|
|
Borussia Mönchengladbach: Wie schwer wiegt der Abgang von Roman Neustädter?
Neben dem Wechsel von Marco Reus zu Borussia Dortmund geriet eine zweite Personalie fast in den Hintergrund. Auch Neustädter geht. Doch was bedeutet das für den Verein?
Von Gregor Becker
Getty Images
Mönchengladbach. Nun steht es also fest. Roman Neustädter verlässt Borussia Mönchengladbach im Sommer ablösefrei Richtung Schalke 04 und unterzeichnet einen Vier-Jahres-Vertrag bei den „Königsblauen“. Seine Auftritte im Borussendress waren vielleicht weniger spektakulär als die seines Mannschaftskameraden Marco Reus, doch aus der Stammelf war der Dauerläufer unter Trainer Lucien Favre bisher nicht wegzudenken. Nachdem der Spieler seine Zukunft geklärt hat, bleibt Sportdirektor Max Eberl eine Rückrunde lang Zeit, um seinem Coach Lucien Favre einen adäquaten Ersatz zu präsentieren. Doch möglicherweise ist der sogar schon da.
Aller Anfang war schwer
Zu Beginn seines Engagements bei Borussia Mönchengladbach hätte es wohl niemand für möglich gehalten, dass man Roman Neustädter überhaupt jemals ersetzen müsste. Der gebürtige Ukrainer machte in der Zweitligasaison 2008/2009 mit 16 Einsätzen für den FSV Mainz 05 auf sich aufmerksam und wechselte im Anschluss damals ablösefrei an den Niederrhein. Dort schaffte er den Sprung in den Profikader zunächst jedoch nur selten und lief meist für das Regionalligateam der Borussen auf.
Doch Mitte der letzten Saison war es dann soweit. Neustädter stabilisierte sich und der damalige Coach Michael Frontzeck schenkte ihm statt des wechselwilligen Michael Bradley das Vertrauen in der defensiven Mittelfeldzentrale. Dort überzeugte der 23-Jährige auch nach dem Trainerwechsel und stand seit Beginn der Vorrunde in allen 17 Spielen von Beginn an auf dem Platz.
Defensiv zuverlässig - offensiv ausbaufähig
Neustädters Stärken liegen im Zweikampf, er verrichtet enorme Laufarbeit, schließt dabei Lücken und stellt Passwege zu. Meist tut er dies zuverlässig an der Seite von Havard Nordtveit, der den defensiveren Part der Doppelsechs übernimmt. Gladbachs Nummer 13 wurde häufig mit Michael Ballack verglichen, doch gerade die Offensivqualitäten des ehemaligen Nationalspielers gehen dem Mittelfeldspieler ab.
Oft fehlte ihm beim finalen Pass oder beim Torabschluss noch die letzte Entschlossenheit und das, obwohl Neustädter über eine anständige Technik und einen feinen rechten Fuß verfügt. Auch unter dem akribisch arbeitenden Trainer Favre konnte sich der Abräumer in dieser Hinsicht (noch) nicht weiterentwickeln. Deshalb bietet sich für die Gladbacher genau hier auch eine Chance. Nämlich die der Installation eines offensiven Sechsers, der die Torgefahr im Mittelfeld der „Fohlenelf“ erhöht.
Alternativen Ring und Cigerci
Über Alternativen verfügt der Klub spätestens seit der Verpflichtung des Finnen Alexander Ring von HJK Helsinki und des 19-jährigen Tolga Cigerci vom VfL Wolfsburg. Beide Talente kamen in der Winterpause und sind mit Leihverträgen bis 2013 inklusive Kaufoption ausgestattet. Bei den Testspielen gegen Nürnberg (3:2) und Darmstadt 98 (3:2), die im Rahmen der Saisonvorbereitung im türkischen Belek stattfanden, wussten sowohl Ring als auch Cigerci bereits zu überzeugen.
Der Finne, der dem polyvalenten Spielertyp Favres entspricht, vertrat in diesen Partien Arango auf dem linken Flügel und erzielte dabei drei Treffer. Gewöhnt sich der Neuzugang an das Tempo in der Bundesliga und verinnerlicht er das System des Trainers, könnte Ring bereits zur Rückrunde eine Alternative für die Schaltzentrale darstellen. Der deutsche A-Jugend-Meister Cigerci scheint sich ebenso schnell integrieren zu können und auch er steuerte einen Treffer zu den Testspielsiegen bei.

Aus Fünf mach Eins
Dass Trainer Lucien Favre Stärken in der Weiterentwicklung junger Talente hat, konnte er bei seinen bisherigen Stationen immer wieder unter Beweis stellen. Neben den beiden Neuzugängen stehen dem Coach mit Julian Korb, Tony Jantschke und Matthias Zimmermann drei weitere junge Spieler zur Verfügung, die die Position im defensiven Mittelfeld ausfüllen könnten. Zudem bleibt Favre nun ein halbes Jahr Zeit aus insgesamt fünf Nachwuchsleuten, den richtigen herauszupicken, während Sportdirektor Eberl den Markt mit den Reus-Millionen in der Hinterhand weiter sondieren kann.
Borussia Mönchengladbach scheint also gerüstet. Nur für Roman Neustädter könnte die Luft dünner werden. Denn sollte sich einer der oben genannten Akteure kurzfristig in den Vordergrund spielen, wird sicher die Perspektive über einen Stammplatz in der Rückrunde entscheiden - und die spricht nicht für den zukünftigen Schalker.
