Africa Cup of Nations 2012: Die fehlenden Stars

Nigeria, Südafrika, Kamerun, Algerien, Togo und Titelverteidiger Ägypten haben sich nicht für den Afrika Cup qualifiziert. Es fehlen einige Stars. Goal.com präsentiert sie euch.

Von Patrick Reichardt

Samuel Eto'o - Camerun (Getty Images)
Getty Images
Libreville. Bei einer Europameisterschaft kommt es schon mal vor, dass sich ein Topteam aufgrund hoher Leistungsdichte nicht qualifiziert. In Afrika war man dies bislang eher nicht gewohnt. Dieses Mal blieben einige renommierte Teams auf der Strecke. Und damit auch einige Stars des afrikanischen Fußballs.

Samuel Eto’o (Kamerun, Anschi Maschatschkala, 30 Jahre)

Neben Didier Drogba der Star auf dem afrikanischen Kontinent, fehlt Samuel Eto’o beim Africa Cup of Nations 2012. Senegal war in der Qualifikation zu stark und den Kamerunern mit 16 Punkten deutlich enteilt. Danach kam es zu einem Eklat: Eto’o forderte im vergangenen Jahr zu einem Boykott auf, den das Team auf Rat des Kapitäns verwirklichte. Eto’o wurde zunächst für 15 Spiele gesperrt, die Sperre wurde im Nachhinein auf acht Monate reduziert. Bereits 2002 war der Angreifer von Maschatschkala mit Kamerun bei der WM, 2010 führte er das Team aufs Feld. Mit 54 Toren ist Eto’o klarer Rekordtorschütze der „unzähmbaren Löwen“.

John Obi Mikel (Nigeria, FC Chelsea, 24 Jahre)

In Nigeria ist er wohl der individuell stärkste Fußballer, trotzdem brachte John Obi Mikel in der Nationalmannschaft nie so recht einen Fuß auf dem Boden. Als Highlight steht noch heute ein dritter Platz beim Afrika Cup 2006. Insgesamt bringt es Mikel nur auf 13 Spiele im Trikot der Nigerianer. Warum jene nicht am Afrika Cup teilnehmen? Weil Guinea in der Qualifikationsgruppe B stärker war. Der WM-Teilnehmer von 2010 holte aus zwei Spielen gegen Guinea nur einen Punkt und scheiterten so an der Qualifikationshürde, Gruppensieger zu werden.

Benni McCarthy (Südafrika, Orlando Pirates, 34 Jahre)

2010 noch euphorischer WM-Gastgeber, werden die „Bafana Bafana“ beim Afrika Cup 2012 fehlen. Ganze vier Punkte aus drei Spielen holte man in der WM-Vorrunde vor zwei Jahren, in der Qualifikationsrunde zum Afrika Cup waren es neun. Und damit einer zu wenig. Aufgrund eines komplizierten Direktvergleichs scheiterte Südafrika und wird in Äquatorialguinea / Gabun nicht teilnehmen. 2013 (der Afrika-Cup ändert den Rhythmus, um nicht im WM-Jahr zu spielen) wird Südafrika Gastgeber sein. Als wohl bekanntester Spieler fehlt Benni McCarthy beim ab Samstag laufenden Kontinentalturnier.

Emmanuel Adebayor (Togo, Tottenham Hotspurs, 27 Jahre)

Der afrikanische Kleinstaat Togo hat auf Nationalmannschaftsebene seinen größten Erfolg einem Angreifer zu verdanken: Emmanuel Adebayor schoss die Togolesen 2006 mit elf Treffern zur Weltmeisterschaft und war damit Toptorschütze in der gesamten Afrikazone. Insgesamt bringt es der Spieler von Manchester City, der derzeit an die Tottenham Hotspurs ausgeliehen ist, auf 23 Tore in 42 Spielen. Adebayor beendete seine Nationalmannschaftskarriere im April 2010. Auch Togo ist für den Wettbewerb nicht qualifiziert.


 Der Stürmer mit der Nummer 4: Emmanuel Adebayor spielt nicht mehr für Togo

Gedo (Ägypten, Al-Ahly Kairo, 27 Jahre)


Afrika Cup-Sieger 2006, Titelverteidigung 2008 und der Hattrick im Jahr 2010. So liest sich Ägyptens Bilanz in den vergangenen drei Turnieren. Da haben wir ja bereits einen Topfavoriten für 2012 – denkste. Der amtierende Titelträger verpasste die Qualifikation zum Kontinentalturnier. Und zwar nicht knapp, sondern richtig krachend. Ein Sieg aus sechs Spielen sowie fünf geschossene Tore bedeuteten den abgeschlagenen letzten Platz in der Qualifikationsgruppe G. Wen hebt man aus diesem Team raus, das als Kollektiv drei Titel holte? Wir haben uns für Gedo, den Torschützenkönig des Afrika Cups 2010 entschieden. Er erzielte nicht nur fünf Tore, sondern auch das entscheidende Finaltor gegen Ghana, um seinem Land zum Titelhattrick zu verhelfen.

Kevin-Prince Boateng (Ghana, AC Mailand, 24 Jahre)

Obwohl Kevin-Prince Boateng bislang keine übermäßig sensationelle Karriere hingelegt hat, ist er allen Fußballfans geläufig. Weil er der Bruder von Jerome Boateng ist? Weil er Michael Ballack für die WM 2010 verletzt hat? Weil er durch Leistung bei der WM 2010 aufgefallen ist? Sollte der letzte Punkt zutreffen, hat sich dies nun bereits wieder erledigt. Kevin-Prince Boateng ist im November aus der Nationalmannschaft Ghanas zurückgetreten. Kritiker werfen ihm vor, Ghanas Nationalteam lediglich als Sprungbrett für seine Karriere benutzt zu haben. Boateng bestritt ganze neun Länderspiele für Ghana.

Michael Essien (Ghana, FC Chelsea, 29 Jahre)

Seit knapp sieben Jahren spielt Michael Essien für den FC Chelsea. In 114 Einsätzen erzielte er dabei zwar nur 13 Tore, sammelte aber einige Titel. Legendär ist bis heute sein Volleytor gegen den FC Barcelona im Halbfinale der Champions League. Was die Nationalmannschaft angeht, gilt Essien, obgleich Leistungsträger, als Pechvogel. Bei der WM 2006 wirkte er in der Vorrunde mit, holte sich allerdings im letzten Spiel gegen die USA seine zweite Verwarnung und fiel damit für das Spiel gegen Brasilien (0:3) aus. Für die WM 2010 musste Essien bereits im Januar 2010 absagen, da er sich beim Afrika Cup schwer verletzte. Da 2011 erneut eine langfristige Verletzung folgte, nimmt Essien an der Afrikameisterschaft 2012 nicht teil.


Von Verletzungen gestoppt: Ex-Kapitän Michael Essien fehlt auf Ghanas Titelmission

Eure Meinung: Welcher dieser sieben Akteure wird euch beim Afrika Cup besonders fehlen?

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