Arrogant, aber nicht dominant: Die einfachen Fehler brechen den Bayern das Genick

Der deutsche Rekordmeister stolperte wie schon in der Hinrunde über die Fohlen. Dabei wirkten die Bayern in Gladbach pomadig und einfallslos.

Von Christoph Vogel

Martin Stranzl and Thomas Müller im Kopfballduell
Getty Images
Mönchengladbach. Viel wurde über das gute Trainingslager des FC Bayern München geredet. Der Trainerstab um Jupp Heynckes war zufrieden, die Spieler zuversichtlich. Aber was blieb nach dem Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach? Ernüchterung und die Erkenntnis, dass bei den Bayern noch vieles im Argen liegt.

Es war das erwartete Spitzenspiel, aber es waren vielmehr die Hausherren, die mit einer taktisch famosen Leistung und Konterfußball in Perfektion dem großen FCB ein zweites Mal ein Beinchen stellten. Mit 1:3 fiel die Niederlage für die vor dem Spieltag beste Abwehr der Liga deftig aus. Die Viererkette um Jerome Boateng, Holger Badstuber, Daniel van Buyten und Philipp Lahm wirkte alles andere als sattelfest. Die schnellen Spieler der Borussia brachten den Abwehrriegel ein ums andere Mal in Verlegenheit.

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Neuer nimmt die Schuld auf sich

Beim ersten, wegweisenden Gegentor spielte allerdings Manuel Neuer wie schon im Hinspiel die tragische Rolle des Unglücksraben. Ein Abschlag misslang dem Nationaltorhüter gänzlich, und ausgerechnet Marco Reus reagierte blitzschnell und versenkte den Ball im leeren Tor. Nicht nur Neuer wirkte daraufhin angeknockt und konsterniert. „Wir haben uns natürlich mehr vorgenommen“, sagte Neuer nach dem Spiel gegenüber Goal.com. Dazu zeigte er sich äußerst selbstkritisch: „Ich möchte auch gar nicht zu sehr über die Leistung der Mannschaft reden, sondern lieber über meine. Ich habe die Einleitung gegeben durch meinen Fehler. […] Wir haben die ersten drei Punkte liegen gelassen.“

Das Aufbauspiel nicht kreativ, die Offensive zerrieb sich an den Gladbachern und viele Fehler im Aufbauspiel – die Mängelliste bei den Bayern ist lang. Ganze sieben Mal liefen die Rothosen in die Gladbacher Abseitsfalle. Bei der Borussia pfiff der Schiedsrichter nur ein einziges Mal. Eine Statistik, die Ausdruck der Kontertaktik der Fohlen ist, die perfekt aufging. Sie setzten die Gäste früh unter Druck, kämpften um jeden Zentimeter des Rasens und zerlegten so die Münchener, denen nichts einfallen wollte.



Kroos und Robben bemängeln die einfachen Fehler

„Wir haben gar nicht mal so schlecht den Ball kombinieren lassen, waren nicht ganz durchschlagskräftig genug“, so Toni Kroos zu Goal.com. Der Mittelfeldstratege fühlte sich auf der linken Seite sichtlich unwohl. „Wir hatten aber teilweise gute Ballkontakte und haben gar nicht schlecht gespielt, aber wenn man nach Ballverlusten so einfache Tore bekommt, ist es natürlich schwer hier zu gewinnen. Weil wenn Gladbach eine Stärke hat, dann ist das das Umschalten. Dann muss man Ballverluste natürlich vermeiden“, stellte er fest. Eben diese Ballverluste trieben die Gäste in die Falle. Reus, Hanke und insbesondere der wie entfesselt aufspielende Patrick Herrmann ließen die statisch wirkenden Akteure in Rot alt aussehen.

Trotz des vielen Ballbesitzes verloren die Bayern nicht nur die wichtigen Duelle, sondern mit 56,7 Prozent auch einen Großteil der Zweikämpfe auf dem Rasen. Die Gladbacher waren schlicht bissiger. Auch Arjen Robben gelang im Spiel praktisch gar nichts: „Wir kommen hier natürlich hin, um ein gutes Spiel zu machen. Dann machen wir es uns selbst schwierig“, so der Niederländer gegenüber Goal.com. „Wir hatten erwartet, dass wir mehr Ballbesitz haben würden und das Spiel machen müssten, aber man darf nicht so einfache Fehler machen und die Tore einfach her schenken. […] Es war deutlich heute“, sagte er nach dem Schlusspfiff.

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