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Graham Hunter: Wie der EM-Titel 2008 Carles Puyol, Xavi und Andres Iniesta beflügelte
Goal.com präsentiert exklusive Inhalte aus Graham Hunters Buch über den FC Barcelona. Im dritten Teil erklärt er die Auswirkungen des EM-Titels 2008 auf den katalanischen Klub.
Von Graham Hunter, übersetzt von Rafael Corradino
In Kürze findet die Auslosung der Euro 2012 statt und Graham Hunter ruft die letzte Endrunde in Erinnerung. Sie leitete eine neue Ära im europäischen Fußball ein, sowohl auf internationaler als auch auf Klubebene. Es stellte sich heraus, dass körperliche Größe nicht derart wichtig ist.
BARCA: DAS MAKING OF DES BESTEN TEAMS DER WELT
DAS EBOOK ERSCHEINT IM JANUAR 2012, VERÖFFENTLICHT VON BACKPAGE PRESS
Ich erzähle euch jetzt mal, was passiert wäre, wenn man Carles Puyol, Xavi und Andres Iniesta Mitte Mai 2008 gesagt hätte, dass sie nicht nur Teil der besten Turnier-Vorstellung einer spanischen Nationalmannschaft, sondern auch Teil der wichtigsten Ära in der Geschichte des FC Barcelona werden würden.
Iniesta ist sehr bescheiden. Einer seiner häufigsten Sätze in Interviews ist „Que se yo?“ („Was weiß ich schon?“). Nach der beschriebenen Prophezeiung hätte er eher „Que sabe usted?“ („Lachst du dich schon (kaputt)?“) gesagt. Puyol hätte sein Haar nach hinten geworfen und vor Hohn geprustet, während die gute Seele Xavi sich die Zeit genommen hätte, dem „Erzähler“ psychologische Hilfe zu suchen.
Erst vier Wochen vor Beginn der Euro 2008 wurde am siebten Mai im Bernabeu der letzte Nagel in den Sarg der enttäuschenden Saison Barcas gehämmert. Madrid schickte die Katalanen mit 4:1 nach Hause, das Team von Frank Rijkaard musste demütig Spalier stehen für den neuen Meister. Iniesta verletzte sich, Xavi wurde vom Platz geschickt, während Puyol es bis heute als die schlimmste Nacht seiner Karriere bezeichnet.
Dennoch: Unter der brillianten Leitung von Luis Aragones sollten die drei Akteure Spanien zu einem Erfolg führen, der die ganze Nation in Aufruhr versetzte. Ich hatte in Neustift das Privileg, ein Teil dieses Prozesses zu werden.

Es war das erste Mal, dass „La Furia Roja“ unter Aragones dominant auftrat. Iniesta, David Silva, Cesc Fabregas, Santi Cazorla, Xavi und David Villa hieften Spanien auf ein neues Leistungslevel und blieben konstant dort. Keiner von ihnen ist größer als 175 Zentimeter, manche sind sogar bedeutend kleiner.
In ihrer Gruppe war Russland, damals noch unter Trainer Guus Hiddink. Andrey Arshavin war zwar in den ersten beiden Partien gesperrt, kehrte jedoch zur entscheidenden Partie gegen Schweden zurück. Er zerstörte sie, war Teil des ersten Treffers, traf anschließend den Pfosten und erzielte das zweite Tor selbst. Er avancierte zum Man of the Match und im Viertelfinale steigerte er sich ein weiteres Mal und nahm die Niederlande auseinander.
Vor dem Halbfinale zwischen Spanien und Russland filmte ich ein Interview mit Xavi - er war begeistert. „Der nächste, der im Fußball für Furore sorgen kann! Ich habe vor diesem Turnier nie von Arshavin gehört, dabei ist er absolute Weltklasse. Er ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Fußball für die schlauen Jungs gemacht ist. Nicht für die Großen, die den ganzen Tag rennen können.“ Anschließend ruinierte Xavi den Tag Arshavins (und das nicht zum letzten Mal) mit einem Tor und einer herausragenden Performance - 3:0 lautete der Endstand.
Puyol, Xavi und Iniesta landeten in der Mannschaft des Turniers, Xavi gab im Finale das entscheidende Zuspiel. Sie kehrten als Helden nach Spanien zurück.
Als sie aus dem Urlaub zurückkehrten, hatte auch schon die Saisonvorbereitung der Katalanen begonnen - sie wollten Vergeltung üben. Keine Ruhepausen, keine Erfolge auf denen man sich ausruhen könnte. Zusätzlich hatten sie einen neuen Coach.
Xavi erklärte den Einfluss, den Pep Guardiola auf den ersten Schlag hatte. „Als wir in das Training einstiegen, hat sich die Mannschaft bereits den Arsch aufgerissen“, sagte er. „Die Trainer, die Fitnesscoaches, Pep - sie flogen über uns wie Falken, drängten auf weitere Wiederholungen bei den Übungen, drängten auf mehr Intensität. Puyi (Puyol, Anm. d. Red.), Andres und ich sahen uns an und dachten: ‚Was ist denn hier los? Die Jungs laufen auf Hochtouren.‘ Doch viel wichtiger, ich selbst dachte mir: ‚Das ist einer der Momente im Leben, bei dem du auf den Zug aufspringst, oder er fährt ohne dich ab.“
Vier Jahre und 13 Titel später, stellte sich heraus, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.
www.backpagepress.co.uk
BARCA: DAS MAKING OF DES BESTEN TEAMS DER WELT
DAS EBOOK ERSCHEINT IM JANUAR 2012, VERÖFFENTLICHT VON BACKPAGE PRESS
Ich erzähle euch jetzt mal, was passiert wäre, wenn man Carles Puyol, Xavi und Andres Iniesta Mitte Mai 2008 gesagt hätte, dass sie nicht nur Teil der besten Turnier-Vorstellung einer spanischen Nationalmannschaft, sondern auch Teil der wichtigsten Ära in der Geschichte des FC Barcelona werden würden.
