Die Money League: Bayern ist König der Werbeeinnahmen!

An der Spitze hat sich nichts verändert. Zwei spanische und zwei englische Klubs – mittendrin ist der deutsche Rekordmeister.

Von Maximilian Bensinger

Uli Hoeneß strebt mit dem FC Bayern stets nach Titeln
Bongarts
München. Auch im vergangenen Geschäftsjahr hat der FC Bayern München den Sprung auf das Treppchen verpasst. Um was es geht? Die Rede ist von der Deloitte Money League, die ein europäisches Einnahme-Ranking darstellt. Die Bayern landeten auch im Geschäftsjahr 2010/11 wieder auf dem „undankbaren“ vierten Platz.

Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United und dann kommt schon der FC Bayern München: Mit 321,4 Mio. Euro Umsatz liegen die Münchner nur knapp hinter dem englischen Konkurrenten (367 Mio. Euro). Weiterhin scheinen die beiden Klubs von der iberischen Halbinsel eine Klasse für sich zu sein. Branchen-Primus Real Madrid (479,5 Mio. Euro) bleibt auch im erst kürzlich abgeschlossenen Geschäftsjahr der Money-League-Spitzenreiter. Die Galaktischen spüren jedoch schon den heißen Atem der Katalanen im Nacken. Nicht nur sportlich fährt das beste Team der Welt auf der Überholspur (450,7 Mio. Euro).

Werbe-König FC Bayern!

So unerreichbar die Südeuropäer scheinen mögen, in einem Bereich liegt der deutsche Rekordmeister bereits auf dem ersten Platz. Der deutsche Erfolgsklub verzeichnete den Top-Wert im Sektor der Werbeeinnahmen: 177,7 Mio. Euro flossen in die bayrische Kasse – gut 5 Mio. Euro mehr als die Madrilenen verdienten. Das liest man an der Säbener Straße gerne und gegenseitiges Schulterklopfen darf in der Marketingabteilung erlaubt sein.

Die Lücke zu den Big Boys

DELOITTE MONEY LEAGUE
CLUB


1. Real Madrid
2. Barcelona
3. Manchester United
4. Bayern
5. Arsenal
6. Chelsea
7. Milan
8. Inter
9. Liverpool
10. Schalke
11. Tottenham
12. Manchester City
13. Juventus
14. Marseille
15. Roma
16. Borussia Dortmund
17. Lyon
18. Hamburg
19. Valencia
20. Neapel
EINNAHMEN
2010-11

€479.5m
€450.7m
€367m
€321.4m
€251.1m
€249.8m
€235.1m
€211.4m
€203.3m
€202.4m
€181m
€169.6m
€153.9m
€150.4m
€143.5m
€138.5m
€132.8m
€128.8m
€116.8m
€114m

Im Bereich der TV- und Zuschauereinnahmen hinken die Münchner jedoch weiterhin hinterher. Insgesamt verdienten die Süddeutschen dabei 143,7 Mio. Euro. Im Vergleich dazu weisen Manchester United (252,5 Mio. Euro), FC Barcelona (294,4 Mio. Euro) und Real Madrid (307,1 Mio. Euro) wesentlich höhere Einnahmen auf. Ein klares Indiz für die wesentlichen Faktoren, die einen klaren Einnahme-Vorteil der Top-3-Klubs verursachen. Während der deutsche Vorzeigeklub knapp die Hälfte an TV-Geldern bezieht (71,8 Mio. Euro), liegen auch die Zuschauereinnahmen (trotz Preiserhöhung) weiterhin deutlich hinter den Bestplatzierten wie beispielsweise den Madrilenen (123,6 Mio. Euro).

Real, Barca, Bayern und Schalke?!

Die Deutlichkeit, mit der die spanischen Top-Klubs die Money-League anführen, ist ein dickes Ausrufezeichen für die Konkurrenz. Betrachtet man die Einnahmekurve der letzten fünf Jahre, dürfte dem Rest der Fußballwelt jedoch angst und bange werden. Real Madrid sowie der FC Barcelona freuen sich über einen stetig ansteigenden Umsatz. Der amtierende Champions-League-Sieger steigerte seine Umsatz in den letzten fünf Jahren um 261 Mio. Euro. Nur die spanischen Hauptstädter (129 Mio. Euro), der FC Bayern München (98 Mio. Euro) und der FC Schalke 04 (88 Mio. Euro) können mithalten. Letztere profitierten natürlich auch von ihrer starken Champions-League-Saison und kletterten im Money-League-Ranking auf den zehnten Platz.

Und doch kein bisschen schlauer…

Dennoch ist nur bei den Spaniern von einem stetig ansteigenden Umsatz zu sprechen. Die Konkurrenz stagniert oder beklagt sogar eine rückläufige Tendenz. Statistiken lügen nicht, dennoch können sie die Wirklichkeit verzerren. Das reine Umsatzvolumen gibt noch keine Auskunft über den tatsächlichen Gewinn eines Vereins. Deswegen fällt die Freude in Spanien wohl auch eher verhalten aus. Die Münchner hätten zwar Grund zum Feiern, doch die Wahrheit liegt bekanntlich auf dem Platz…

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