Seit Bau der Allianz-Arena in München ungeschlagen: Angstgegner Köln plant den nächsten Bayern-Coup

Am Freitag gastiert Köln in München. Ein Blick in die Vergangenheit könnte den FC-Akteuren dabei durchaus Mut machen...

Von Daniel Uebber

Podolski jubelt gegen Stuttgart
Getty Images
Köln. Gegen kaum ein anderes Team aus der Bundesliga sah der FC Bayern München in den letzten Jahren ähnlich schlecht aus wie gegen den 1. FC Köln. In der Allianz-Arena konnten die Bayern gegen Köln sogar noch nie gewinnen. Goal.com blickt einmal auf die vergangenen Partien zurück, erinnert sich an fast vergangene Helden und gibt einen Ausblick auf die letzte Bundesligapartie der Bayern und der Kölner am Freitag, 16. Dezember 2011.

Spektakuläres Spiel in der vergangenen Saison

Allzu gerne erinnern sich die FC-Fans an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Klubs. Man schrieb den 21. Spieltag in der Meistersaison des BVB, der FC hatte sich vor geraumer Zeit von Cheftrainer Zvonimier Soldo getrennt und mit Frank Schaefer saß bei den Geißböcken ein Mann auf dem Trainersessel, der seinen Spielern neues Leben einhauchte. Der FC brauchte in dieser Bundesligaphase jeden Punkt, kämpfte man doch gegen den Abstieg. Und dann führten die Bayern nach 45 Minuten auch noch „unaufholbar“ mit 2:0. Eine scheinbar unlösbare Aufgabe für die Spieler um Lukas Podolski. Was folgte, war wohl einer der schönsten Nachmittage für die FC-Fans in der letzten Saison - und sicherlich auch 45 Minuten, an die sich Mittelfeldspieler Christian Clemens noch gerne erinnert. Er hatte Torwart Kraft umkurvt und die Wende im Spiel eingeleitet, die von Doppeltorschütze Milivoje Novakovic erfolgreich abgeschlossen wurde. Auf der Münchener Bank blieb ein konsternierter Louis van Gaal, dessen Gesichtszüge wie in Stein gemeisselt schienen. Der FC startete eine beeindruckende Serie in der Rückrunde, die letztendlich mit dem Klassenerhalt belohnt wurde.


BAYERN vs. KÖLN: Die letzten Duelle
Bundesliga 01/02 Köln - Bayern 0:2
Bundesliga 01/02 Bayern - Köln 3:0
Bundesliga 03/04 Bayern - Köln 2:2
Bundesliga 03/04 Köln - Bayern 1:2
Bundesliga 05/06 Köln - Bayern 1:2
Bundesliga 05/06 Bayern - Köln 2:2
Bundesliga 08/09 Köln - Bayern 0:3
Bundesliga 08/09 Bayern - Köln 1:2
Bundesliga 09/10 Bayern - Köln 0:0
Bundesliga 09/10 Köln - Bayern 1:1
Bundesliga 10/11 Bayern - Köln 0:0
Bundesliga 10/11 Köln - Bayern 3:2

Angstgegner Köln: Bayern seit fünf Spielen sieglos

Auch in den Duellen vor diesem spektakulären Sieg der Rheinländer konnten die Bayern nicht als Sieger vom Platz gehen. Der FC holte in den vier Partien davor drei Unentschieden und einen weiteren Sieg: Und den ausgerechnet an Karnevalssamstag 2009 in der Allianz-Arena mit Christoph Daum als Trainer. Daniel Brosinski wurde von Daum überraschenderweise ins Team befördert - er dankte es ihm mit seinem Treffer zum 2:0 für die Kölner. Für die Bayern reichte es nur noch zum Anschlusstreffer.Generell scheint es so, als sei besonders der Februar ein guter Monat für die Kölner zu sein, um in München zu gewinnen. Am 28. Februar 1998 erzielten Markus Münch und ein gewisser Khodadad Azizi die beiden Auswärtstreffer für den FC, die damals zum Sieg reichten. Es sollte aber bis zum Tag von Daniel Brosinski der letzte der Geißböcke bleiben.

Bayrische Durststrecke vor heimischen Publikum

Der letzte Bundesligasieg im heimischen Stadion liegt für die Bayern aber sogar noch länger zurück: Vor acht Jahren, am 23. März 2003, hießen die Torschützen des späteren Championsleaguesiegers noch Hasan  Salihamidzic und zweimal Giovanne Elber. Heute findet Philipp Lahm, dass man in der „Vergangeheit immer schlecht ausgesehen“ habe gegen den FC. „Dieses mal aber wollen wir den Gegnern zeigen, dass wir stabil sind und uns selbst eine ruhige Winterpause bescheren“, wird der Kapitän in der Bild zitiert.

Respekt vor Podolski

Besonders aufpassen müsse man jedoch auf Lukas Podolski, findet nicht nur Lahm, sondern auch Bayern-Keeper Manuel Neuer: „Seine vielen Tore überraschen mich nicht. Ich weiß, dass er ein sehr guter Schütze ist, wenn er eine Chance hat und den Ball am linken Fuß. Für uns ist es sehr wichtig, ihn in den Griff zu kriegen.“



Ironie des Schicksals: Beim letzten Sieg der Bayern gegen Köln, am 13. September 2008 in Müngersdrof, trug sich Podolski ebenfalls in die Torjägerliste ein. Neben Luca Toni, der die Bayern mit einem Doppelpack in Führung schoss, erzielte „Prinz Poldi“ damals noch den dritten Treffer in der 90. Minute - für die Bayern wohlgemerkt. Beleg für die Popularität Podolskis' war die damalige Reaktion der FC-Fans, die ihr Idol einfach trotzdem feierten. Kurze Zeit später wechselte Poldi dann von der Isar zurück an den Rhein. Nicht nur für ihn, auch für den lange als „Oliver-Kahn-Nachfolger“ gehandelten Ex-Bayern-Keeper Michael Rensing dürfte das Spiel daher ein ganz besonderes werden.

Gute Chancen für den FC?

Blickt man auf die Wettquoten, handelt es sich beim Topspiel am Freitag um eine eindeutige Anhelegenheit. Würde man 10 Euro auf einen Sieg der Geißböcke setzen, erhielte man im Falle eines Gewinns bis zu 150 Euro. Doch den Kölnern könnte die Außenseiterrolle gut liegen. So trafen die Geißböcke in dieser Saison häufig nach Kontern, schwer wurde es für die Männer von Stale Solbakken immer dann, wenn sie selbst das Spiel gestalten mussten, wie der schwache Auftritt gegen Mainz belegte. Gegen die Bayern dürfte die Marschroute so aussehen: Mit hoch aufgerückter Viererkette ein defensives Pressing spielen und dann mit schnellen, steilen Bällen auf Podolski den Torabschluss suchen. Viel wird sicherlich auch davon abhängen, inwiefern Miso Brecko und Christian Eichner oder Henrique Sereno Ribery und Robben ausschalten können. Doch gerade der in Köln oft gescholtene Miso Brecko zeigte in den Partien gegen den Franzosen immer sehr gute Leistungen in der Defensive.

Eure Meinung: Ist für den 1. FC Köln etwas zu holen in der bayrischen Landeshauptstadt, oder fährt München den ersten Heimsieg gegen Köln in der Allianz-Arena ein?

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