Posen noch nicht reif für die EM - Fans sorgen für Rekorde

Es sind noch genau 217 Tage bis zum EM-Start in unserem Nachbarland Polen. Goal.com wird euch Woche für Woche den EM-Gastgeber vorstellen.

Von Kornel Pracki

Fans aus Polen
Ryan Pierse
Posen.  Es wurde vieles deutlich über den derzeitigen Vorbereitungsstand der EM-Stadt Posen, als der Klassiker zwischen Lech Posen und Legia Warschau am letzten Sonntag stattfand. Die Stimmung auf den Rängen war wie gewohnt exzellent. Deutlich anders sah es dagegen mit der Infrastruktur aus: Überlastete Züge mit Verspätungen und fehlende Gehwege in der Nähe des Stadions erschwerten die An- und Abfahrt enorm.

Auswärtsfans weiterhin nicht zugelassen

Das überdurchschnittliche Ekstraklasa-Spiel zwischen Lech Posen und Legia Warschau war auf einem hohen Niveau und gut anzusehen. Das Duell war von viel Einsatz und zahlreichen Torchancen geprägt. Einige davon besaß der ehemalige VfB Stuttgart und HSV-Profi Daniel Ljuboja, die er allerdings kläglich vergab. Nach einer spannungsvollen Schlussphase endete das Spitzenspiel zwischen den beiden Giganten schließlich torlos.

Elektrisierende Atmosphäre

Jeder der schon mal in Posen war kann bestätigen, dass im Stadion Lechs eine grandiose und einmalige Atmosphäre herrscht. Bereits Stunden vor Spielbeginn spürt man aber auch schon in großen Teilen der Stadt die Vorfreude und Lust auf das bevorstehende Event. Dieses Mal fand der Klassiker allerdings ohne das Mitwirken der gegnerischen Fans aus der Hauptstadt statt. Die Legia-Symphatisanten zeigten vor knapp fünf Monaten die hässliche Fratze des polnischen Fußballs, als sie die Hausherren mit Feuerwerkskörpern verletzten und den Gästeblock demolierten.



Posen nocht nicht EM-reif


Die Verbindung von der Innenstadt (Stary Rynek) zum Stadion ist derzeit nicht vollständig fertig gestellt und gestaltet sich daher umständlich. Da es in Posen keinen U-Bahn- beziehungsweise S-Bahn-Verkehr gibt und die Buse nur beschränkt fahren, ist die Straßenbahn die einzige schnelle öffentliche Verkehrsmittel-Verbindung zur Spielstätte Lechs. Die während eines Spieltages unregelmäßig fahrenden und überlasteten Züge, lassen die Fahrt zu einer langatmigen und nervenzehrenden Angelegenheit werden. Zudem ist der Fußweg direkt zum Eingang des Stadions eine einzige Katastrophe. Es ist schon nahezu eine Herkulesaufgabe, den massenweise rumliegenden Sand und die zahlreichen Gruben zu überqueren. Nach der Partie ist es bei Dunkelheit (keine Beleuchtung außerhalb des Stadions) umso schwieriger den Weg zur Straßenbahn zu finden.

Erneut über 30.000 Zuschauer bei Lech

Neben Lech Posen trugen in Polen schon immer die Traditionsklubs Wisla Krakau und Legia Warschau zur Hebung des Zuschauerschnitts bei. Diese drei Giganten konnten aufgrund ihrer erfolgreichen Geschichte zahlreiche Anhänger in ihre Stadien locken. Dank der kommenden Europameisterschaft profitieren nun aber weitere Vereine, wie zum Beispiel Slask Breslau und Lechia Danzig, denen neue Arenen zur Verfügung stehen. Die neuen Luxus-Stadien sorgen Spieltag für Spieltag nahezu für volle Ränge. Bei der Stadioneröffnung von Slask waren die 42.000 Tickets bereits binnen weniger Tage verkauft worden.

Zuschauerschnitt in der Ekstraklasa

Lechia mit dem besten Schnitt | EM-Stadien sorgen für Rekorde
Saison 2007/08
Saison 2008/09
Saison 2010/11
Aktuelle Saison
Wisla Krakau: 9.876
Lech Posen: 10.357 Lech Posen: 20.335 Lechia Danzig: 23 589
7.663 8.312 8.712 8.933

100.000-Marke geknackt

Am letzten Spieltag wurde in der Ekstraklasa der Zuschauerrekord gebrochen: bei acht Spielen waren mehr als 100.000 Fans in den Stadien! Diese Bestmarke wurde durch die Neueröffnung der EM-Arena in Breslau und den Klassiker in Posen möglich. Bei beiden Partien waren mehr als 75.000 Zuschauer anwesend. Den weiteren Begegnungen wurde jedoch weniger Beachtung geschenkt. Die Partie Widzew Lodz gegen Cracovia Krakau verfolgten knapp 4.000 Fans, während bei der Begegnung Belchatow-Lubin, gar nur 1.500 Fans im Stadion waren.

Eure Meinung: Wie bewertet ihr die Stadion-Atmosphäre in Polen - wart ihr schon mal selbst bei einem Ligaspiel im Land des EM-Gastgebers?

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