Odise Roshi sprintet in das FC-Herz

Der 20-jährige albanische Nationalspieler Odise Roshi - Goal.com hat für Euch einmal ein kleines Porträt des Kölner Siegtorschützen gegen Kaiserslautern zusammengestellt.

Von Daniel Uebber

Die Kölner Geromel und Roshi jubeln
Bongarts
Köln. „Rakete Roshi“ wird der 20-jährige albanische Nationalspieler Odise Roshi in Köln genannt. Kein Wunder, schließlich ist in allen Sprinttests des 1. FC Köln niemand schneller als der junge Stürmer – nicht einmal Lukas Podolski. Goal.com hat für Euch einmal ein kleines Porträt des Kölner Siegtorschützen gegen Kaiserslautern zusammengestellt.

Als No-Name zu den Kölnern

Als Odise Roshi am 22. Mai seine Unterschrift unter den Anstellungsvertrag beim 1. FC Köln setzte, war der junge albanische Stürmer ein unbeschriebenes Blatt – und nur die wenigsten Fußballexperten in der Bundesliga dürften etwas mit dem Namen „Odise Roshi“ angefangen haben können. Zwar zeigte Roshi bereits in den U-17 und U-19 Nationalmannschaften seines Heimatlandes ansprechende Leistungen und gewann mit seinem Verein KS Flamurtari Vlora  2011 den albanischen Landespokal, doch konnte auch kaum ein Kölner Fan von sich behaupten, schon einmal Odise Roshi gehört zu haben.

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Zu weit weg liegt ja auch Fier, die mittelalbanische Stadt mit immerhin 85.000 Einwohnern, in der er das Fußballspielen erlernte. Auch Vlora, an der adriatischen Küste gelegen, kennen hierzulande nur die Wenigsten. Anders jedoch Volker Finke, der Roshi mit einem Vier-Jahres-Vertrag bis 2015 ausstattete und dem jungen Spieler eine gute Perspektive bei den Geißböcken attestierte. Am 7. Oktober debütierte Roshi dann sogar in der albanischen Nationalelf – und gehörte bei der 0:3-Niederlage gegen Frankreich im Stade de France zu den besten albanischen Spielern auf dem Platz.

Sprintsieger im Training – ansonsten nur die Joker-Rolle

Auf sich aufmerksam machen konnte Roshi in seinen ersten Monaten beim 1. FC Köln nicht. Nur seine Sprint-Fähigkeiten im Training ließ den lokalen Boulevard dazu hinreißen, dem Albaner den Spitznamen „Rakete Roshi“ zu verpassen. Zwar sammelte er gleich in den ersten beiden Partien der Saison wenige Minuten Bundesligaerfahrung gegen den VfL Wolfsburg und Schalke 04, doch kam Roshi dann erst wieder am 9. Spieltag gegen Hannover zu einem weiteren dreiminütigen Kurzeinsatz. Erst bei der herben 0:5-Klatsche gegen den BVB durfte Roshi eine Halbzeit lang zeigen, was in ihm steckt – mit mäßigem Erfolg.

Auch gegen Borussia Mönchengladbach durfte sich Roshi beim undankbaren Spielstand von 0:3 knapp 40 Minuten lang beweisen. Dort konnten sich die Fans im Rhein-Energie-Stadion zwar von seiner Schnelligkeit überzeugen, bemerkten aber auch, dass Roshi im letzten Pass vor dem Tor noch die nötige Konzentration fehlte. Auch seine Versuche aus der Distanz landeten eher über dem Netz hinter dem Tor, als dass sie gefährlich auf das gegnerische Tor kamen. Insgesamt kam Roshi beim FC bisher auf elf Einsätze, bei denen er allesamt eingewechselt wurde.



Matchwinner gegen Kaiserslautern – Alternative für die erste Elf?

Am 20. Spieltag zeigte Roshi endlich, weshalb Finke auf ihn gesetzt und für den 1. FC Köln verpflichtet hat. Mit dem 1:0-Siegtreffer per Kopfball nach einer Ecke sorgte Roshi für ganz wichtige Punkte für die Kölner im Abstiegskampf. Was Roshi dazu sagte? „Ich habe mich schon in Albanien immer sehr über Tore gefreut und am Sonntag war ich natürlich überglücklich, dass ich das entscheidende Tor geschossen habe. Beim Eckball bin ich ganz gut reingelaufen und habe zum Glück das Tor gemacht.“ Folge: Das Handy von Roshi stand nach dem Spiel nicht still – viele Freunde und Verwandte aus der Heimat wollten ihm zu seinem ersten Bundesligatreffer gratulieren.

Zu hoch bewerten wollte Trainer Stale Solbakken die Leistung seines Schützlings aber nicht: „Er hat für zwei Minuten ein tolles Spiel gemacht. Danach musste er wohl zu viel darüber nachdenken, wen er in Albanien alles anrufen muss, um von seinem ersten Bundesligator zu erzählen“, sagte Solbakken im Kölner Express. Recht hatte er, denn in den folgenden 20 Minuten nach seiner Einwechslung fiel Roshi zwar wieder durch seine gewonnenen Sprintduelle auf, leider aber auch durch unkonzentrierte Abspielfehler. Dennoch bleibt festzuhalten: Roshi ist unter Solbakken bisher Einwechselspieler Nummer eins. Kein anderer Spieler wurde beim 1. FC Köln häufiger eingewechselt als „Rakete Roshi“.

Eure Meinung: Ist Odise Roshi nach seinem Treffer gegen Kaiserslautern nun eine Alternative für die Startelf gegen den Hamburger SV?

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