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Shaqiri statt Reus: Die bessere Wahl für den FC Bayern?
Nachdem man sich im Winter zurückgehalten hatte, können die Bayern in den nächsten Tagen vermutlich Vollzug melden - Shaqiri soll kommen. Der könnte sich als Glücksgriff erweisen.
Von Claas Philipp
| DIE BISHERIGE STATISTIK | Xherdan Shaqiri (FC Basel) |
Stationen: FC Basel |
| Spiele |
Tore |
Tore/Spiel |
Assists |
Länderspiele |
| 113 |
18 | 0,16 | 19 | 17 (4 Tore) |
Stärken im Dribbling auf engem Raum
Genau wie Reus ist Shaqiri auf dem Flügel beheimatet - viel mehr Gemeinsamkeiten haben die beiden Offensiv-Akteure aber nicht. Während der Noch-Gladbacher vor allem dann glänzt, wenn er den nötigen Platz hat, um seine Schnelligkeit auszuspielen und zudem äußerst torgefährlich ist, hat Shaqiri eine andere große Stärke: Der 20-Jährige kann sich auf engem Raum im Eins-gegen-Eins behaupten, was für das zuletzt als zu statisch bewertete Bayern-Spiel Gold wert sein könnte.
Schwächen im Abschluss
Die Torgefährlichkeit des Baslers ist zwar ausbaufähig, in Sachen Spielintelligenz konnte er in der Vergangenheit trotz seines jungen Alters aber durchaus überzeugen. Linksfuß Shaqiri spielt vorzugsweise auf dem rechten Flügel, kann aber auch die andere Seite besetzen - auch die Zehner-Position ist ihm nicht neu. Wirklich ausspielen kann der Schweizer Fußballer des Jahres seine Stärken - nämlich Schnelligkeit, das Dribbling und seine Gewandtheit - vor allem aber auf den Außen.
Shaqiri kann auch Abwehr
Aber selbst in der Abwehr hat Shaqiri seine Klasse bereits nachgewiesen, so geschehen etwa im entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen die Young Boys Bern, als er in seiner Profi-Debüt-Saison 2009/10 den inzwischen zu ZSKA Moskau gewechselten damaligen Torschützenkönig Seydou Doumbia fast komplett aus dem Spiel nahm.

Vor allem aber das kraftvolle Dribbling auf engem Raum und die damit einhergehende Fähigkeit, den Abwehrspieler stehen zu lassen und so für das Überraschungsmoment zu sorgen, ist ein Talent, das den Bayern noch viel Freude bereiten könnte. Reus ist zwar auch ein großartiger Techniker, seine Durchsetzungsfähigkeit unter Bedrängnis ist jedoch ausbaufähig. Bei dem Gladbacher ist es eher das Tempo-Dribbling, das heraussticht und das er vor allem dann in Perfektion beherrscht, wenn er mit großer Geschwindigkeit auf das gegnerische Tor zuläuft - gegen tiefstehende Abwehrreihen, mit denen es Bayern vorzugsweise zu tun bekommt, nicht immer das beste Rezept.
Backup für Robbery
So könnte die Reus-Absage zu einem Glücksfall für den FCB werden - und der Plan B sich am Ende als die bessere Lösung herausstellen. Das aber bleibt abzuwarten. Zunächst wird sich Shaqiri mit der zweiten Reihe begnügen müssen, auf den Flügeln sind Franck Ribery und Arjen Robben gesetzt. Deren Verletzungsanfälligkeit aber ist hinlänglich bekannt, vor allem die des Niederländers. So wird Shaqiri zweifelsohne seine Chance bekommen - und wenn er diese nutzt, kann das für die Bayern leidige Thema Marco Reus in München endgültig zu den Akten gelegt werden.
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