Eure Meinung: Wer könnte und sollte Neustädter aus eurer Sicht ersetzen?
Aller Anfang war schwer
Zu Beginn seines Engagements bei Borussia Mönchengladbach hätte es wohl niemand für möglich gehalten, dass man Roman Neustädter überhaupt jemals ersetzen müsste. Der gebürtige Ukrainer machte in der Zweitligasaison 2008/2009 mit 16 Einsätzen für den FSV Mainz 05 auf sich aufmerksam und wechselte im Anschluss damals ablösefrei an den Niederrhein. Dort schaffte er den Sprung in den Profikader zunächst jedoch nur selten und lief meist für das Regionalligateam der Borussen auf.
Doch Mitte der letzten Saison war es dann soweit. Neustädter stabilisierte sich und der damalige Coach Michael Frontzeck schenkte ihm statt des wechselwilligen Michael Bradley das Vertrauen in der defensiven Mittelfeldzentrale. Dort überzeugte der 23-Jährige auch nach dem Trainerwechsel und stand seit Beginn der Vorrunde in allen 17 Spielen von Beginn an auf dem Platz.
Defensiv zuverlässig - offensiv ausbaufähig
Neustädters Stärken liegen im Zweikampf, er verrichtet enorme Laufarbeit, schließt dabei Lücken und stellt Passwege zu. Meist tut er dies zuverlässig an der Seite von Havard Nordtveit, der den defensiveren Part der Doppelsechs übernimmt. Gladbachs Nummer 13 wurde häufig mit Michael Ballack verglichen, doch gerade die Offensivqualitäten des ehemaligen Nationalspielers gehen dem Mittelfeldspieler ab.
Oft fehlte ihm beim finalen Pass oder beim Torabschluss noch die letzte Entschlossenheit und das, obwohl Neustädter über eine anständige Technik und einen feinen rechten Fuß verfügt. Auch unter dem akribisch arbeitenden Trainer Favre konnte sich der Abräumer in dieser Hinsicht (noch) nicht weiterentwickeln. Deshalb bietet sich für die Gladbacher genau hier auch eine Chance. Nämlich die der Installation eines offensiven Sechsers, der die Torgefahr im Mittelfeld der „Fohlenelf“ erhöht.
Alternativen Ring und Cigerci
Über Alternativen verfügt der Klub spätestens seit der Verpflichtung des Finnen Alexander Ring von HJK Helsinki und des 19-jährigen Tolga Cigerci vom VfL Wolfsburg. Beide Talente kamen in der Winterpause und sind mit Leihverträgen bis 2013 inklusive Kaufoption ausgestattet. Bei den Testspielen gegen Nürnberg (3:2) und Darmstadt 98 (3:2), die im Rahmen der Saisonvorbereitung im türkischen Belek stattfanden, wussten sowohl Ring als auch Cigerci bereits zu überzeugen.
Der Finne, der dem polyvalenten Spielertyp Favres entspricht, vertrat in diesen Partien Arango auf dem linken Flügel und erzielte dabei drei Treffer. Gewöhnt sich der Neuzugang an das Tempo in der Bundesliga und verinnerlicht er das System des Trainers, könnte Ring bereits zur Rückrunde eine Alternative für die Schaltzentrale darstellen. Der deutsche A-Jugend-Meister Cigerci scheint sich ebenso schnell integrieren zu können und auch er steuerte einen Treffer zu den Testspielsiegen bei.

Aus Fünf mach Eins
Dass Trainer Lucien Favre Stärken in der Weiterentwicklung junger Talente hat, konnte er bei seinen bisherigen Stationen immer wieder unter Beweis stellen. Neben den beiden Neuzugängen stehen dem Coach mit Julian Korb, Tony Jantschke und Matthias Zimmermann drei weitere junge Spieler zur Verfügung, die die Position im defensiven Mittelfeld ausfüllen könnten. Zudem bleibt Favre nun ein halbes Jahr Zeit aus insgesamt fünf Nachwuchsleuten, den richtigen herauszupicken, während Sportdirektor Eberl den Markt mit den Reus-Millionen in der Hinterhand weiter sondieren kann.
Borussia Mönchengladbach scheint also gerüstet. Nur für Roman Neustädter könnte die Luft dünner werden. Denn sollte sich einer der oben genannten Akteure kurzfristig in den Vordergrund spielen, wird sicher die Perspektive über einen Stammplatz in der Rückrunde entscheiden - und die spricht nicht für den zukünftigen Schalker.
Eure Meinung: Wer könnte und sollte Neustädter aus eurer Sicht ersetzen?
Goal.com-Flutlicht
/* empty because this one does not have controls */?>
-
Die Lehren der Woche: 60 Millionen für die geschundene Bayern-Seele, aber alle gegen Robben
Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...
-
Ihr habt gewählt: Eure Trainer der Saison heißen Jürgen Klopp und Lucien Favre
Vor einigen Tagen haben wir euch dazu aufgefordert, euren Trainer der Saison zu wählen. Ihr habt enschieden!
-
Ihr habt gewählt - Euer Moment der Saison: Robbens letzte Minuten in Dortmund
Vor einigen Tagen haben wir euch dazu aufgefordert, euren Moment der Saison zu wählen. Ihr habt enschieden!
-
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde