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Houllier, Dalglish, Daum, Sacchi: Die Trainer, die vor Ralf Rangnick aus gesundheitlichen Gründen aufhören mussten
Ob Meister, Pokalgewinner oder Europapokalsieger: Vor gesundheitlichen Problemen ist ein Trainer im Haifischbecken Bundesliga nicht gefeit. Das zeigen die folgenden Beispiele.
Von Falko Blöding
, 1. FC Köln, AS Rom, Aston Villa, Besiktas Istanbul, CD Nacional, Celtic, FC Liverpool, FC Parma, Fenerbahce, Manchester City FC, Newcastle, Schalke 04, Sparta Rotterdam, Christoph Daum, Feldkamp, Martin O'Neill, Kenny Dalglish, Stéphane Demol, Steve Coppell, Manuel Machado, Mustafa Denizli, Huub Stevens, Joe Kinnear , Ralf Rangnick, Gérard Houllier, Cesare Prandelli
Bongarts
Berlin. Der Paukenschlag ertönte am Donnerstagvormittag: Ralf Rangnick legte mit sofortiger Wirkung seinen Posten als Trainer des FC Schalke 04 nieder. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn zu diesem Schritt und die Geschichte zeigt, dass Rangnick längst nicht der erste Chefcoach ist, der aus gesundheitlichen Gründen eine Pause einlegen muss.
Bekannten und erfolgreichen Trainer setzte der Druck des Profifußballs psychisch zu, andere laborierten an körperlichen Beschwerden. Wieder andere wie Martin O'Neill (Celtic Glasgow), Huub Stevens (1. FC Köln) oder Cesare Prandelli (AS Rom) entschieden sich wegen der Erkrankungen ihrer Ehefrauen gegen ihren Job.
Diese prominenten Exemplare können oder konnten ihren Beruf nicht mehr ausüben:
Nach seiner Demission in Hoffenheim Anfang des Jahres wollte sich der 53-Jährige eigentlich volle sechs Monate Pause gönnen. Doch der Anruf seines „Herzensklubs“ Schalke warf dies über den Haufen und Rangnick war schnell auf der großen Bühne zurück. Womöglich zu schnell, denn der „Professor“ zog nun die Reißleine und trat wegen eines Erschöpfungssyndroms zurück.
Rangnick will nun seine Akkus wieder aufladen, sein Arzt bescheinigte ihm, dass er danach durchaus wieder in der Bundesliga arbeiten könne.
Seine Gesundheit spielte Gerard Houllier während seiner Trainerlaufbahn gleich zwei Mal einen Streich. Der ehemalige Coach der französischen Nationalelf musste sich 2001 in Diensten des FC Liverpool einer Herzoperation unterziehen. Drei Jahre später zog Houllier sich zurück, machte Pause, arbeitete in Lyon und als Direktor beim französischen Verband.
Den 64-Jährigen zog es jedoch zurück auf die Trainerbank und er heuerte im September 2010 bei Aston Villa an. Wenig später machten ihm erneut Herzprobleme zu schaffen, sein Assistent Gary McAllister übernahm das Training und im Sommer hörte Houllier auf.
In der Türkei ist Mustafa Denizli eine Trainer-Ikone. Als einziger Coach schaffte er es, mit Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas die Süper Lig zu gewinnen. Doch auch er musste dem großen Druck im Geschäft Profifußball Tribut zollen und verließ Besiktas im Sommer 2010 vorzeitig.
„Um wieder gesund zu werden, muss ich eine gewisse Zeit auf schwere Aufgaben, Stress und Aufregungen verzichten“, teilte er damals mit. Der 61-Jährige ist bis heute nicht auf die Trainerbank zurückgekehrt.
Christoph Daum ist allgemein als „Hans Dampf in allen Gassen“ bekannt. Auch er musste während seiner turbulenten Trainerkarriere allerdings zwischenzeitlich kürzer treten. Bei seinem zweiten Engagement bei Fenerbahce Istanbul nahm er im Sommer 2006 trotz laufenden Kontrakts seinen Hut. „Ich habe den Verein aus gesundheitlichen Gründen gebeten, mich aus meinem Vertrag zu entlassen“, so Daum.
Nach einer knapp sechsmonatigen Auszeit heuerte er anschließend beim 1. FC Köln an. 2009 kehrte er zu „Fener“ zurück, ehe er in der vergangenen Rückserie erfolglos versuchte, die Frankfurter Eintracht vor dem Abstieg aus der Bundesliga zu retten.
