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Graham Hunter: „Ohne Johan Cruyff gäbe es weder Lionel Messi, noch Andres Iniesta oder Pep Guardiola“
Goal.com präsentiert exklusive Inhalte aus Graham Hunters Buch über den FC Barcelona. Heute wirft er einen Blick auf Cruyff, ohne den die Katalanen heute nicht ganz oben stünden.
Von Graham Hunter, übersetzt von Rafael Corradino
Johan Cruyff - Barcelona
Wenn die 175 000 Mitglieder des FC Barcelona sich Nacht für Nacht brav in einer Reihe aufstellen würden, um ihm die Füße zu massieren, ihn mit Speisen zu verwöhnen und ihn ins Bett zu bringen; wenn sie seine Golfschläger über alle 18 Löcher des Montanya-Golfplatzes tragen würden und ihm 50 Cent ihres jährlichen Einkommens spenden würden... das alles würde noch lange nicht reichen, um die Schuld zu begleichen, die jeder, der den Verein liebt, bei Johan Cruyff hat.
Ohne ihn gäbe es weder Pep Guardiola, noch Lionel Messi, Xavi oder Andres Iniesta. Sie wären zu langsam gewesen, zu klein - durchschnittliche Fußballer eben.
Das Genie aus Amsterdam schuf die Grundlagen, dank derer diese Akteure zu den Spielern wurden, die sie heute sind. Ohne Cruyff wären diese Geschichten heute nicht geschrieben.
Sogar die größte, aktuelle Ära der Katalanen trägt seine Handschrift: Die Art des Trainings, die Spielweise, das Auswahlverfahren der Jugendakademie und der Trainer und vor allem die Tatsache, dass das Vergnügen, das Entertainment nur knapp hinter dem Verlangen zu Siegen steht, beruhen auf seiner Arbeit.
Zwei Mal kam er in das Camp Nou - erstmals 1974, als er der erste Akteur mit einer Ablösesumme von einer Millionen Euro wurde und 1988 als Trainer ohne herausragende Erfolge: Die Liga wurde oft erst am letzten Spieltag gewonnen und fiel einer massiven Demütigung der Madrilenen zum Opfer; das Real Madrid, welches Cruyffs Goliath wurde. Vier internationale Trophäen holte er außerdem. 1992 gegen Sampdoria Genua, damals mit Luca Vialli und Roberto Mancini, holte er den ersten UEFA Cup für die Katalanen.

Der FC Barcelona hat ein großes Repertoire an Trainern und Angestellten hervorgebracht, die von Cruyff ausgebildet wurden. Guardiola, Andoni Zubizarreta, Guillermo Amor, Eusebio Sacristan, Juan Carlos Unzue, Oscar Garcia, Tito Vilanova und Rexach sind bezeichnende Beispiele. Sergi Barjuan ist ein weiteres, er hat den Klub im Juli 2011 verlassen.
Die Welt darf noch immer die Ernte der Samen bestaunen, die 1988 gepflanzt wurden. Als Cruyff in Barcelona ankam, war er strikt gegen den Aufbau der Jugendakademie, in der jede Altersklasse einen anderen Trainer hatte, der wiederum eine andere Spielphilosophie vertrat. Es gab kein „Credo des FC Barcelona“. Es gab 13 Jahrgänge mit 13 verschiedenen Spielstilen, welche die Jungs jedes Jahr neu erlernen mussten.
Seinen Mitarbeitern gab Cruyff folgende Richtlinien: a) jeder Jahrgang sollte basierend auf den gleichen Konzepten und dem immer gleichen 3-4-3-System trainiert werden, b) die besten Jugendspieler müssten ein bis zwei Jahrgänge über ihrem eigentlichen Jahrgang trainieren und c) diese „perlas de la cantera“, die Juwelen des Jugendsystems, sollten so früh als möglich an die erste Mannschaft heran geführt werden.
Sie haben Stellungsspiel trainiert, One-Touch-Football, das Spiel gegen den Ball - all diese Konzepte blühten unter Rijkaard und Guardiola auf. Diese Strategie und das Festhalten an kreativem, schnellem Angriffsfußball und genauem Passspiel, das alles ist sein Vermächtnis.
Cruyff hat neue Strukturen geschaffen und die Jugendakademie der Katalanen revolutioniert. Seine Schüler, die bereits die Früchte des neuen Systems ernteten, als er am 18. Mai 1996 entlassen wurde, sollten unter Rijkaard und Guardiola die Champions League gewinnen.
An diesem 18. Mai war Xavi Hernandez Creus mit 16 Jahren bereits fünf Jahre in der neu geformten Jugendabteilung zu Gange. Andres Iniesta wurde gerade entdeckt, Victor Valdes hatte bereits vier Jahre in Barcelona verbracht und der 17-jährige Carles Puyol wurde soeben verpflichtet - um als Flügelspieler zu agieren.
Dank Cruyffs System änderte sich nicht nur das Training der herausragenden Spieler, sondern auch die Kritierien beim Scouting. Resultierend hieraus entschied sich der Klub nun ausnahmslos und durchweg für die Besten der Besten und vor allem die passendsten für das System. Sie sollten eines Tages zum stärksten Team der Welt avancieren.
www.backpagepress.co.uk
BARCA: DAS MAKING OF DES STÄRKSTEN TEAMS DER WELT
Ohne ihn gäbe es weder Pep Guardiola, noch Lionel Messi, Xavi oder Andres Iniesta. Sie wären zu langsam gewesen, zu klein - durchschnittliche Fußballer eben.
