|
|
Fünf Dinge, die wir in der Champions-League-Gruppenphase gelernt haben
Die Gruppenphase der diesjährigen Champions-League-Saison ist beendet. Diese sorgte für einige Überraschungen, eine Menge Gesprächsstoff und brachte viele Erkenntnisse mit sich.
Von Philipp Theobald
Getty Images
1. Die Premier League ist keine angemessene Vorbereitung auf die Champions League
Seit Mitte September hat Manchester United in keinem Premier-League-Spiel mehr als ein Tor geschossen. Einzige Ausnahme war der 2:0-Sieg über Norwich City. Wettbewerbsübergreifend gelangen den Red Devils am vergangenen Wochenende gegen Aston Villa der erste Sieg nach zuvor vier sieglosen Partien.
In der heimischen Liga steht ManUtd dennoch auf Rang zwei der Tabelle. Trotz der häufig uninspirierten Auftritte schlagen sie zumeist Teams wie Sunderland oder Swansea. In Europa sieht es dagegen anders aus. Es scheint, als hätte sich dort der Status der Unbesiegbarkeit abgenutzt.
Mit nur neun Punkten verabschiedet sich United aus der Champions League. Allein sechs Punkte holten sie dabei gegen die Außenseiter von Otelul Galati. Somit bleibt nur Platz drei in der Gruppe und die damit verbundene Europa League. So bitter das auch sein mag - die Gegenwart sieht so aus, dass ein durchschnittliches Team in einer relativ einfachen Gruppe aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist.
Auch der Konkurrent aus Manchester ist an der Hürde der Gruppenphase gescheitert. Trotz des Sieges im abschließenden Spiel konnte sich City nicht für die K.O.-Spiele qualifizieren. Manchester City zahlt nun den Preis für falsche Entscheidungen und naives Verhalten in den Spielen gegen Bayern München und SSC Neapel. Trainer Roberto Mancini glaubte die Ergebnisse der Premier League einfach auf die Königsklasse projizieren zu können – doch damit lag er falsch. In der Champions League sind die Gegner nicht Wolverhampton Wanderers oder Wigan Athletic.
Der Standard der Premier League hat den Klubs aus Manchester ein falsches Bild von den eigenen Fähigkeiten und dem Leistungsvermögen gegeben.
2. Die Lücke ist geschlossen
Nach Abschluss der Gruppenphase konnten sich in der letztjährigen Champions-League-Saison alle topgesetzen Teams für das Achtelfinale qualifizieren. In diesem Jahr schieden mit dem FC Porto und Manchester United bereits zwei Gruppenköpfe aus. In der Saison 2010/11 konnten sich mit Tottenham Hotspur, dem FC Schalke 04 und Kopenhagen nur drei Teams aus Lostopf drei oder vier für die Runde der letzten 16 qualifizieren. Dieses Jahr schafften drei Mannschaften aus Pott drei und sogar zwei aus Pott vier den Sprung unter die letzten 16.
Die Punkte-Lücke der Gruppensieger zu den Drittplazierten ist deutlich kleiner geworden. In der letzten Saison betrug der Abstand im Schnitt 7,25 Punkte – in diesem Jahr ist er auf 4,25 Punkte geschmolzen.
Ein weiteres Indiz für eine wachsende Ausgeglichenheit innerhalb der Gruppen ist das Torverhältnis der 16 Achtelfinalisten. Das durchschnittliche Torverhältnis mit dem die Teams diese Runde erreichten ist von Plus 6,5 auf Plus 4,3 in dieser Spielzeit zurückgegangen.
Mannschaften wie Apoel Tel Aviv und Neapel sorgen mit starken Auftritten dafür, dass das Niveau des Wettbewerbs weiter ansteigt und etablierte Teams unter Druck gesetzt werden.
