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Konstant ist nur die Inkonstanz: Die merkwürdige Saison des FC Liverpool
Vor dem Knaller im FA Cup gegen Manchester United sind sie beim FC Liverpool hin- und hergerissen: „King Kenny“ ist unantastbar, doch der Neuaufbau kommt nur schleppend voran.
Von Falko Blöding
Getty Images
Liverpool. Die Meisterschaft ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit futsch und die Qualifikation für die Champions League wird ein verdammt hartes Stück Arbeit. Dennoch steht der FC Liverpool unter Kenny Dalglish deutlich besser da, als es noch vor einem Jahr der Fall war. Unter der Woche gelang immerhin der Einzug ins Endspiel des Carling Cups. Aber reicht ein siebter Tabellenplatz im Tagesgeschäft Premier League aus, um die Ansprüche des einstigen englischen Rekordmeisters zu erfüllen?
Als „King Kenny“ vor zwölf Monaten oder genau 51 Spielen das Zepter vom ungeliebten Roy Hodgson übernahm, dümpelte Liverpool im unteren Mittelfeld des Tableaus herum. Zudem sorgte der Verkauf des traditionsreichen Klubs immer wieder für Schlagzeilen und Unruhe. Dalglish, der „Pool“ bereits zwischen 1986 und 1991 trainiert hatte, heuerte bei seinem Ex-Klub an und betonte, er wolle alles geben um dem Verein zu helfen. Dafür sei es notwendig, dass alle an einem Strang zögen.
Unter Dalglish spielten die „Reds“ eine starke Rückserie. Der Schotte verstand es, die Defensive zu stabilisieren und Daniel Agger und Martin Skrtel zu einem echten Bollwerk zu verschmelzen. Großen Anteil daran hatte die Verpflichtung Steve Clarkes: Dalglishs Co-Trainer war einst bei Chelsea der Assistent Jose Mourinhos und hatte dort maßgeblichen Anteil am Erfolg der „Blues“. Die immens starke Defensive ist auch in dieser Spielzeit ein Trumpf der Liverpooler, sie kassierten erst 21 Gegentreffer. Nur Tabellenführer Manchester City war in dieser Disziplin besser.
Sorgenfalten auf Dalglishs Stirn bereitet dagegen die „Abteilung Attacke“: Liverpool bringt es lediglich auf 25 Treffer. Selbst Abstiegskandidaten wie die Bolton Wanderers oder die Blackburn Rovers sind (deutlich) torgefährlicher. Ein weiterer Beleg für die Misere: Liverpool gewinnt zu selten! Fünf Niederlagen in 22 Saisonspielen sind noch in Ordnung. Allerdings sind die neun Siege deutlich zu wenig. Satte acht Mal endete eine Partie der „Reds“ mit einem Unentschieden, nur Aston Villa spielte noch häufiger Remis. Das führt dazu, dass sie in der Tabelle auf dem siebten Rang liegen und der Rückstand auf ManCity 19 Zähler beträgt. Zum vierten Platz, dem erklärten Saisonziel, fehlen fünf Punkte.
Die Konsolidierungsphase des Champions-League-Siegers von 2005 sollte nun abgeschlossen werden, der Anspruch des FC Liverpool ist es, wieder ein echter Spitzenklub zu werden. Dabei muss auch die Transferpolitik unter die Lupe genommen werden. Andy Carroll ist bislang ein 41-Millionen-Flop und auch Stewart Downing, der knapp 23 Millionen Euro kostete, enttäuschte bislang. Jordan Henderson spielt durchschnittlich, genießt aufgrund seines Alters allerdings noch Welpenschutz. Gute Investitionen waren hingegen Charlie Adam, Rückkehrer Craig Bellamy und Jose Enrique. Dazu entpuppte sich Luis Suarez, der wie Carroll im vergangenen Januar an die „Anfield Road“ kam, als echter Glücksgriff.