Das Genie aus Amsterdam schuf die Grundlagen, dank derer diese Akteure zu den Spielern wurden, die sie heute sind. Ohne Cruyff wären diese Geschichten heute nicht geschrieben.
Sogar die größte, aktuelle Ära der Katalanen trägt seine Handschrift: Die Art des Trainings, die Spielweise, das Auswahlverfahren der Jugendakademie und der Trainer und vor allem die Tatsache, dass das Vergnügen, das Entertainment nur knapp hinter dem Verlangen zu Siegen steht, beruhen auf seiner Arbeit.
Zwei Mal kam er in das Camp Nou - erstmals 1974, als er der erste Akteur mit einer Ablösesumme von einer Millionen Euro wurde und 1988 als Trainer ohne herausragende Erfolge: Die Liga wurde oft erst am letzten Spieltag gewonnen und fiel einer massiven Demütigung der Madrilenen zum Opfer; das Real Madrid, welches Cruyffs Goliath wurde. Vier internationale Trophäen holte er außerdem. 1992 gegen Sampdoria Genua, damals mit Luca Vialli und Roberto Mancini, holte er den ersten UEFA Cup für die Katalanen.

Vom Spieler über den Trainer bis hin zum Berater | Cruyff ist eine Legende in Barcelona
Ohne Cruyff gäbe es kein Dream Team. Ohne Cruyff gäbe es keine herausragende Cantera, die trainiert wurde, um atemberaubenden Fußball. Ohne ihn gäbe es keinen Joan Laporta, den erfolgreichsten Präsidenten des Klubs. Es gäbe auch keinen Frank Rijkaard und keine Wiederbelebung eines fast schon toten Vereins. Es gäbe keinen Guardiola, der selbst behauptet, ohne den Niederländer und dessen Assistenten Charly Rexach nie eine Chance als Trainer einer ersten Mannschaft bekommen hätte.Der FC Barcelona hat ein großes Repertoire an Trainern und Angestellten hervorgebracht, die von Cruyff ausgebildet wurden. Guardiola, Andoni Zubizarreta, Guillermo Amor, Eusebio Sacristan, Juan Carlos Unzue, Oscar Garcia, Tito Vilanova und Rexach sind bezeichnende Beispiele. Sergi Barjuan ist ein weiteres, er hat den Klub im Juli 2011 verlassen.
Die Welt darf noch immer die Ernte der Samen bestaunen, die 1988 gepflanzt wurden. Als Cruyff in Barcelona ankam, war er strikt gegen den Aufbau der Jugendakademie, in der jede Altersklasse einen anderen Trainer hatte, der wiederum eine andere Spielphilosophie vertrat. Es gab kein „Credo des FC Barcelona“. Es gab 13 Jahrgänge mit 13 verschiedenen Spielstilen, welche die Jungs jedes Jahr neu erlernen mussten.
Seinen Mitarbeitern gab Cruyff folgende Richtlinien: a) jeder Jahrgang sollte basierend auf den gleichen Konzepten und dem immer gleichen 3-4-3-System trainiert werden, b) die besten Jugendspieler müssten ein bis zwei Jahrgänge über ihrem eigentlichen Jahrgang trainieren und c) diese „perlas de la cantera“, die Juwelen des Jugendsystems, sollten so früh als möglich an die erste Mannschaft heran geführt werden.
Ohne Cruyff gäbe es kein Dream Team. Ohne ihn gäbe es keine Cantera, es gäbe keinen Joan Laporta, keinen Frank Rijkard und auch keinen Josep Guardiola. |
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Sie haben Stellungsspiel trainiert, One-Touch-Football, das Spiel gegen den Ball - all diese Konzepte blühten unter Rijkaard und Guardiola auf. Diese Strategie und das Festhalten an kreativem, schnellem Angriffsfußball und genauem Passspiel, das alles ist sein Vermächtnis.
Cruyff hat neue Strukturen geschaffen und die Jugendakademie der Katalanen revolutioniert. Seine Schüler, die bereits die Früchte des neuen Systems ernteten, als er am 18. Mai 1996 entlassen wurde, sollten unter Rijkaard und Guardiola die Champions League gewinnen.
Ohne Cruyff gäbe es keinen Messi, keinen Xavi und keinen Iniesta. Sie hätte man als zu klein, zu langsam bewertet - durchschnittliche Fußballer. |
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An diesem 18. Mai war Xavi Hernandez Creus mit 16 Jahren bereits fünf Jahre in der neu geformten Jugendabteilung zu Gange. Andres Iniesta wurde gerade entdeckt, Victor Valdes hatte bereits vier Jahre in Barcelona verbracht und der 17-jährige Carles Puyol wurde soeben verpflichtet - um als Flügelspieler zu agieren.
Dank Cruyffs System änderte sich nicht nur das Training der herausragenden Spieler, sondern auch die Kritierien beim Scouting. Resultierend hieraus entschied sich der Klub nun ausnahmslos und durchweg für die Besten der Besten und vor allem die passendsten für das System. Sie sollten eines Tages zum stärksten Team der Welt avancieren.
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