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EM-Gastgeber Polen kämpft gegen das Hooligan-Problem
Es sind noch genau 189 Tage bis zum EM-Start in unserem Nachbarland Polen. Goal.com wird euch Woche für Woche den EM-Gastgeber vorstellen.
Von Kornel Pracki
Getty Images
Warschau. Der EM-Gastgeber Polen hat schon mehrmals aufgrund des vehementen Hooligan-Problems für negative Schlagzeilen gesorgt. Bei unseren Nachbarn waren Ausschreitungen und Spielunterbrechungen während der Ligaspiele bis vor kurzem keine Seltenheit. Durch härtere Strafen und größere Sicherheitsvorkehrungen soll nun knapp sieben Monate vor der Europameisterschaft 2012 Ruhe in Polen einkehren.
Größtes Derby - größter Ärger
Die polnischen Hooligans sind schon seit längerer Zeit für ihre Aggressivität und brutale Vorgehensweise bekannt. Beim Krakauer Stadt-Derby zwischen Wisla und Cracovia herrscht Jahr für Jahr eine hitzige Atmosphäre: Es gibt Hetzjagden auf die gegnerischen Fans und geplante Treffen ausßerhalb der Stadt, wo man miteinander physisch in den Konflikt gerät. Selbst der frühere Papst Johannes Paul II. versuchte die beiden Fanlager zu schlichten, doch es klappte lediglich für wenige Tage, bis das nächste Derby auf dem Plan stand und die Hooligans sich erneut auf massive Art und Weise bekämpften. Traurig, aber wahr: Trotz hoher Polizeipräsenz sind seit Jahren an den Derby-Spieltagen Todesopfer zu beklagen.
Hooligans randalieren in Litauen
Die polnischen Hooligans machten zuletzt vor knapp acht Monaten auf der internationalen Bühne auf sich aufmerksam. Bei der 0:2-Niederlage der Nationalelf gegen Litauen wurden insgesamt 60 Randalierer in Kowno festgenommen. Sie zündeten Feuerwerkskörper und warfen außerdem Betonteile auf das Spielfeld. Nach der Begegnung attackierten die Krawallmacher litauische Sicherheitskräfte und verletzten einige von ihnen brutal. Die Angst ist in Polen vor dem kommenden Turnier besonders groß, denn es werden zahlreiche „Firmen“ aus England, Russland und den Niederlanden im Juni in das Gastgeber-Land reisen.
Hooligans stürmen aufs Spielfeld
Der Klassiker zwischen Legia Warschau und Lech Posen im Pokalfinale in der letzten Spielzeit demonstrierte, dass die polnischen Behörden noch keine Lösung für das Hooligan-Problem besitzen - und das knapp ein Jahr vor dem Start der EM! Der polnische Verband bestimmte damals in Kooperation mit der Polizei, das Endspiel in Bydgoszcz auszutragen.
Im Nachhinein stellte sich dies als Riesenfehler heraus, weil das Stadion nicht über die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen verfügte: Zahlreiche Hooligans stürmten direkt nach dem Elfmeterschießen auf das Spielfeld und demolierten zudem die Tribünen. Beiden Klubs wurden drastische Strafen aufgedrückt: Legia- und Lech-Fans wurden zum Beginn der neuen Saison von den Auswärtspartien ausgeschlossen. Außerdem wurde der Gästesektor im Stadion in Posen bis zum Ende dieses Jahres gesperrt.
Fans reagieren empört
Der polnische Premierminister Donald Tusk verkündete nach dem Final-Vorfall, dass es radikale Änderungen im polnischen Fußball geben werde. Zur Saison 2011/12 wurde die Anzahl der anwesenden Polizisten im Stadion wesentlich erhöht. Zudem können die Fans nun nicht mehr gezielte Gesänge gegen die polnische Regierung anstimmen. Die sonst zugelassenen bengalischen Feuer wurden ebenso verboten und bei einem Verstoß droht eine saftige Geldstrafe. Fans und Symphatisanten der Klubs, die mit den Hooligans absolut nicht im Kontakt sind, protestieren seit Monaten gegen die neuen Stadion-Gesetzte, in dem sie Spiele boykottieren und somit nicht selten eine Totenstille auf den Tribünen herrscht.

Besondere Maßnahmen
Vor der kommenden Europameisterschaft wappnet sich die polnische Polizei unter anderem mit elektronischen Fußfesseln für Hooligans gegen die befürchteten Auseinandersetzungen. Bislang mussten sich Personen mit Stadionverboten bei der Polizei an den Spieltagen melden - nun sollen die Geräte als Kontrolle fungieren. „Mit den Fesseln können wir überprüfen, ob die betreffenden Fans wirklich zu Hause sind“, äußerte sich Justizminister Krzysztof Kwiatkowski gegenüber polnischen Medien. Das Gesetz soll bald vom polnischen Parlament abgesegnet werden. Momentan haben in Polen über 2000 Fans ein landesweites Stadionverbot.
