Arsenal muss sich darauf vorbereiten, dass Robin van Persie im Sommer geht

Die Vertragsgespräche sollen erst Ende der Saison wieder aufgenommen werden, aber es wäre keine Überraschung für die Gunners, wenn der Niederländer einen Wechsel verlangt.

Ein Kommentar von Wayne Veysey

Champions League,Robin van Persie,Borussia Dortmund v Arsenal FC
Getty Images
London. Sogar Arsenals Silberstreif am Horizont wird an diesen Tagen von Wolken überschattet. In der Stunde des Sieges, in der er sich den besonderen Arsenal-Spielern, die 100 Tore für den Verein geschossen haben, angeschlossen hat, verschiebt Robin van Persie die Gespräche über seine Vertragsverlängerung auf unbestimmte Zeit.

Nicht dass der Klub überrascht wäre. Der Versuch, ein Treffen zu arrangieren, um formal zu verhandeln, wurde abgelehnt, weil der Kapitän erst bis zum nächsten Sommer warten möchte. Zu diesem Zeitpunkt wird sein Vertrag nur noch ein Jahr bis 2013 laufen.

Nasri als warnendes Beispiel

Man leckt sich immer noch die Wunden nach der Saga von Samir Nasri im Sommer, die letztlich doch mit seinem Abgang zu Manchester City endete. In der gleichen vertraglichen Situation wird Van Persie nächstes Jahr sein und dann sieht sich Arsenal abermals mit einer tickenden Zeitbombe konfrontiert. Ihr Kapitän, Top-Scorer und versiertester Spieler ist in  einer Situation angelangt, in der er einen Wechsel durchaus arrangieren und der Verein kaum etwas tun kann.

Alle News vom FC Arsenal bei Goal.com

Arsenal-Fans können sich über die Ungerechtigkeit der Macht eines Spielers entrüsten, aber legt man die Klub-Loyalität ab: Wer kann Van Persie dafür rügen, dass er zunächst seine Zeit abwartet und seine möglichen Optionen am Ende der Saison abwägt? Selbst für einen Spieler, der schon fast zu vertraut mit den Geräten und dem Zubehör der medizinischen Abteilung des Klubs ist, werden die Interessenten in England oder auf dem restlichen Kontinent nicht ausgehen, die ihm das doppelte Gehalt zahlen und ihm eine dauerhaftere Garantie geben können, ernsthaft um Titel mitzuspielen.

Keine echten Titel

VAN PERSIES ZEIT BEI ARSENAL
Saison
2004-05
2005-06
2006-07
2007-08
2008-09
2009-10
2010-11
2011-12
Spiele
18
21
25
20
38
18
26
8
Einwechsl.
23
17
6
3
6
2
7
0
Tore
10
11
13
9
20
10
22
5
Die sieben Jahre des Niederländers in Nord-London brachten ihm einen einzigen FA-Cup-Triumph 2005, als er nicht mal über die Rolle des Vierte-Wahl-Stürmers hinaus kam und er nur ein Randspieler war. Seine Blütezeit ist eine Geschichte vom dramatischen Scheitern und dem Abgang von Cesc Fabregas. Jetzt ist Van Persie das Aushängeschild von Arsene Wengers fabelhaftem, aber misslungenem Jugend-Projekt.

Noch ein großer Vertrag

Nächsten August wird er 29 und, aller Wahrscheinlichkeit nach, seinen letzten großen Vertrag seiner aktiven Laufbahn unterzeichnen. Sein derzeitiger Kontrakt wurde 2009 unterschrieben, bei dem er Gerüchten zufolge rund 80.000 Euro pro Woche verdient. Fabregas war der Topverdiener des Vereins mit über 100.000 Euro pro Woche, ehe er sich auf die Reise nach Barcelona begab. Nasris Gehalt liegt in ähnlichen Sphären, doch das Angebot von Manchester City, das für ihn 210.000 Euro in der Woche bereithielt, konnte er nicht ablehnen.

