FC Bayern München: David Alaba und der falsche BVB-Stolz!

Kommentar - Das Bayern-Talent ist beim Rekordmeister auf dem Durchmarsch. Was er mit dem Reus-Transfer zu tun hat...

Von Maximilian Bensinger

David Alaba traf gegen den 1. FC Köln
Bongarts
München. Wer David Alaba nicht kennt und ihn zum ersten Mal sprechen hört, der staunt nicht schlecht. Aussehen tut das Talent des FC Bayern München wie eine Philippine, aber mit einem astreinen Wiener Schmäh. Eine lustige und gleichzeitig sympathische Erscheinung, dieser David aus Wien…

Mittlerweile kennt jeder David Alaba, denn der Ösi-Kicker spielt bereits einige Zeit beim deutschen Rekordmeister. Dabei ist er gerade 19 Jahre alt – und hat bereits einige Rekorde aufgestellt. Doch Alaba ist nicht der typische Shootingstar, wie man es beispielsweise von einem Mario Götze oder Marco Reus gewohnt ist…

Alaba statt Reus!

Dennoch könnte das Bayern-Juwel einer der Hauptgründe sein, wieso Marco Reus ab nächster Saison bei Borussia Dortmund spielt - und nicht beim FC Bayern. Sie spielen nicht immer die selbe Position, doch das Bayern-Mittelfeld ist dicht besetzt. Es ist schon amüsant, wie stolz sich die Anhänger und BVB-Verantwortlichen mit ihrem Transfer-Coup brüsten. Ebenso amüsant sind die Spitzen aus München, die den Westfalen diesen Sieg nicht gönnen. Es gibt jedoch einen feinen Unterschied...

Gemütliche Außenseiterrolle...

Während sich die Dortmunder seit der letzten Saison gerne in der Außenseiterrolle laben und diese sogar angesichts eines zweistelligen Punktevorsprungs gnadenlos durchhielten, wirkt vor allem Christian Nerlinger langsam angefressen. Denn jeder Punktgewinn gegen seine Bayern wird weiterhin als große Sensation gefeiert. Eine Sichtweise, die man nachvollziehen kann - so ließ es sich Nerlinger nicht nehmen, die Borussia erneut zu kitzeln. Die BVB-Verantwortlichen in Form von Hans-Joachim Watzke denken jedoch gar nicht daran, sich auf einen offenen Meisterschaftszweikampf einzulassen. Zu frenetisch und extatisch könnte man weitere Erfolge als Außenseiter feiern...

Übermütige Dortmunder?

Dennoch werden die Töne aus der Westfalen-Metropole forscher. Nach dem Reus-Transfer fühlt sich der amtierende Deutsche Meister bestätigt und sogar bestärkt. So konterte der BVB-Geschäftsführer gegenüber der Bild: „Da spielen auch noch ein paar wirtschaftliche Parameter eine Rolle. Aber das ist nicht unbedingt die Materie von Nerlinger.“ Man will weiterhin das Außenseiterimage beibehalten, aber die Spitze gegen den Bayern-Manager konnte sich Watzke dennoch nicht verkneifen. Angesichts der Dortmunder Vergangenheit ist dieser kleine aber feine Nebensatz ganz schön frech, vielleicht sogar unangebracht. Egal wie unerfahren Christian Nerlinger ist, steht es wohl niemandem zu, einem Bayern-Verantwortlichen aus der operativen Manegementebene die wirtschaftliche Kompetenz abzusprechen. Auch wenn der BVB-Boss damit die eigenen Finanzen meinte, seine Worte waren bewusst gewählt...

Falscher BVB-Stolz?