Der ehemalige Verteidiger von internationalem Format ist in Belgien extrem beliebt. Ihm gelang mit den „Roten Teufeln“ 1986 der Einzug ins WM-Halbfinale. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere, sammelte er als Co-Trainer von Standard Lüttich und der Nationalmannschaft, sowie bei Stationen in Griechenland und Zypern erste Erfahrungen.
2009 heuerte er beim SC Charleroi an, um dort nach vier Monaten bereits wieder seinen Rücktritt einzureichen. Seine Gesundheit hatte einfach nicht mehr mitgespielt. Mittlerweile arbeitet er in Griechenland beim Erstligisten PAS Giannina.
Nach seiner erfolgreichen Zeit beim 1. FC Kaiserslautern wechselte Karl-Heinz Feldkamp 1992 zu Galatasaray Istanbul. Dort holte er auf Anhieb die Meisterschaft. Sieben Jahre später unterschrieb er beim Lokalrivalen Besiktas. Dort blieb er nur wenige Tage, seine alten Herz- und Kreislaufprobleme waren zurückgekehrt. „Der Stress in Istanbul hat mich krank gemacht“, erläuterte Feldkamp.
Im vergangenen Jahrzehnt arbeitete er als Berater von Galatasaray und gab in der Saison 2007/08 ein weiteres, kurzes Comeback als Chefcoach.
Das einstige Trainergenie des italienischen Fußballs folgte Anfang 2001 in Parma auf den geschassten Alberto Malesani. Nach nur drei Wochen erklärte er dort seinen Rücktritt und Italiens Tifosi waren schockiert: Sacchi, der stets als harter Hund gegolten hatte, litt an Depressionen und Panik-Anfällen. Er selbst sprach bei seinem Abschied von „zu viel Stress“.
Nachdem er vier Jahre später einige Monate als sportlicher Leiter von Real Madrid fungiert hatte, ist der 65-Jährige nun Nachwuchskoordinator beim italienischen Verband.
Newcastle United erwischte ein verkorkste Saison 2008/09. Der Traditionsklub kämpfte gegen den Abstieg aus der Premier League und musste das letzte Saisondrittel ohne Trainer Joe Kinnear auskommen. Der heute 64 Jahre alte Ire wurde im Februar am Herzen operiert und bekam drei Bypässe.
Sein Assistent Chris Hughton wurde zum Chefcoach befördert, im April sollte Klub-Legende Alan Shearer den Verein retten. Es nützte nichts, Newcastle stieg ab und Joe Kinnear hat seitdem nicht wieder als Trainer gearbeitet.
Der in Diez geborene Deutsche verbrachte nahezu seine gesamte Trainerkarriere in den Niederlanden, dort betreute er elf verschiedene Vereine. Zwischen 2001 und 2003 nahm er sich eine schöpferische Pause und nahm dann eine Offerte von Sparta Rotterdam an. Sein Arzt riet ihm prompt zum Rücktritt und Korbach schmiss nach nur zwei Trainingseinheiten die Brocken.
Anschließend arbeitete er nur noch bei kleineren Vereinen in den Niederlanden und Asien. Vor wenigen Wochen verstarb er an den Folgen eines Herzinfarkts.
Völlig überraschend reichte „King Kenny“ im Februar 1991 den Rücktritt bei „seinem“ FC Liverpool ein. Sein Abschied war eine Folge der Katastrophe von Hillsborough 1989. Dalglish besuchte anschließend zahlreiche Trauerfeiern der Opfer und verkündete schließlich, der Druck sei ihm zu groß geworden. Später verriet er, dass er an einem Trauma gelitten habe.
Anschließend arbeitete er bei den Blackburn Rovers, Newcastle United und Celtic Glasgow. Vor elf Jahren beendete er seine Trainerlaufbahn, doch Anfang dieses Jahres kehrte er als gefeierter neuer Coach an die „Anfield Road“ zurück.
Manuel Machado sorgte Ende 2009 für Schlagzeilen: Der Coach des damaligen Europa-League-Gegners von Werder Bremen hatte sich einer Fettabsaugung unterziehen lassen und bei dem Eingriff war es zu Komplikationen gekommen und Machado musste in ein künstliches Koma versetzt werden.
Aus diesem erwachte er glücklicherweise wieder und nach acht Wochen Zwangspause konnte er wieder mit seiner Mannschaft arbeiten. Am Ende der Saison für für ihn bei Nacional allerdings Schluss und nach 14 Monaten bei Vitoria Guimaraes ist er derzeit auf Jobsuche.
Sechs Wochen lang hatte Manchester City 1996 einen neuen Chefcoach gesucht, ehe im Oktober Steve Coppell präsentiert wurde. Doch dessen Engagement dauerte nur 33 Tage.
Der 42-malige englische Nationalspieler erklärte: „Ich schäme mich nicht dafür, zuzugeben, dass mir der Druck auf meine Person große Probleme bereitet. Das hat mich seit dem Moment meiner Unterschrift überwältigt und ich kann den Job nicht so erledigen, wie ich es möchte. Meine Gesundheit ist bedroht und darum habe ich den Verein gebeten, mich freizugeben.“ Später arbeitete er unter anderem sechs Jahre lang erfolgreich beim FC Reading.
Bekannten und erfolgreichen Trainer setzte der Druck des Profifußballs psychisch zu, andere laborierten an körperlichen Beschwerden. Wieder andere wie Martin O'Neill (Celtic Glasgow), Huub Stevens (1. FC Köln) oder Cesare Prandelli (AS Rom) entschieden sich wegen der Erkrankungen ihrer Ehefrauen gegen ihren Job.
Diese prominenten Exemplare können oder konnten ihren Beruf nicht mehr ausüben:
| RALF RANGNICK |
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Rangnick will nun seine Akkus wieder aufladen, sein Arzt bescheinigte ihm, dass er danach durchaus wieder in der Bundesliga arbeiten könne.
| GERARD HOULLIER |
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Den 64-Jährigen zog es jedoch zurück auf die Trainerbank und er heuerte im September 2010 bei Aston Villa an. Wenig später machten ihm erneut Herzprobleme zu schaffen, sein Assistent Gary McAllister übernahm das Training und im Sommer hörte Houllier auf.
| MUSTAFA DENIZLI |
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„Um wieder gesund zu werden, muss ich eine gewisse Zeit auf schwere Aufgaben, Stress und Aufregungen verzichten“, teilte er damals mit. Der 61-Jährige ist bis heute nicht auf die Trainerbank zurückgekehrt.
| CHRISTOPH DAUM |
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Nach einer knapp sechsmonatigen Auszeit heuerte er anschließend beim 1. FC Köln an. 2009 kehrte er zu „Fener“ zurück, ehe er in der vergangenen Rückserie erfolglos versuchte, die Frankfurter Eintracht vor dem Abstieg aus der Bundesliga zu retten.
| STEPHANE DEMOL |
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2009 heuerte er beim SC Charleroi an, um dort nach vier Monaten bereits wieder seinen Rücktritt einzureichen. Seine Gesundheit hatte einfach nicht mehr mitgespielt. Mittlerweile arbeitet er in Griechenland beim Erstligisten PAS Giannina.
| KARL-HEINZ FELDKAMP |
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Im vergangenen Jahrzehnt arbeitete er als Berater von Galatasaray und gab in der Saison 2007/08 ein weiteres, kurzes Comeback als Chefcoach.
| ARRIGO SACCHI |
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Nachdem er vier Jahre später einige Monate als sportlicher Leiter von Real Madrid fungiert hatte, ist der 65-Jährige nun Nachwuchskoordinator beim italienischen Verband.
| JOE KINNEAR |
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Sein Assistent Chris Hughton wurde zum Chefcoach befördert, im April sollte Klub-Legende Alan Shearer den Verein retten. Es nützte nichts, Newcastle stieg ab und Joe Kinnear hat seitdem nicht wieder als Trainer gearbeitet.
| FRITZ KORBACH |
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Anschließend arbeitete er nur noch bei kleineren Vereinen in den Niederlanden und Asien. Vor wenigen Wochen verstarb er an den Folgen eines Herzinfarkts.
| KENNY DALGLISH |
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Anschließend arbeitete er bei den Blackburn Rovers, Newcastle United und Celtic Glasgow. Vor elf Jahren beendete er seine Trainerlaufbahn, doch Anfang dieses Jahres kehrte er als gefeierter neuer Coach an die „Anfield Road“ zurück.
| MANUEL MACHADO |
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Aus diesem erwachte er glücklicherweise wieder und nach acht Wochen Zwangspause konnte er wieder mit seiner Mannschaft arbeiten. Am Ende der Saison für für ihn bei Nacional allerdings Schluss und nach 14 Monaten bei Vitoria Guimaraes ist er derzeit auf Jobsuche.
| STEVE COPPELL |
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Der 42-malige englische Nationalspieler erklärte: „Ich schäme mich nicht dafür, zuzugeben, dass mir der Druck auf meine Person große Probleme bereitet. Das hat mich seit dem Moment meiner Unterschrift überwältigt und ich kann den Job nicht so erledigen, wie ich es möchte. Meine Gesundheit ist bedroht und darum habe ich den Verein gebeten, mich freizugeben.“ Später arbeitete er unter anderem sechs Jahre lang erfolgreich beim FC Reading.
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