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Kampf ums Achtelfinale: Kann Borussia Dortmund das Wunder schaffen?
Für Dortmund spricht wenig bis nichts - dennoch versprüht man beim BVB vor dem Spiel gegen Marseille vorsichtigen Optimismus. Kann der Meister doch noch ins Achtelfinale einziehen?
Von Claas Philipp
Dortmund. Champions-League-Achtelfinale, Europa League oder gar Europapokal-Aus - am Dienstagabend entscheidet sich für Borussia Dortmund, wohin die Reise des BVB geht. Der amtierende deutsche Meister empfängt im letzten Gruppenspiel der Königsklasse Olympique Marseille und braucht dringend einen Sieg, um sich die Chancen auf ein Überwintern im internationalen Wettbewerb zu erhalten - für den Verbleib in der Champions League ist sogar ein Sieg mit mindestens vier Toren Abstand vonnöten.
| DORTMUND ZIEHT INS ACHTELFINALE EIN, WENN... |
| * ...Arsenal in Piräus gewinnt und Dortmund mit mindesten vier Toren Abstand gewinnt. Dabei reicht ein 4:0 genauso wie ein 5:1, 6:2 etc. Für die Europa League wäre bei einem Arsenal-Dreier schon ein knapper BVB-Sieg ausreichend. * ...Arsenal in Piräus unentschieden spielt und Dortmund mit mindestens fünf Treffern Abstand gewinnt. In dem Fall wären der BVB, Marseille und Piräus puntkgleich, die Borussia würde im direkten Vergleich in der internen Tabelle aber vor den beiden Konkurrenten stehen. Ein BVB-Sieg mit vier Toren Abstand würde bei einem Unentschieden Arsenals zumindest noch für die Europa League reichen. |
Das Unmögliche möglich machen
Zeitgleich ist man auf die Schützenhilfe des FC Arsenal angewiesen, der parallel bei Olympiakos Piräus antritt. So spricht nicht unbedingt viel für einen Achtelfinaleinzug des BVB, in dessen Reihen man aber dennoch optimistisch ist und an das Wunder glaubt: „Wir wollen das Unmögliche möglich machen“, stellte etwa Kapitän Sebastian Kehl klar. Können die Borussen tatsächlich das Wunder schaffen?
Dortmund kann Schützenfest
Hoffnung macht natürlich die Dortmunder Heimstärke. Sechs von sieben Bundesliga-Spielen vor eigenem Publikum entschied das Team von Jürgen Klopp für sich, in der Königsklasse ist man im Signal-Iduna-Park noch ohne Niederlage. Ein großes Schützenfest, wie es am Dienstag gebraucht wird, konnte man auf europäischer Ebene zuletzt allerdings nicht bieten, einen Sieg mit vier Toren Abstand gab es in der jüngeren Vergangenheit lediglich gegen den aserbaidschanische Vertreter Qarabag Agdam im August letzten Jahres. In der Liga hingegen hat das Team durchaus gezeigt, dass man in der Lage ist, ein Feuerwerk abzubrennen - zuletzt etwa beim 5:1-Sieg über den VfL Wolfsburg oder dem 5:0 gegen den 1. FC Köln.
Mangelnde Erfahrung
Gegen ein international erfahrenes Team wie Marseille ist ein derartiges Torfestival natürlich ungleich schwerer - zumal die Borussen in Sachen Champions League noch ziemlich grün hinter den Ohren sind. Mit der fehlenden Erfahrung ist vielleicht auch die Diskrepanz zwischen Dortmunds Auftritten in der Liga und denen in der Königsklasse zu erklären, auf internationalem Parkett ist der Meister schließlich Einiges schuldig geblieben.
Hoffen auf Lewandowski
Kaum was schuldig geblieben ist dagegen Robert Lewandowski, der in der Liga bereits zehn Treffer auf dem Konto hat - neun davon schoss der Pole vor eigenem Publikum. So ruhen die Hoffnungen auch gegen Olympique nicht zuletzt auch auf dem Angreifer und dessen Torinstinkt. Denn: Gerade die Chancenverwertung war in den bisherigen fünf Champions-League-Partien ein Manko der Dortmunder, die reihenweise bester Möglichkeiten vergaben - nicht zuletzt beim Hinspiel in Frankreich, als man trotz Feldüberlegenheit mit 0:3 verlor. Mit nur etwas mehr Effizienz wäre der BVB wohl nicht in der misslichen Lage, gegen Marseille groß aufdrehen zu müssen. Gut möglich, dass Klopp am Dienstag deswegen nicht nur Lewandowski, sondern auch Lucas Barrios aufbietet, der nachgewiesenermaßen ebenfalls mit einem ausgeprägten Torreicher ausgestattet ist.

Defensivstarke Franzosen
Und Knipser-Qualitäten werden gefragt sein, die Olympique-Abwehr ist nur schwer zu knacken. In Gruppe F sind die Franzosen das Team mit den wenigsten Gegentoren, auch in der Ligue Un gehört Marseille gemessen an den kassierten Treffern zu den defensivstärksten Mannschaften - die zudem mit Kontern äußerst gefährlich ist. Daher fordert Klopp: „Wir müssen das ganze sehr, sehr offensiv angehen - aber nicht zu wild. Wir müssen eine gewisse defensive Disziplin wahren.“
„Die letzte noch so kleine Chance nutzen“
Dass aber auch die Elf von Didier Deschamps verwundbar ist, hat in der Champions League zuletzt Olympiakos Piräus gezeigt: Die Griechen siegten im Stade Velodrome mit 1:0. Sollte auch dem BVB ein möglichst früher Treffer gelingen, ist mit den Fans im Rücken Einiges möglich - dafür muss dann allerdings auch wirklich alles für die Dortmunder laufen. Klopp jedenfalls verspricht: „Diese Mannschaft ist dazu bereit, auch die letzte noch so kleine Chance zu nutzen. Was am Ende herauskommt, werden wir dann sehen.“
Eure Meinung: Kann der BVB das Wunder schaffen?
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