Ohne Frage handelt es sich bei beiden Protagonisten um kompetente Fachleute, die sich mit dieser medialen Schlammschlacht keinen Gefallen tun. Nun aber zurück zum Reus-Transfer. Der Kauf des Gladbach-Stars ist ein gewaltiges Statement, ein klares Zeichen an die Konkurrenz und erfüllt zu zudem die Anhänger mit Stolz. Die Bayern werden in den Medien als Verlierer dargestellt. Dieses Bild bedienen Fans und Verantwortliche der Dortmunder natürlich gerne. Nach dem sportlichen Sieg als Underdog, folgte nun auch auf dem Transfermarkt der Außenseitersieg. In der Schlussfolgerung gibt es jedoch einen Interpretationsfehler.

Bayern gibt nach...

Während die Dortmunder für diese Verpflichtung alles in die Waagschale warfen, haben die Münchner zu einem bestimmten Zeitpunkt locker gelassen. Eine Stammplatzgarantie hätte Reus nie bekommen. Ob der Nationalspieler diese forderte oder nicht, ist nur sekundär wichtig. Fakt ist, dass die Bayern nicht alle Karten ausgespielt haben. Grund dafür ist das aktuelle Bayern-Personal - Spieler wie David Alaba...


Langsam, aber sicher…

Langsam und behutsam wurde Alaba bereits mit 17 Jahren an den Profikader der Bayern-Profis herangeführt. In seiner Debütsaison war er fester Bestandteil der Amateurmannschaft und Hermann Gerland schätzte den jungen Österreicher von der ersten Trainingseinheit an. Während er in München noch ein unbeschriebenes Blatt war, gab er mit 17 Jahren bereits sein Debüt in der österreichischen Nationalmannschaft.

Rekord-Bubi

Damit ist der Alpenrepublikaner der jüngste Spieler, der jemals für die Ösi-Elf debütierte. Nur einer von mehreren beeindruckenden Rekorden. Alaba ist der jüngste Bayern-Spieler, der in allen drei großen Wettbewerben (Bundesliga, Champions League, DFB-Pokal) zum Einsatz kam. Ein Zeichen für Qualität, das jedoch bei weitem keine Garantie für eine erfolgreiche Karriere ist. Nach zwei Jahren des Lernens, scheint er nun den Weg in die Top-15 des FC Bayern gefunden zu haben.

Durchbruch geschafft! Was folgt 2012?

Nach einer Leihe zur TSG Hoffenheim bestand Jupp Heynckes darauf, den agilen Mittelfeldmann in dieser Saison zu behalten. Das Ergebnis gibt dem Trainingsleiter Recht. David Alaba bewies in 15 Bundesliga-, vier Champions-League-, und drei DFB-Pokal-Einsätzen seinen großen Entwicklungssprung. Nicht umsonst wurde der bescheidene Junge aus Wien 2011 zu Österreichs Fußballer des Jahres gewählt – der jüngste Preisträger aller Zeiten.

Kein Muskelmann, aber agil!

Vor allem im physischen Bereich hat der 19-Jährige einen großen Schritt gemacht. Endlich kann er sich für seine technischen Stärken den nötigen Platz verschaffen. Im Gegensatz zu Talenten wie Götze, Reus und Co, die von Null auf Hundert starteten, durchschreitet Alaba eine Schritt-für-Schritt-Entwicklung. Noch ist er ein Star der zweite Reihe, was beim größten deutschen Klub keine Überraschung ist – doch der Österreicher beansprucht längst einen festen Platz im Bayern-Team.

Talentschmiede im Hause Alaba

Entwickelt sich Alaba ähnlich konstant weiter, kann sich die Bundesliga schon bald über einen neuen Star freuen. Das Talent, das Potenzial und den unbändigen Willen hat der Youngster jedenfalls. Und dass bei den Alabas nicht mit Talent gegeizt wird, zeigt ein Blick auf seine Familie. Sein Vater war ein österreichischer Rapper, der sogar in den österreichischen Charts vertreten war. Seine Schwester schaffte es letztes Jahr in die Girlgroup der österreichischen Staffel von Popstars. Der erste Nummer-1-Hit von David ist nur eine Frage der Zeit. Vielleicht schon in diesem Sommer auf dem Marienplatz…

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