobachter reden gar von einer „Mini-Krise“. Mit 1:2 lag Schalke im Achelfinale des DFB-Pokals hinten, Schalke drängte mit aller Macht auf den Ausgleich, da unterlief Unnerstall sein erster folgenschwerer Patzer: Außerhalb des Strafraums verlor Unnerstall den Ball an Marco Reus, dieser hatte keine Probleme, das 3:1 zu erzielen – Schalke schied aus und Unnerstall musste zum ersten Mal ein Gegentor auf seine Kappe nehmen. „Damals hätte ich am liebsten gleich das nächste Spiel absolviert, um beweisen zu können, dass es nur ein Ausrutscher war", ärgerte sich Unnerstall nachher im Kicker.

Da war die Welt noch in Ordnung: Unnerstall feiert mit den Fans
Trotz des Patzers ging Unnerstall zweifellos als Stammtorwart in die Rückrunde, doch die Klasse-Leistungen der Hinrunde blieben aus. Das Tor von Lukas Podolski beim 4:1-Erfolg in Köln hätte Unnerstall in Hinrunde womöglich verhindert, beim Unentschieden gegen Mainz schoss der Torhüter einen Abstoß ins Seitenaus, Mainz nutzte den Angriff zum Treffer durch Mohamed Zidan. Das Spiel in Gladbach sollte keine Besserung bringen: Beim 0:1 blieb er ohne Reaktion, beim 0:3 erwischte ihn Arango auf dem völlig falschen Fuß.
Heldt nimmt Unnerstall nur bedingt in Schutz
Die nun aufkommende Torwart-Diskussion dürfte weder nach dem Geschmack Unnerstalls, noch nach dem der Schalke-Verantwortlichen sein. Manager Horst Heldt verzichtete zwar auf eine Generalkritik an Unnerstall, den dritten Gegentreffer schob aber auch er Unnerstall zu („Das habe ich ähnlich gesehen“). So steht der Torhüter von nun an unter besonderer Beobachtung, Trainer Stevens werden die Patzer der letzten Wochen nicht entgangen sein. Zumal Unnerstalls Schwächen auch bei seinen Klasse-Leistungen in der Hinrunde offensichtlich waren: Das moderne Torwart-Spiel mit einem mitspielenden Hüter als letztem Mann behagt Unnerstall nicht, viele Abschläge landen im Aus. Auch kann der 21-Jährige eine Hintermannschaft noch nicht ausreichend dirigieren, die entscheidenden Kommandos fehlen zumeist.
Noch schweigt Hildebrand
Da passt es ins Bild, dass seit der Rückrunde Timo Hildebrand als Vertreter auf der Bank sitzt, der ehemalige Stuttgarter hat Matthias Schober verdrängt, der bisher zweiter Mann hinter Unnerstall war. Hildebrand schweigt, stellt zumindest öffentlich keine Ansprüche. Und doch dürfte Hildebrand mit den Hufen scharren – sein Vertrag läuft aus. Logisch, dass er sich für weitere Engagements empfehlen will. Einmal durfte Hildebrand bisher ran, vertrat Unnerstall in Haifa und spielte bravourös, hielt gar einen Elfmeter. Von Fortuna Düsseldorf wird Interesse vermeldet, Hildebrand würde wahrscheinlich noch lieber auf Schalke dauerhaft das Tor hüten. Sollte Unnerstall nicht schnellstens wieder konstanter halten, dürfte Hildebrand wohl in absehbarer Zukunft eine Cahnce erhalten.
Eigentlich ist Fährmann die Nummer 1
Und dann ist da noch Ralf Fährmann. Zwar kündigte Unnerstall bereits an, sich bei der Rückkehr des Ex-Frankfurters nicht kampflos auf die Bank setzen zu wollen, doch war der Chemnitzer bis zu seiner Verletzung die unumstrittene Nummer 1 auf Schalke. Kaum vorstellbar, dass Stevens nicht auf Fährmann zurückgreifen wird, wenn sich Unnerstall (oder auch Hildebrand) nicht in überragender Form präsentieren. Erstmal muss dieser jedoch fit werden, Fährmann fällt mit Kreuzbandriss voraussichtlich noch bis zum Sommer aus.

Schalke oder der HSV? Rene Adler hat die Wahl
Adler bleibt eine Option
Ganz abgeschrieben hat man im Ruhrgebiet wohl auch Rene Adler noch nicht. Der ehemalige Nationaltorhüter ist bei Bayer Leverkusen nur noch die Nummer Zwei hinter Bernd Leno und hat bereits angekündigt, sich nicht auf die Bank setzen zu wollen. Schalke wurde schon zu Beginn der Rückrunde reges Interesse nachgesagt, da spekulierte Adler aber noch auf eine Rückkehr ins Bayer-Tor. Zuletzt schien mit dem HSV alles klar zu sein, sowohl Adler als auch HSV-Sportchef Frank Arnesen bestätigten aber eine Einigung. Gut möglich, dass hinter den Kulissen an einem Adler-Deal in Hamburg gebastelt wird, gut möglich aber auch, dass Schalke einen neuen Anlauf unternimmt und die Fühler nach dem 25-Jährigen ausstreckt, Adler wäre nach dem Abgang von Manuel Neuer die erhoffte Langzeit-Lösung.
U19-Torwart Raeder mit guter Perspektive
Zu guter Letzt bleibt noch ein Name, den die meisten Fans nicht auf dem Zettel haben dürften, der aber von Horst Heldt schon öfter ins Spiel gebracht wurde. Immer wenn er nach den Torhütern bei S04 gefragt wurde, nannte Heldt auch den Namen Lukas Raeder, seines Zeichens Torwart der U19 und auch schon mit Einsätzen für Junioren-Nationalteams. Raeder führt mit der U19 die Junioren-Bundesliga West mit großem Vorsprung an, sein Trainer hält bereits große Stücke auf ihn: „Lukas ist sehr erwachsen geworden. Er hat inzwischen eine enorme Ausstrahlung im Tor und ist gerade im Eins gegen Eins schwer zu besiegen. Er coacht gut und ist auf einem guten Weg“, so A-Jugend-Trainer Norbert Elgert.
Sollten also alle Stricke reißen und Hildebrand den Verein verlassen (ebenso wie Matthias Schober, der wohl seine Karriere beendet und auf Schalke chancenlos ist), könnte der Nachwuchs-Keeper in der Torhüter-Hierarchie aufsteigen und den etablierten Unnerstall und Fährmann in Zukunft einheizen.
Keine Prognosen möglich
Alles offen also auf Schalke! Möglich, dass sich Unnerstall noch rechtzeitig wieder fängt und zu alter Stärke zurückkehrt, Leistungsschwankungen wären schließlich gerade bei jungen Spielern kein neues Phänomen. Wahrscheinlicher ist aber momentan, dass Hildebrand eine Chance erhält, möglicherweise schon beim Europa-League-Spiel am Donnerstag in Pilsen.
Eure Meinung? Glaubt Ihr, dass Hildebrand Unnerstall schon bald im S04-Kasten ablösen wird?
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