Von der Horrorshow im „Clasico“ bis zur Demütigung gegen Milan: Die zehn Big-Game-Flops des Cristiano Ronaldo

Nach dem enttäuschenden „Clasico“ am letzten Samstag wirft Goal.com einen Blick auf die schwachen großen Spiele des ehemaligen Weltfußballers in Diensten von Real Madrid.

Von KS Leong

Cristiano Ronaldo - Real Madrid (Getty Images)
Getty Images
Madrid. Auf Cristiano Ronaldo prasselt nach dem 1:3 von Real Madrid am vergangenen Wochenende gegen den FC Barcelona jede Menge Kritik ein. Es war eine Niederlage seines Klubs gegen den Erzrivalen, aber auch eine weitere persönliche Pleite für den Portugiesen, der gegen seinen Ruf ankämpft.

Er wird auch von seinen Kritikern als einer der besten Spieler auf der Welt angesehen, keine Frage. Dennoch hängt ihm der Makel an, in den großen Spielen dann zu versagen, wenn seine Mannschaften ihn am dringendsten brauchen.

Ronaldos Entwicklung vom hochveranlagten Teenager zum überragenden Spieler von Manchester United zu dem Akteur, der sich selbst als „besten, zweibesten und drittbesten Spieler der Welt bezeichnete“, verlief nicht immer schnurgerade. Im Gegenteil, es gab einige Tiefpunkte auf der ganz großen Bühne.

Wir blicken auf Ronaldos größte Desaster für Klub und Land:

CRISTIANO RONALDO - 10 BIG-GAME-FLOPS
PORTUGAL - Griechenland 0:1
4. Juli, 2004 | Finale der Euro 2004

Damals war er erst 19 Jahre alt, doch sein spektakulärer Wechsel zu ManUnited im Sommer 2003 hatte den Ronaldo-Hype losgetreten. Bei United übernahm er das legendäre Trikot mit der Nummer „7“ und trat das Erbe David Beckhams an. Vor heimischem Publikum sollte er im Endspiel gegen die Griechen dem großen Druck seiner Landsleute nicht gewachsen sein und die erste ganz bittere Enttäuschung seiner Karriere hinnehmen müssen.


 
PORTUGAL - Frankreich 0:1
5. Juli, 2006 | Halbfinale der WM 2006

Es war der Viertelfinal-Showdown gegen England, der die Hassliebe vieler Fans zu Ronaldo erst so richtig ins Rollen brachte. Ronaldo forderte den Platzverweis gegen seinen Klubkameraden Wayne Rooney und dieser musste tatsächlich vorzeitig unter die Dusche. Im anschließenden Halbfinale wurde Ronaldo von den Fans der „Three Lions“, die eigentlich ihre Mannschaft dort erwartet hatten, permanent ausgepfiffen und beleidigt. Ronaldo spielte schwach, schlug harmlose Flanken, war harmlos im Abschluss und starb mit einigen ineffektiven Sololäufen in Schönheit.


 
AC Milan - MANCHESTER UNITED 3:0
2. Mai, 2007 | Rückspiel im Halbfinale der Champions League

United und Ronaldo waren in ganz großer Form und hatten in der Runde zuvor der Roma im Rückspiel sieben Stück eingeschenkt. Das Hinspiel gegen Milan gewannen die Engländer mit 3:2, Ronaldo erzielte einen Treffer. Das Rückspiel geriet dann zu einer Machtdemonstration der Mailänder, die United nie zur Entfaltung kommen ließen. Das lag auch daran, dass allen voran Gennaro Gattuso Ronaldo zur Verzweiflung trieb.


 
MANCHESTER UNITED - Chelsea 0:1
19. Mai, 2007 | Finale um den FA Cup

Nur 17 Tage nach dem Königsklassen-Aus gegen Milan setzte es den nächsten Tiefschlag für die „Red Devils“: Statt Wiedergutmachung mit einem Titelgewinn, stand nach 90 Minuten eine knappe Niederlage gegen Chelsea. Die Londoner, die damals von Jose Mourinho trainiert wurden, verstanden es mit ihren Defensivkräften Claude Makelele, John Obi Mikel, Michael Essien und John Terry exzellent, Cristiano Ronaldo aus dem Spiel zu nehmen.


 
Barcelona - MANCHESTER UNITED 0:0
23. April, 2008 | Hinspiel im Halbfinale der Champions League

13 Mal ist Ronaldo während seiner Laufbahn bislang auf Barcelona getroffen. Dabei gelangen ihm drei Tore und für seine Verhältnisse ist das eine miese Ausbeute. Vielleicht sähe die Statistik völlig anders aus, hätte er nach nur sechs Minuten in dieser Partie vom Elfmeterpunkt die Nerven behalten. Doch er verschoss und seine Dürreperiode gegen Barca sollte noch satte drei Jahre anhalten.


 
PORTUGAL - Deutschland 2:3
19. Juni, 2008 | Viertelfinale der Euro 2008

Ronaldo kam auf dem Gipfel seines Schaffens bei der EM an. Gerade hatte er ManUnited zur englischen Meisterschaft und dem Triumph in der Champions League geschossen. Doch an seine fabelhaften Leistungen konnte er im Dress der „Seleccao“ nicht anknüpfen und wieder tauchte er in einem entscheidenden Match ab. Im Viertelfinale gegen ein DFB-Team, das zuvor keineswegs geglänzt hatte, trat er kaum in Erscheinung und Portugal war draußen.


 
Barcelona - MANCHESTER UNITED 2:0
27. Mai, 2009 | Finale der Champions League

Zu dieser Zeit galt Ronaldo als bester Spieler der Welt, nachdem er 2008 den Ballon d'Or gewonnen hatte. Doch sein letztes Spiel im Dress von Manchester United war für ihn ein Vorgeschmack auf das Barcelona Pep Guardiolas, gegen das er in den kommenden jahren ankämpfen musste. Barcelona diktierte mit dem mittlerweile allseits bekannten Kurzpassspiel das Geschehen und gewann verdient. Ronaldo spielte in den Anfangminuten stark und auffällig, um sich anschließend mehr und mehr in Einzelaktionen zu verzetteln.


 
Spanien - PORTUGAL 1:0
29. Juni, 2010 | Achtelfinale der WM 2010

Ronaldo hinterließ in seinem ersten Jahr in Spanien nachhaltigen Eindruck und erzielte auch dort Tore am Fließband. Kein Wunder, das bei der Weltmeisterschaft in Südafrika Großes von ihm erwartet wurde. Nach einer druchwachsenen Vorrunde, war im Achtelfinale für die Portugiesen Endstation. Der spätere Titelträger Spanien ließ Ball und Gegner laufen. Ronaldo konnte sich kaum in Szene setzen und kritisierte anschließend Trainer Carlos Queiroz öffentlich für die angeblich zu defensive Ausrichtung der Mannschaft.


 
REAL MADRID - Barcelona 0:2
27. April, 2011 | Hinspiel im Halbfinale der Champions League

Wieder Showdown, wieder Barca: Zehn Tage zuvor hatte Ronaldo seine Durststrecke gegen die „Blaugrana“ mit dem entscheidenden Treffer im Pokalfinale beendet. Als es nun in der Königsklasse drauf ankam, musste er sich hinten anstellen und verlor auch den Vergleich mit Dauerrivale Lionel Messi, der für Barcelona glänzte. Ronaldo war zerknirscht und warf Coach Mourinho später vor, das Spiel zu vorsichtig angegangen zu sein.


 
REAL MADRID - Barcelona 1:3
10. Dezember, 2011 - Primera Division

Am letzten Samstag gab es keine Ausreden mehr für Ronaldo. Seine Mannschaft ging als Favorit in den mit Spannung erwarteten „Clasico“ und seine Mitspieler versorgten ihn mit zwei hochkarätigen Tormöglichkeiten. Beide versemmelte er leichtfertig. Seine Chancen, mit Tempo auf die gegnerische Viererkette zu marschieren, nutzte er ebenfalls nicht und trat zudem jeweils aus aussichtsreicher Position drei bemerkenswert schwache Freistöße. Ein Abend zum Vergessen!




Goal.com-Umfrage
Die Umfrage läuft vom 12.12.2011 bis zum 15.12.2011
Die Umfrage läuft vom 12.12.2011 bis zum 15.12.2011
Wer erzielte das Tor der Woche?
Clarence Seedorf (AC Mailand)
 
47.93%
Miroslav Klose (Lazio Rom)
 
25.33%
Giampaolo Pazzini (Inter Mailand)
 
14.07%
Leandro Domingues (Kashiwa Reysol)
 
8.22%
David Destorme (KV Mechelen)
 
4.45%
 
 
 
 
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