Während der nächsten neun Monate muss sich Wenger einer Lawine von Fragen stellen bezüglich der Zukunft seines dienstältesten Spielers. Zweifellos wird seine Antwort auf der Hoffnung basieren, dass Van Persies nächster Vertrag ein Blatt Papier mit der Überschrift „Arsenal“ sein wird. Aber Arsenal kann sich nicht eine Wiederholung von Nasris demoralisierender Saga erlauben. Es wäre naiv und rücksichtslos, zu glauben, dass Van Persie bleiben wird, zumal sich die Hinweise dagegen häufen.

Das moderne Geschäft

Sollte Arsenal einen Titel gewinnen, wobei der Premier-League-Titel bereits ein weit entfernter Traum ist, wäre es für den Niederländer durchaus leichter, wegzugehen. Mit einer Medaille in der Tasche könnte er seine Sachen packen und erhobenen Hauptes wechseln. Obgleich Wenger es nicht gerne hört: Der moderne Spieler, vor allem der, der vom Kontinent geholt wird, zeigt nicht die gleiche Zugehörigkeit und Loyalität zum Verein, wie es vergangene Generationen getan haben. Kommt ein besseres Angebot von Rotterdam, Barcelona oder Marseille, zieht es den Spieler weiter.

Die Vorbereitungen müssen laufen

Van Persies Vertrag läuft nur noch bis 2013, deshalb ist der Wunsch, vor dem Sommer 2012 neu zu verhandeln, offensichtlich. Erlaubt man einem Spieler das finale Jahr seines Vertrags in der Nach-Bosman-Ära einzugehen, ebnet man die Möglichkeit, dass er ablösefrei gehen kann, sobald der Vertrag abgelaufen ist.

Arsenal kann sich nicht die knapp 25 Millionen Euro, die der Spieler wert ist, durch die Finger gleiten lassen. Für den Fall, dass Van Persie im Mai dann doch sagt, er möchte lieber gehen, sollte der Klub wenigstens Profit daraus schlagen und sich selbst genug Zeit geben, um einen erstklassigen Ersatz zu finden. Versucht man das gesamte Transferfenster lang, ein paar extra Millionen aus dem möglichen Käufer herauszuquetschen, wird das genauso kontraproduktiv wie bei Nasri enden.

Die Liverpool-Strategie?

Zugegebenermaßen, gibt es ein starkes Gründe für Arsenal, das noch rund 60 Millionen Euro Transfergeld in der Kasse hat, die dafür sprechen, dass man Van Persie lieber für eine beträchtliche Summe – sagen wir 35 Millionen Euro – im Januar abgibt, um in der Halbzeit der Saison noch einen neuen Mittelstürmer zu holen.

Diese Strategie bewies sich bei Liverpool als sehr effektiv, als Fernando Torres an Chelsea verkauft wurde und Luis Suarez und Andy Carroll ins Team integriert wurden. Sich nicht auf einen Abgang Van Persies vorzubereiten, wäre unverzeihlich, sieht man sich die Vielzahl an Fehlern an, die zu Nasris Abgang geführt haben. Hat sich der Spieler noch keine Gedanken gemacht, schön und gut. Aber Arsenal darf nicht wieder ins Hintertreffen gelangen und es ist die Pflicht des Vereins, jetzt durchsetzungsfähiger zu sein.

Eure Meinung: Wie werden sich Arsenal und van Persie entscheiden?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !


 
Goal.com-Flutlicht
  1. Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte

    Es ging um richtig viel Geld, als der belgische Shootingstar beiden Großklubs aus Manchester absagte und an die „Stamford Bridge“ wechselte. Dort macht er nun so richtig Kasse.

  2. Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine? Bensingers Bayern – Die FCB-Kolumne: Mit zwei Spitzen gegen dreckige Scheine?

    KOLUMNE - Jede Woche gibt euch FCB-Reporter Maximilian Bensinger Einblick in sein Gefühlsleben. Was gibt es Neues an der Säbener Straße? Emotional und erschreckend subjektiv!

  3. Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten Mit Giovinco, M'Vila & van der Wiel: Die EM-Stars, die in diesem Sommer wechseln könnten

    Die EM bietet den teilnehmenden Akteuren die Möglichkeit, sich ins Schaufenster zu stellen, um sich für neue Klubs zu empfehlen - wir bieten einen Überblick der Wechselkandidaten.

  4. Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de! Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!

    Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde