Mutig, spritzig, unbekümmert: Timo Gebhart vom VfB Stuttgart hatte gegen Arjen Robben seinen Spaß

Im September kehrte der Flügelflitzer nach langer Verletzungspause in den VfB-Kader zurück. Gegen Bayern feierte er nun sein Startelf-Comeback – und spielte mutig und frech.

Aus Stuttgart berichtet Dirian El Amine

Schnell unterwegs: Timo Gebhart vom VfB Stuttgart
Bongarts

Stuttgart. Er wollte und durfte wieder: Timo Gebhart hatte seinem Startelf-Debüt beim VfB Stuttgart nach seiner Rückkehr von einer nicht enden wollenden Verletzungspause im September lange entgegen gefiebert. Und ausgerechnet im Südschlager gegen den FC Bayern (1:2) schenkte ihm Trainer Bruno Labbadia am Sonntagabend nun das Vertrauen. „Ich habe mich riesig gefreut, von Beginn an spielen zu dürfen“, betonte Gebhart nach Abpfiff im Gespräch mit Goal.com.

Nach Niederlage: „Wir haben das Beste gegeben“

Atemberaubende Kulisse in Stuttgarts Fußballtempel: Die Bengalos der Gästefans erhellten den dunklen Abendhimmel, das gleißende Flutlicht vibrierte unter den Gesängen der 60.000 Zuschauer. Mittendrin Timo Gebhart, der spielfreudig und unbekümmert auf der linken Seite für Furore sorgte und Bayerns Rafinha mit dem ein oder anderen gelungenen Kabinettstückchen alt aussehen ließ. „Ich hatte immer schon mein Selbstvertrauen“, sagt der VfB-Mann gegenüber Goal.com. Das ließ er sich auch auf dem Platz durchaus anmerken.

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Immerhin: Fast drei Monate hatte der 21-Jährige auf seine Startelf-Nominierung gewartet. Im September, bei seinem Comeback nach einer Verletzungspause, hatte Gebhart zu Goal.com gesagt: „Ich werde so lange Gas geben, bis ich wieder von Anfang an spielen und für 90 Minuten auf dem Platz stehen darf.“ Timo Gebhart hat also Gas gegeben, sich aufgedrängt – und am Sonntag Trainer Labbadia das Vertrauen letztlich zurückgezahlt. Dennoch: Das Spiel gegen den Rekordmeister ging verloren, auch wenn es an Gebharts Leistung sicherlich nicht gelegen haben dürfte. „Schade, dass wir verloren haben“, resümierte der flinke Offensivmann. „Wir haben alle das Beste gegeben. Es war sehr schwierig.“

Gebhart hilft hinten links aus – viel Spaß im Zweikampf mit Robben

Nach Molinaros Platzverweis in der 29. Spielminute musste dann auch Timo Gebhart seinen Platz als Außenstürmer räumen – und einige Meter weiter hinten aushelfen. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt“, so die nüchterne Einschätzung des Youngsters. In der Defensive verrichtete der seinen Job nahezu makellos. „Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, gegen Robben zu spielen“, verrät Gebhart Goal.com. Dem Holländer, dessen vorgebliche Fallsucht von den VfB-Fans mit gellenden Pfiffen gestraft wurde, machte Gebhart das Leben schwer.

Am Ende mussten sich die tapfer kämpfenden Stuttgarter den dominanten Bayern geschlagen geben. „Mit elf Mann hätten wir uns leichter getan“, meint Gebhart. „Wir haben gegen den FC Bayern gespielt. Mit ein wenig Glück hätten wir auch noch den Ausgleich schaffen können.“ In der Tat: Pogrebnyak (78.) und Cacau (80.) schnupperten noch am 2:2. Gebhart selbst konnte in dieser fortgeschrittenen Phase der Partie nach vorne kaum Akzente setzen, hatte hinten links alle Hände voll zu tun. „Ich denke, ich habe meine Arbeit ganz ordentlich gemacht“, zeigte er sich zurecht mit seiner Leistung zufrieden.

In Wolfsburg ein versöhnlicher Abschluss: „Müssen drei Punkte holen“

Nach der Niederlage im Südschlager beträgt der Rückstand des VfB auf den begehrten sechsten Rang, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, vier Zähler. Am neunten Spieltag rangierten die Schwaben noch auf Rang vier, seither geht es abwärts. „Wir hätten mehr Punkte holen können, natürlich“, meint Timo Gebhart. Zuletzt hatte man beim Heimspiel gegen Köln zwei sicher geglaubte Punkte noch fahrlässig aus der Hand gegeben.

Timo Gebhart hat seine lange Leidenszeit endgültig hinter sich gelassen. Nun geht es aufwärts.

Zum Abschluss einer soliden, aber zum Ende hin mit spürbar abflachendem Erfolg gestalteten Hinrunde steht am kommenden Wochenende das Match in Wolfsburg an. „Da müssen wir drei Punkte holen“, zögert Gebhart keinen Augenblick. „Wir wollen gewinnen, das ist das letzte Spiel vor Weihnachten in der Bundesliga. Wir werden alles geben, um das zu schaffen.“ Aus den letzten sieben Ligaspielen gelang dem VfB nur ein Sieg – gegen Aufsteiger FC Augsburg. Es wird also höchste Zeit, pünktlich zum Jahreswechsel noch einmal in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Das Spiel gegen München war ein guter Anfang, wenngleich das Ergebnis nicht stimmte. Timo Gebhart dürfte kommende Woche dann auch wieder mit von der Partie sein. „Ich hoffe, ich habe mich so gezeigt, dass ich nächste Woche wieder spielen darf“, so der gebürtige Memminger. Klar ist: Gebhart kann die nächste Gelegenheit, sich auszuzeichnen, kaum erwarten. In Wolfsburg, wo es gegen die Ex-Kollegen Christian Träsch und Thomas Hitzlsperger geht, will er wieder aufdrehen.

Eure Meinung: Was traut Ihr Timo Gebhart noch zu? Wie habt Ihr seine Leistung gegen den FC Bayern gesehen?

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