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Größtes Derby - größter Ärger
Die polnischen Hooligans sind schon seit längerer Zeit für ihre Aggressivität und brutale Vorgehensweise bekannt. Beim Krakauer Stadt-Derby zwischen Wisla und Cracovia herrscht Jahr für Jahr eine hitzige Atmosphäre: Es gibt Hetzjagden auf die gegnerischen Fans und geplante Treffen ausßerhalb der Stadt, wo man miteinander physisch in den Konflikt gerät. Selbst der frühere Papst Johannes Paul II. versuchte die beiden Fanlager zu schlichten, doch es klappte lediglich für wenige Tage, bis das nächste Derby auf dem Plan stand und die Hooligans sich erneut auf massive Art und Weise bekämpften. Traurig, aber wahr: Trotz hoher Polizeipräsenz sind seit Jahren an den Derby-Spieltagen Todesopfer zu beklagen.
| Tusk über Hooligan-Problem |
![]() „Wir müssen nun härtere Sanktionen durchführen und den Kampf gegen die Hooligans annehmen. So kann es nicht weitergehen.“ - Donald Tusk, polnischer Premierminister
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Die polnischen Hooligans machten zuletzt vor knapp acht Monaten auf der internationalen Bühne auf sich aufmerksam. Bei der 0:2-Niederlage der Nationalelf gegen Litauen wurden insgesamt 60 Randalierer in Kowno festgenommen. Sie zündeten Feuerwerkskörper und warfen außerdem Betonteile auf das Spielfeld. Nach der Begegnung attackierten die Krawallmacher litauische Sicherheitskräfte und verletzten einige von ihnen brutal. Die Angst ist in Polen vor dem kommenden Turnier besonders groß, denn es werden zahlreiche „Firmen“ aus England, Russland und den Niederlanden im Juni in das Gastgeber-Land reisen.
Hooligans stürmen aufs Spielfeld
Der Klassiker zwischen Legia Warschau und Lech Posen im Pokalfinale in der letzten Spielzeit demonstrierte, dass die polnischen Behörden noch keine Lösung für das Hooligan-Problem besitzen - und das knapp ein Jahr vor dem Start der EM! Der polnische Verband bestimmte damals in Kooperation mit der Polizei, das Endspiel in Bydgoszcz auszutragen.
Im Nachhinein stellte sich dies als Riesenfehler heraus, weil das Stadion nicht über die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen verfügte: Zahlreiche Hooligans stürmten direkt nach dem Elfmeterschießen auf das Spielfeld und demolierten zudem die Tribünen. Beiden Klubs wurden drastische Strafen aufgedrückt: Legia- und Lech-Fans wurden zum Beginn der neuen Saison von den Auswärtspartien ausgeschlossen. Außerdem wurde der Gästesektor im Stadion in Posen bis zum Ende dieses Jahres gesperrt.
Fans reagieren empört
Der polnische Premierminister Donald Tusk verkündete nach dem Final-Vorfall, dass es radikale Änderungen im polnischen Fußball geben werde. Zur Saison 2011/12 wurde die Anzahl der anwesenden Polizisten im Stadion wesentlich erhöht. Zudem können die Fans nun nicht mehr gezielte Gesänge gegen die polnische Regierung anstimmen. Die sonst zugelassenen bengalischen Feuer wurden ebenso verboten und bei einem Verstoß droht eine saftige Geldstrafe. Fans und Symphatisanten der Klubs, die mit den Hooligans absolut nicht im Kontakt sind, protestieren seit Monaten gegen die neuen Stadion-Gesetzte, in dem sie Spiele boykottieren und somit nicht selten eine Totenstille auf den Tribünen herrscht.

Besondere Maßnahmen
Vor der kommenden Europameisterschaft wappnet sich die polnische Polizei unter anderem mit elektronischen Fußfesseln für Hooligans gegen die befürchteten Auseinandersetzungen. Bislang mussten sich Personen mit Stadionverboten bei der Polizei an den Spieltagen melden - nun sollen die Geräte als Kontrolle fungieren. „Mit den Fesseln können wir überprüfen, ob die betreffenden Fans wirklich zu Hause sind“, äußerte sich Justizminister Krzysztof Kwiatkowski gegenüber polnischen Medien. Das Gesetz soll bald vom polnischen Parlament abgesegnet werden. Momentan haben in Polen über 2000 Fans ein landesweites Stadionverbot.
Eure Meinung: Werden die polnischen Hooligans auch während der EM für negative Schlagzeilen sorgen?
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Polen - Andorra
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