Suarez entwickelte sich auf Anhieb zum Fixpunkt im Offensivspiel Liverpools. Das ist Segen, aber auch Fluch zugleich. Denn der Uruguayer ist eher ein spielender Stürmer und kein Torjäger, der im Sechzehner rumsteht. Es fehlt ein Angreifer mit Killerinstinkt und die Hoffnung, dass Andy Carroll dies noch wird, schwindet zusehends. Liverpool braucht also einen Strafraumstürmer, zudem wäre ein kreativer Mittelfeldspieler vonnöten.
Wie zahnlos das Liverpooler Gebilde zeitweise daherkommt, illustrierte das 1:3 gegen Bolton vor knapp einer Woche. Mit 1:3 ging die Partie verloren und Kenny Dalglish war anschließend stinksauer. „Das Ergebnis enttäuscht mich. Noch enttäuschender war für mich aber, dass wir überhaupt nicht bereit für dieses Spiel waren. Wir sind das Spiel nicht richtig angegangen, das war keine Arbeitseinstellung. Falls wir eine Lektion gebraucht haben, so wurde sie uns heute erteilt. Der Schlüssel für uns ist, dass wir das hier nicht wiederholen dürfen.“
Dass es auch anders geht, bewiesen Dalglishs Schützlinge prompt am Mittwochabend, als sie ManCity Paroli boten und dank eines 2:2-Remis den Einzug in das Endspiel des Ligapokals schafften. Einmal mehr bestätigte sich also: Potenzial steckt in dieser Mannschaft, es muss nur (dauerhaft) abgerufen werden.
Dalglish weiß, dass er im Gegensatz zu den beiden Klubs aus Manchester keinen Kader zur Verfügung hat, der mit Ausnahmekönnern gespickt ist. Umso wichtiger ist der Wille, in jedem Spiel, an die Grenze zu gehen. Nur so kann es Liverpool in dieser Saison noch in die Königklasse schaffen. Sollte diese erneut verpasst werden, dann wäre eigentlich eine Trainerdiskussion die logische Folge. Aber wird es diese an der Mersey geben, solange „King Kenny“ in Amt und Würden ist?
Als „King Kenny“ vor zwölf Monaten oder genau 51 Spielen das Zepter vom ungeliebten Roy Hodgson übernahm, dümpelte Liverpool im unteren Mittelfeld des Tableaus herum. Zudem sorgte der Verkauf des traditionsreichen Klubs immer wieder für Schlagzeilen und Unruhe. Dalglish, der „Pool“ bereits zwischen 1986 und 1991 trainiert hatte, heuerte bei seinem Ex-Klub an und betonte, er wolle alles geben um dem Verein zu helfen. Dafür sei es notwendig, dass alle an einem Strang zögen.
Unter Dalglish spielten die „Reds“ eine starke Rückserie. Der Schotte verstand es, die Defensive zu stabilisieren und Daniel Agger und Martin Skrtel zu einem echten Bollwerk zu verschmelzen. Großen Anteil daran hatte die Verpflichtung Steve Clarkes: Dalglishs Co-Trainer war einst bei Chelsea der Assistent Jose Mourinhos und hatte dort maßgeblichen Anteil am Erfolg der „Blues“. Die immens starke Defensive ist auch in dieser Spielzeit ein Trumpf der Liverpooler, sie kassierten erst 21 Gegentreffer. Nur Tabellenführer Manchester City war in dieser Disziplin besser.
