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Generationswechsel beim VfB Stuttgart: Julian Schieber macht die ersten Schritte – was wird aus Cacau?
Nach monatelanger Leidenszeit steht der neue Hoffnungsträger der Schwaben wieder auf dem Platz. Der Stürmer wurde im Spiel gegen Köln lautstark gefordert – und durfte endlich ran.
Aus Stuttgart berichtet Dirian El Amine
Stuttgart. Endlich hat das Geduldspiel ein Ende: Julian Schieber ist zurück auf dem Platz beim VfB Stuttgart. Beim 2:2-Unentschieden gegen den 1.FC Köln am Samstagabend gab das 22-jährige Sturmtalent seinen Wiedereinstand und zeigte sich im Gespräch mit Goal.com erfreut und hochmotiviert. Muss nun der in einer Formkrise steckende Cacau um seinen Platz bangen?
Schieber kommt: schnell, spritzig, agil
Nach 77 Minuten schließlich wurde der laute Ruf der Fans erhört: Julian Schieber, der zum ersten Mal in der Saison im VfB-Kader stand, wurde eingewechselt – und löste den mit Pfiffen verabschiedeten Cacau ab. Seit Mai hatte der gebürtige Backnanger kein Bundesligaspiel mehr bestritten, doch nach seiner Hereinnahme konnte er seine Qualitäten gleich unter Beweis stellen: Schieber präsentierte sich gewohnt schnell, spritzig und agil. „Wenn man nach so einer Verletzung zurückkommt, mehrere Monate nicht auf dem Platz war und dann bei einem Heimspiel wieder dabei sein darf, dann freut man sich natürlich sehr“, gibt er nach Abpfiff gegenüber Goal.com zu Protokoll.
„Wir können nicht zufrieden sein“
Doch der 2:2-Endstand in der Mercedes-Benz-Arena, den Kölns Lukas Podolski kurz vor Schluss herstellte und damit den siegessicheren Stuttgartern einen Strich durch die Rechnung machte, schmälerte Schiebers Freude über sein Comeback beträchtlich. Für den VfB setzte sich damit die Negativserie von fünf sieglosen Spielen innerhalb der letzten sechs Begegnungen fort, man droht nun den Anschluss an die begehrten Europapokal-Ränge zu verlieren und ins graue Mittelfeld der Tabelle abzurutschen. „Wir können derzeit nicht zufrieden sein. Wir müssen in Zukunft konsequenter sein“, betont Schieber daher. Der Youngster spricht die Fehler gegenüber Goal.com klar an: „Wir müssen nach so einer 2:1-Führung einfach noch effektiver sein und das 3:1 erzwingen. Wir haben unsere Chancen heute leider nicht gut ausgespielt.“
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„Wir können derzeit nicht zufrieden sein. Wir müssen in Zukunft konsequenter sein.“ - Julian Schieber
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Chancenverwertung und Effizienz: Wird nun alles besser?
Fest steht: Beim VfB Stuttgart ruhen viele Hoffnungen auf dem jungen Schieber. Während der derzeit stark kritisierte Cacau mit Pfiffen von den Fans verabschiedet wurde, empfing man Schieber frenetisch jubelnd. Ein Raunen glitt durch die Arena, bei jeder Ballberührung, bei jedem Sprint, jedem Zuspiel des 1,88 Meter großen Offensivmanns. Denn die Fans sind die zuletzt dürftigen Auftritte von Stürmer Cacau, dem in den letzten 13 Bundesligaspielen nur zwei Treffer gelangen, leid. Chancenverwertung und Effizienz sind in der aktuellen Saison die großen Probleme, mit denen die eigentlich gut aufspielenden Schwaben zu kämpfen haben. Doch weil Cacau vorne Ladehemmung hat, gehen viele Punkte flöten.

Aktuell im Formtief: Der glücklose Cacau, der am Samstag keine Interviews geben wollte
Ein Blick auf die Statistik zeigt: Schon in der letzten Saison spielte Schieber stärker als der Nationalspieler. Dem Youngster gelangen in Nürnberg, übrigens Cacaus Ex-Klub, in der Vorsaison 16 Scorerpunkte. Cacau kam nur auf 13. Die Hoffnung auf Verbesserung in Sachen Effizienz ist nach Meinung vieler mit der Personalie Julian Schieber verbunden. Doch wer weiß: Vielleicht spielen beide Angreifer am Ende noch als Duo auf.
Schieber will die Bayern schlagen: „Nichts ist ausgeschlossen“
Geht es nach Julian Schieber, dann kann der VfB trotz des aktuellen Tiefs schon am nächsten Sonntag einen entscheidenden Schritt nach vorn machen. Da geht es im Südschlager gegen den FC Bayern zur Sache und wenngleich die Münchner nach der Machtdemonstration gegen Werder Bremen mit breiter Brust ins Schwabenland reisen dürften, glaubt Schieber an eine Chance: „Ich glaube, es nicht ausgeschlossen, dass wir die Bayern schlagen. Wir werden unter der Woche hart arbeiten und haben etwas gutzumachen“, so der Stürmer zu Goal.com. An Motivation fehlt es ihm nicht. Denn die Rufe der Fans stimulieren den verwurzelten Stuttgarter: „Das gibt mir noch einmal einen extra Schub, zusätzliche Motivation. Es ist einfach schön, wieder in Stuttgart zu sein, in der eigenen Heimat zu spielen. Das ist toll. Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen erfolgreich spielen und ich meinen Teil dazu beitragen kann.“
Womöglich inszeniert sich der 22-Jährige schon nächste Woche gegen die Bayern als Retter in der Not. An der Fitness soll es jedenfalls nicht scheitern, wie Schieber auf Nachfrage von Goal.com versichert. „Ich fühle mich ganz gut. Letztendlich muss ich noch ein wenig Spielpraxis sammeln, die fehlt noch. Aber ich bin auf einem guten Weg, das war heute ein Anfang.“ Und in der Tat ein guter. Ein Ende allenfalls ist noch längst nicht in Sicht. Auch nicht ein Ende des Anfangs.
Eure Meinung: Was traut Ihr Julian Schieber zu? Muss Cacau seinen Platz nun räumen?
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