3. Dortmund, Lille und Porto verpassten es, Abgänge zu kompensieren
Nuri Sahin, Gervinho, Yohan Cabaye, Adil Rami, Radamel Falcao und Andre Villas-Boas. All diese Namen waren letzte Saison große Stützen in ihrer jeweiligen Mannschaft. Allesamt sind im Sommer zu neuen Vereinen gewechselt. Borussia Dortmund, der OSC Lille und FC Porto feierten im letzten Spieljahr großartige Erfolge, jedoch verpassten sie es ihre Abgänge gleichwertig zu ersetzen, um auch international erfolgreich zu sein.
Leider scheiterten sie alle, trotz großer Erwartungen in der Gruppenphase. Sie versuchten mit hungrigen, talentierten Spielern und aggressivem Fußball die Ordnung in Europas Königsklasse durcheinander zu wirbeln. Nun verlassen sie Champions League weinend. Keiner konnte den Abgang von individueller Klasse kompensieren.
Dennoch haben sie alle drei gelernt: Dortmund weiß nun, dass ein stabile Defensive die Basis für Siege ist; Lille hat schmerzlich erfahren, dass attraktiver Fußball nicht ausreicht um zu gewinnen – es müssen auch Tore dabei erzielt werden und der FC Porto weiß nun, was sie vorher auch schon wussten. Es ist nicht möglich dauerhaft erfolgreich zu sein, wenn man Jahr für Jahr die wichtigsten Spieler oder den Trainer abgibt.
Sowohl Dortmund als auch Lille und Porto werden die Champions League enttäuscht verlassen, da sie wissen, dass sie es hätten besser machen müssen. Mit den gesammelten Erfahrungen werden sie ihre Personalplanungen in den kommenden Jahren noch ausführlicher überdenken, bevor Schlüsselakteure abgegeben werden.
4. Barca und Real sind die großen Favoriten
In der spanischen Liga spielen der FC Barcelona und Real Madrid außerhalb jeder Konkurrenz. Wird dies auch in der Champions League der Fall sein? Im vergangenen Jahr trafen beide Klubs im Halbfinale aufeinander – bekanntlich mit dem besseren Ausgang für Barca.
Sowohl Pep Guardiola als auch Jose Mourinho schickte am letzen Spieltag der Gruppenphase eine „B-Elf“ auf den Platz, da beide Teams bereits für das Achtelfinale qualifiziert waren. Zusammen schossen Barca und Real in sechs Spielen 39 Tore und holten 34 von 36 möglichen Punkten.
Die beiden spanischen Top-Mannschaften bilden nun auch Europas Spitze. Eigentlich können sie sich nur gegenseitig schlagen. Kommenden Samstag steigt der erste große Vergleich in dieser Saison. Real Madrid empfängt den FC Barcelona. Vielleicht wird sich dort schon zeigen, wer in dieser Saison die Oberhand hat.
5. Bis zur letzten Minute ist nichts entschieden
Die Champions-League-Gruppenphase war in vielen Jahren langweilig und eher unattraktiv. Oftmals waren Teams schon nach dem vierten Spieltag für die nächste Runde qualifiziert. In diesem Jahr war dies anders. Bis zur allerletzten Minute herrschte in einigen Gruppen Unklarheit darüber, wer ins Achtelfinale einzieht. Schon vor dem letzten Spieltag war klar, dass noch nichts klar ist. Dass der abschließende Spieltag jedoch so viel Spannung und Dramatik mit sich bringen würde, konnte keiner vorhersagen. Erst späte Tore in Dortmund für Marseille, in Mailand für ZSKA Moskau und in Basel für die Eidgenossen brachten Klarheit über Situation. Die einen schafften den Sprung unter die letzten 16, für andere dagegen platze der Traum des Weiterkommens, all das innerhalb weniger Minuten.
In diesem Sinne bedanken wir uns bei den Valbuenas´, Freis´, Berezutskiys für tolle Unterhaltung, die wir Dank ihrer Tore miterleben durften.
Seit Mitte September hat Manchester United in keinem Premier-League-Spiel mehr als ein Tor geschossen. Einzige Ausnahme war der 2:0-Sieg über Norwich City. Wettbewerbsübergreifend gelangen den Red Devils am vergangenen Wochenende gegen Aston Villa der erste Sieg nach zuvor vier sieglosen Partien.
In der heimischen Liga steht ManUtd dennoch auf Rang zwei der Tabelle. Trotz der häufig uninspirierten Auftritte schlagen sie zumeist Teams wie Sunderland oder Swansea. In Europa sieht es dagegen anders aus. Es scheint, als hätte sich dort der Status der Unbesiegbarkeit abgenutzt.
Mit nur neun Punkten verabschiedet sich United aus der Champions League. Allein sechs Punkte holten sie dabei gegen die Außenseiter von Otelul Galati. Somit bleibt nur Platz drei in der Gruppe und die damit verbundene Europa League. So bitter das auch sein mag - die Gegenwart sieht so aus, dass ein durchschnittliches Team in einer relativ einfachen Gruppe aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist.
Auch der Konkurrent aus Manchester ist an der Hürde der Gruppenphase gescheitert. Trotz des Sieges im abschließenden Spiel konnte sich City nicht für die K.O.-Spiele qualifizieren. Manchester City zahlt nun den Preis für falsche Entscheidungen und naives Verhalten in den Spielen gegen Bayern München und SSC Neapel. Trainer Roberto Mancini glaubte die Ergebnisse der Premier League einfach auf die Königsklasse projizieren zu können – doch damit lag er falsch. In der Champions League sind die Gegner nicht Wolverhampton Wanderers oder Wigan Athletic.
Der Standard der Premier League hat den Klubs aus Manchester ein falsches Bild von den eigenen Fähigkeiten und dem Leistungsvermögen gegeben.
2. Die Lücke ist geschlossen
Nach Abschluss der Gruppenphase konnten sich in der letztjährigen Champions-League-Saison alle topgesetzen Teams für das Achtelfinale qualifizieren. In diesem Jahr schieden mit dem FC Porto und Manchester United bereits zwei Gruppenköpfe aus. In der Saison 2010/11 konnten sich mit Tottenham Hotspur, dem FC Schalke 04 und Kopenhagen nur drei Teams aus Lostopf drei oder vier für die Runde der letzten 16 qualifizieren. Dieses Jahr schafften drei Mannschaften aus Pott drei und sogar zwei aus Pott vier den Sprung unter die letzten 16.
Die Punkte-Lücke der Gruppensieger zu den Drittplazierten ist deutlich kleiner geworden. In der letzten Saison betrug der Abstand im Schnitt 7,25 Punkte – in diesem Jahr ist er auf 4,25 Punkte geschmolzen.
Ein weiteres Indiz für eine wachsende Ausgeglichenheit innerhalb der Gruppen ist das Torverhältnis der 16 Achtelfinalisten. Das durchschnittliche Torverhältnis mit dem die Teams diese Runde erreichten ist von Plus 6,5 auf Plus 4,3 in dieser Spielzeit zurückgegangen.
Mannschaften wie Apoel Tel Aviv und Neapel sorgen mit starken Auftritten dafür, dass das Niveau des Wettbewerbs weiter ansteigt und etablierte Teams unter Druck gesetzt werden.
3. Dortmund, Lille und Porto verpassten es, Abgänge zu kompensieren
Nuri Sahin, Gervinho, Yohan Cabaye, Adil Rami, Radamel Falcao und Andre Villas-Boas. All diese Namen waren letzte Saison große Stützen in ihrer jeweiligen Mannschaft. Allesamt sind im Sommer zu neuen Vereinen gewechselt. Borussia Dortmund, der OSC Lille und FC Porto feierten im letzten Spieljahr großartige Erfolge, jedoch verpassten sie es ihre Abgänge gleichwertig zu ersetzen, um auch international erfolgreich zu sein.
Leider scheiterten sie alle, trotz großer Erwartungen in der Gruppenphase. Sie versuchten mit hungrigen, talentierten Spielern und aggressivem Fußball die Ordnung in Europas Königsklasse durcheinander zu wirbeln. Nun verlassen sie Champions League weinend. Keiner konnte den Abgang von individueller Klasse kompensieren.
Dennoch haben sie alle drei gelernt: Dortmund weiß nun, dass ein stabile Defensive die Basis für Siege ist; Lille hat schmerzlich erfahren, dass attraktiver Fußball nicht ausreicht um zu gewinnen – es müssen auch Tore dabei erzielt werden und der FC Porto weiß nun, was sie vorher auch schon wussten. Es ist nicht möglich dauerhaft erfolgreich zu sein, wenn man Jahr für Jahr die wichtigsten Spieler oder den Trainer abgibt.
Sowohl Dortmund als auch Lille und Porto werden die Champions League enttäuscht verlassen, da sie wissen, dass sie es hätten besser machen müssen. Mit den gesammelten Erfahrungen werden sie ihre Personalplanungen in den kommenden Jahren noch ausführlicher überdenken, bevor Schlüsselakteure abgegeben werden.
4. Barca und Real sind die großen Favoriten
In der spanischen Liga spielen der FC Barcelona und Real Madrid außerhalb jeder Konkurrenz. Wird dies auch in der Champions League der Fall sein? Im vergangenen Jahr trafen beide Klubs im Halbfinale aufeinander – bekanntlich mit dem besseren Ausgang für Barca.
Sowohl Pep Guardiola als auch Jose Mourinho schickte am letzen Spieltag der Gruppenphase eine „B-Elf“ auf den Platz, da beide Teams bereits für das Achtelfinale qualifiziert waren. Zusammen schossen Barca und Real in sechs Spielen 39 Tore und holten 34 von 36 möglichen Punkten.
Die beiden spanischen Top-Mannschaften bilden nun auch Europas Spitze. Eigentlich können sie sich nur gegenseitig schlagen. Kommenden Samstag steigt der erste große Vergleich in dieser Saison. Real Madrid empfängt den FC Barcelona. Vielleicht wird sich dort schon zeigen, wer in dieser Saison die Oberhand hat.
5. Bis zur letzten Minute ist nichts entschieden
Die Champions-League-Gruppenphase war in vielen Jahren langweilig und eher unattraktiv. Oftmals waren Teams schon nach dem vierten Spieltag für die nächste Runde qualifiziert. In diesem Jahr war dies anders. Bis zur allerletzten Minute herrschte in einigen Gruppen Unklarheit darüber, wer ins Achtelfinale einzieht. Schon vor dem letzten Spieltag war klar, dass noch nichts klar ist. Dass der abschließende Spieltag jedoch so viel Spannung und Dramatik mit sich bringen würde, konnte keiner vorhersagen. Erst späte Tore in Dortmund für Marseille, in Mailand für ZSKA Moskau und in Basel für die Eidgenossen brachten Klarheit über Situation. Die einen schafften den Sprung unter die letzten 16, für andere dagegen platze der Traum des Weiterkommens, all das innerhalb weniger Minuten.
In diesem Sinne bedanken wir uns bei den Valbuenas´, Freis´, Berezutskiys für tolle Unterhaltung, die wir Dank ihrer Tore miterleben durften.
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf
!
Clasico-Countdown! Alles zum Gipfeltreffen zwischen Real und Barcelona
Clasico-Countdown! Alles zum Gipfeltreffen zwischen Real und Barcelona
Goal.com-Flutlicht
/* empty because this one does not have controls */?>
-
Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte
Es ging um richtig viel Geld, als der belgische Shootingstar beiden Großklubs aus Manchester absagte und an die „Stamford Bridge“ wechselte. Dort macht er nun so richtig Kasse.
-
Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine?
KOLUMNE - Jede Woche gibt euch FCB-Reporter Maximilian Bensinger Einblick in sein Gefühlsleben. Was gibt es Neues an der Säbener Straße? Emotional und erschreckend subjektiv!
-
Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten
Die EM bietet den teilnehmenden Akteuren die Möglichkeit, sich ins Schaufenster zu stellen, um sich für neue Klubs zu empfehlen - wir bieten einen Überblick der Wechselkandidaten.
-
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde