Alexander Merkel: „Wer abhebt, hat schon verloren“

Der 19-Jährige gilt seit zwei Jahren als eines der größten deutschen Nachwuchstalente und sammelt in Italien wichtige Erfahrungen.

Von Fabio Porta

Alexander Merkel vom FC Genua
Bongarts
Genua. Alexander Merkel zählt seit geraumer Zeit als große deutsche Nachwuchshoffnung. Der in Kasachstan geborene Mittelfeldspieler hat bereits in der letzten Saison beim AC Mailand auf sich aufmerksam gemacht und wurde in dieser Saison an den FC Genua ausgeliehen, wo er zu überzeugen wusste. Goal.com wirft einen Blick auf die Entwicklung des jungen Talents.

Karrierebeginn bei JSG Westerwald

Im Jahre 1998 begann Alexander Merkel seine Karriere bei JSG Westerwald, einem kleinen Amateurverein. Mit elf Jahren kam er in die Jugend des VfB Stuttgart. Dort wurde schon früh klar, dass er mal ein ganz Großer wird. Mit seinem tollen Ballgefühl und seiner Torgefahr wurde er schnell zu einem vielversprechenden zentralen Mittelfeldspieler. Das Jahr 2008 sollte ein sehr wichtiges werden: Bei einem Jugendturnier der U15-Nationalmannschaften wurde er von Alberigo Evani, einem Talentscout, beim Spiel zwischen Deutschland und der Schweiz (4:1) entdeckt. Danach waren Bayern München und der Hamburger SV an einer Verpflichtung von Merkel interessiert, doch den Zuschlag erhielt überraschend der AC Mailand.

Merkel überzeugt

In Italien wurde er zunächst in der Jugendmannschaft eingesetzt. Dort spielte er so stark, dass er in der Saison 2009/2010 den Sprung in die erste Mannschaft schaffte. Der damalige Trainer Leonardo berief Merkel im Spiel gegen Chievo Verona in den Kader, ließ ihn aber nicht spielen. Danach spielte er weiter eine entscheidende Rolle in der Jugendmannschaft, wurde jedoch nicht wieder in das erste Team berufen. In dieser Saison feierte er jedoch seinen bis dato größten Erfolg: Mit der Jugendmannschaft gewann er den italienischen Pokal.



Allegri glaubt an den Jungen

Im Sommer 2010 wurde Massimiliano Allegri als neuer Trainer des AC Mailand vorgestellt. Dieser ließ ihn beim Emirates Cup gegen Olympique Lyon und den FC Arsenal auflaufen, wo er einen guten Eindruck hinterließ. Daraufhin baute Allegri immer mehr auf Merkel und setzte ihn öfter in der ersten Mannschaft ein. Die Jugendmannschaft war Geschichte, ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen. Im Dezember dann das große Highlight: Gegen Ajax Amsterdam wurde Merkel in der Champions League eingesetzt. Danach saß er in der Serie A gegen den AS Rom auf der Bank. In diesen Wochen überschlugen sich die Ereignisse: Deutschland und Russland lieferten sich ein Duell um Merkel, der sich am Ende für Deutschland entschied.

Serie-A-Debüt im Januar

Gegen Cagliari wurde er erstmals von Beginn an eingesetzt. Bei der Partie der Coppa Italia gegen Bari war es soweit: Merkel erzielte am 20. Januar sein erstes Pflichtspiel-Tor für den AC Mailand. Aufgrund vieler Verletzungen war Allegri gezwungen, Merkel im entscheidenden Spiel im Achtelfinale der Champions League gegen die Tottenham Hotspurs einzusetzen. Danach wurde es allerdings etwas ruhiger um das Talent. Er konnte nicht mehr großartig auf sich aufmerksam machen. Nach der Saison wurde Merkel an Genuar ausgeliehen, um dort mehr Spielpraxis zu erhalten.

„Ich wollte nur regelmäßig spielen“

In einem Interview mit 11Freunde äußerte sich Merkel im zu dem Leihgeschäft: „Ich wollte einfach nur regelmäßig spielen, denn nur so kann ich mich weiterentwickeln. Bei Milan hat man als junger Spieler anfangs eben nur wenige Einsatzzeiten. Um besser zu werden, muss man regelmäßig spielen. Deswegen habe ich mich entschieden, bei einem etwas kleineren Verein Spielpraxis zu sammeln.“



Milan im Herzen

Zurzeit will sich Merkel auf den FC Genua konzentrieren, wo er bereits zwölf Mal von Beginn an spielte und drei Assists lieferte: „Jetzt zählt erst einmal nur Genua. Aber Milan wird immer einen Platz in meinem Herzen haben. Ich bin mit 14 aus Stuttgart nach Mailand gezogen, habe von heute auf morgen allein im Milan-Internat gewohnt, ohne ein Wort italienisch zu sprechen. Heute spreche ich die Sprache fließend. Diese Zeit hat mich geprägt und wird mich immer an Milan binden. Ich habe dort wahnsinnig viel gelernt – über mich und über den Fußball“, so der 19-Jährige weiter.

Merkel schwärmt von den Stars

Beim AC Mailand trainierte er mit Größen wie Ronaldinho, Clarence Seedorf, Andrea Pirlo oder Gennaro Gattuso. Der Umgang war völlig normal: „Wie sich diese Spieler um mich gekümmert haben, war einmalig. Mit all ihren Erfolgen und ihrer Erfahrung hätte sie es nicht nötig gehabt, mir Tipps zu geben. Aber so denken diese Spieler nicht. Sie helfen einem, wo es nur geht. Bei Milan war jeder gleich. Mein einziger Nachteil: Ich musste beim Aufwärmen immer als erstes in den Kreis. Aber damit kann man leben, wenn um einen herum ausschließlich Weltstars stehen“, fügte er hinzu.

Bierhoff und Löw beobachten Merkel, Werder zeigt Interesse

In Genua spielte er bisher eine gute Saison. Erst kürzlich gaben Joachim Löw und Oliver Bierhoff bekannt, Merkel zu beobachten. Werder Bremen bekundete Interesse an dem jungen Deutschen. Das wildeste Gerücht ließ auch nicht lange auf sich warten: Der AC Mailand soll den zentralen Mittelfeldspieler Manchester City anbieten, um Carlos Tevez zu bekommen. Dieses Gerücht ist allerdings sehr vage. Wie es aussieht, wird Merkel auf jeden Fall im Sommer zu den Rossoneri zurückkehren, denn diese prophezeien dem 19-Jährigen eine großartige Karriere.

Eure Meinung: Wird Alexander Merkel in Zukunft den Erwartungen gerecht?

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