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Die Fans von Dynamo Dresden bestätigen ihren schlechten Ruf
Wenn nach dem Spiel nicht ausschließlich über das Geschehen auf dem Platz geredet wird, ist das kein gutes Zeichen. Die Dynamo-Fans bestätigten beim BVB ihrem schlechten Ruf.
Von Daniel Buse
Dortmund. Das Zweitrunden-Spiel des DFB-Pokals sollte eigentlich ein echter Höhepunkt für Dynamo Dresden werden. Der Zweitliga-Aufsteiger bekam als Belohnung für den Sensationssieg in der ersten Runde gegen Bayer Leverkusen ein Auswärtsspiel beim Deutschen Meister Borussia Dortmund vorgesetzt und wollte daraus einen Festtag machen. 13.000 Fans der Sachsen folgten der Einladung, für den Abend wurden T-Shirts mit der nicht ganz ernst gemeinten Parole „Europa, wir kommen“ angefertigt und die Mannschaft war hochmotiviert.
Unverständnis
Was dann folgte, war vom Team bei der 0:2-Niederlage kein echter Höhepunkt auf dem Rasen – und auf den Rängen und vor dem Stadion ein erneuter Tiefpunkt der Dynamo-Fans. „Damit müssen sich die Dresdner beschäftigen“, sagte BVB-Spieler und Oberfan Kevin Großkreutz nach dem Abpfiff gegenüber Goal.com und gab den Ball weiter zu den Gästen. Doch die schüttelten auch nur wegen des Verhaltens der eigenen Anhänger mit dem Kopf.
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Drei Unterbrechungen
„Ich weiß nicht, was wir machen sollen“, war Dynamo-Spieler David Solga ratlos. Für den gebürtigen Dortmunder sollte es das größte Spiel seiner Karriere werden, doch nach Spielende waren die Gäste eher ernüchtert. Schon vor dem Anpfiff war die Anfahrt des Borussen-Busses von Dresdnern gestört worden, während des Spiels gab es einen Zwischenfall mit einem Laserpointer und die schon üblichen Einsätze von Pyro-Technik, die das Spiel insgesamt drei Mal unterbrachen.
„Auf Krawall aus“
Bereits beim Aufstieg in der Relegation in Osnabrück waren die Dynamo-Fans unangenehm aufgefallen und hatten den Platz gestürmt. Dazu kam es in Dortmund nicht, doch die Bandenwerbung wurde teilweise zerstört, Bierbecher flogen und einzelne Fans jagten nach dem Schlusspfiff BVB-Anhängern auf der Tribüne hinterher. „Wir wussten, dass einige der Dynamo-Fans auf Krawall aus sind. Ich finde, dass das schade für den Rahmen ist: 13000 Leute aus Dresden angereist, ein riesiger Traditionsverein“, schüttelte auch Dortmunds Sebastian Kehl nach dem Abpfiff den Kopf.

Dortmunder Provokationen
Was besonders auffiel, war die Aggression und Zerstörungswut im Dynamo-Block, die durch die Provokationen der Dortmunder Fans noch verstärkt wurde. Die BVB-Anhänger präsentierten in der zweiten Halbzeit auf dem Zaun erbeutete Dynamo-Fanshirts, woraufhin im Dresdner Block Dortmund-Schals verbrannt wurden. „Europa, wir kommen? Ausreiseantrag abgelehnt“ hielten die Dortmunder Fans als herausforderndes Spruchband hoch.
Fast-Abbruch statt Fußballfest
Und damit könnten sie der Realität vielleicht ein wenig vorgreifen. Natürlich ist es nur ein kleiner Teil der Dynamo-Fans, der vor allem bei Auswärtsspielen unangenehm auffällt. Doch um das Problem in den Griff zu kriegen, wird dem DFB bald nicht mehr viel übrig bleiben, als den Dresdnern die „Ausreise“ – also das Mitfahren zu Auswärtsspielen – zu verbieten. „Sowas hat im deutschen Profifußball nichts zu suchen. Du kannst hier ein Fußballfest haben – und es führt stattdessen fast zum Abbruch“, reagierte auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach dem Schlusspfiff verärgert und fassungslos.
Eure Meinung: Wie könnte eine Lösung des Dynamo-Fanproblems aussehen?
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