| EIN JAHR MIT KING KENNY |
| 26. Januar 2011 |
26. Januar 2012 |
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| Pos |
S |
PKT |
Pos |
S |
PKT |
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| 10 | 21 | 28 | 4 | 21 | 40 | ||
| 11 | 23 | 28 | 5 | 21 | 36 | ||
| 12 | 22 | 26 | 6 | 21 | 36 | ||
| 13 | 22 | 26 | 7 | 21 | 35 | ||
Sorgenfalten auf Dalglishs Stirn bereitet dagegen die „Abteilung Attacke“: Liverpool bringt es lediglich auf 25 Treffer. Selbst Abstiegskandidaten wie die Bolton Wanderers oder die Blackburn Rovers sind (deutlich) torgefährlicher. Ein weiterer Beleg für die Misere: Liverpool gewinnt zu selten! Fünf Niederlagen in 22 Saisonspielen sind noch in Ordnung. Allerdings sind die neun Siege deutlich zu wenig. Satte acht Mal endete eine Partie der „Reds“ mit einem Unentschieden, nur Aston Villa spielte noch häufiger Remis. Das führt dazu, dass sie in der Tabelle auf dem siebten Rang liegen und der Rückstand auf ManCity 19 Zähler beträgt. Zum vierten Platz, dem erklärten Saisonziel, fehlen fünf Punkte.
Die Konsolidierungsphase des Champions-League-Siegers von 2005 sollte nun abgeschlossen werden, der Anspruch des FC Liverpool ist es, wieder ein echter Spitzenklub zu werden. Dabei muss auch die Transferpolitik unter die Lupe genommen werden. Andy Carroll ist bislang ein 41-Millionen-Flop und auch Stewart Downing, der knapp 23 Millionen Euro kostete, enttäuschte bislang. Jordan Henderson spielt durchschnittlich, genießt aufgrund seines Alters allerdings noch Welpenschutz. Gute Investitionen waren hingegen Charlie Adam, Rückkehrer Craig Bellamy und Jose Enrique. Dazu entpuppte sich Luis Suarez, der wie Carroll im vergangenen Januar an die „Anfield Road“ kam, als echter Glücksgriff.
Suarez entwickelte sich auf Anhieb zum Fixpunkt im Offensivspiel Liverpools. Das ist Segen, aber auch Fluch zugleich. Denn der Uruguayer ist eher ein spielender Stürmer und kein Torjäger, der im Sechzehner rumsteht. Es fehlt ein Angreifer mit Killerinstinkt und die Hoffnung, dass Andy Carroll dies noch wird, schwindet zusehends. Liverpool braucht also einen Strafraumstürmer, zudem wäre ein kreativer Mittelfeldspieler vonnöten.
| Der Volltreffer |
Luft nach oben |
Das Sorgenkind |
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Wie zahnlos das Liverpooler Gebilde zeitweise daherkommt, illustrierte das 1:3 gegen Bolton vor knapp einer Woche. Mit 1:3 ging die Partie verloren und Kenny Dalglish war anschließend stinksauer. „Das Ergebnis enttäuscht mich. Noch enttäuschender war für mich aber, dass wir überhaupt nicht bereit für dieses Spiel waren. Wir sind das Spiel nicht richtig angegangen, das war keine Arbeitseinstellung. Falls wir eine Lektion gebraucht haben, so wurde sie uns heute erteilt. Der Schlüssel für uns ist, dass wir das hier nicht wiederholen dürfen.“
Dass es auch anders geht, bewiesen Dalglishs Schützlinge prompt am Mittwochabend, als sie ManCity Paroli boten und dank eines 2:2-Remis den Einzug in das Endspiel des Ligapokals schafften. Einmal mehr bestätigte sich also: Potenzial steckt in dieser Mannschaft, es muss nur (dauerhaft) abgerufen werden.
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„Falls wir eine Lektion gebraucht haben, so wurde sie uns heute erteilt. Der Schlüssel für uns ist, dass wir das hier nicht wiederholen dürfen.“ - Kenny Dalglish
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Dalglish weiß, dass er im Gegensatz zu den beiden Klubs aus Manchester keinen Kader zur Verfügung hat, der mit Ausnahmekönnern gespickt ist. Umso wichtiger ist der Wille, in jedem Spiel, an die Grenze zu gehen. Nur so kann es Liverpool in dieser Saison noch in die Königklasse schaffen. Sollte diese erneut verpasst werden, dann wäre eigentlich eine Trainerdiskussion die logische Folge. Aber wird es diese an der Mersey geben, solange „King Kenny“ in Amt und Würden ist?
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