Iniesta ist sehr bescheiden. Einer seiner häufigsten Sätze in Interviews ist „Que se yo?“ („Was weiß ich schon?“). Nach der beschriebenen Prophezeiung hätte er eher „Que sabe usted?“ („Lachst du dich schon (kaputt)?“) gesagt. Puyol hätte sein Haar nach hinten geworfen und vor Hohn geprustet, während die gute Seele Xavi sich die Zeit genommen hätte, dem „Erzähler“ psychologische Hilfe zu suchen.
Erst vier Wochen vor Beginn der Euro 2008 wurde am siebten Mai im Bernabeu der letzte Nagel in den Sarg der enttäuschenden Saison Barcas gehämmert. Madrid schickte die Katalanen mit 4:1 nach Hause, das Team von Frank Rijkaard musste demütig Spalier stehen für den neuen Meister. Iniesta verletzte sich, Xavi wurde vom Platz geschickt, während Puyol es bis heute als die schlimmste Nacht seiner Karriere bezeichnet.
Dennoch: Unter der brillianten Leitung von Luis Aragones sollten die drei Akteure Spanien zu einem Erfolg führen, der die ganze Nation in Aufruhr versetzte. Ich hatte in Neustift das Privileg, ein Teil dieses Prozesses zu werden.

Eurostars | Spaniens Akteure feiern ihren Titel 2008
Viele dachten, Xavi sei nur der nächste in einer Reihe von zwar äußerst talentierten, aber auch sehr verletzungsanfälligen Spaniern. Stattdessen wurde er zur Ausnahme und war zur Euro 2008 bereit, dies zu beweisen.Es war das erste Mal, dass „La Furia Roja“ unter Aragones dominant auftrat. Iniesta, David Silva, Cesc Fabregas, Santi Cazorla, Xavi und David Villa hieften Spanien auf ein neues Leistungslevel und blieben konstant dort. Keiner von ihnen ist größer als 175 Zentimeter, manche sind sogar bedeutend kleiner.
In ihrer Gruppe war Russland, damals noch unter Trainer Guus Hiddink. Andrey Arshavin war zwar in den ersten beiden Partien gesperrt, kehrte jedoch zur entscheidenden Partie gegen Schweden zurück. Er zerstörte sie, war Teil des ersten Treffers, traf anschließend den Pfosten und erzielte das zweite Tor selbst. Er avancierte zum Man of the Match und im Viertelfinale steigerte er sich ein weiteres Mal und nahm die Niederlande auseinander.
Vor dem Halbfinale zwischen Spanien und Russland filmte ich ein Interview mit Xavi - er war begeistert. „Der nächste, der im Fußball für Furore sorgen kann! Ich habe vor diesem Turnier nie von Arshavin gehört, dabei ist er absolute Weltklasse. Er ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Fußball für die schlauen Jungs gemacht ist. Nicht für die Großen, die den ganzen Tag rennen können.“ Anschließend ruinierte Xavi den Tag Arshavins (und das nicht zum letzten Mal) mit einem Tor und einer herausragenden Performance - 3:0 lautete der Endstand.
Iniesta, David Silva, Cesc, Santi Cazorla, Xavi und David Villa hieften Spanien auf ein neues Leistungslevel und blieben konstant. Keiner von ihnen ist größer als 175 Zentimeter, manche sind sogar bedeutend kleiner. |
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Puyol, Xavi und Iniesta landeten in der Mannschaft des Turniers, Xavi gab im Finale das entscheidende Zuspiel. Sie kehrten als Helden nach Spanien zurück.
Als sie aus dem Urlaub zurückkehrten, hatte auch schon die Saisonvorbereitung der Katalanen begonnen - sie wollten Vergeltung üben. Keine Ruhepausen, keine Erfolge auf denen man sich ausruhen könnte. Zusätzlich hatten sie einen neuen Coach.
Xavi erklärte den Einfluss, den Pep Guardiola auf den ersten Schlag hatte. „Als wir in das Training einstiegen, hat sich die Mannschaft bereits den Arsch aufgerissen“, sagte er. „Die Trainer, die Fitnesscoaches, Pep - sie flogen über uns wie Falken, drängten auf weitere Wiederholungen bei den Übungen, drängten auf mehr Intensität. Puyi (Puyol, Anm. d. Red.), Andres und ich sahen uns an und dachten: ‚Was ist denn hier los? Die Jungs laufen auf Hochtouren.‘ Doch viel wichtiger, ich selbst dachte mir: ‚Das ist einer der Momente im Leben, bei dem du auf den Zug aufspringst, oder er fährt ohne dich ab.“
Vier Jahre und 13 Titel später, stellte sich heraus, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.
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