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Borussia Mönchengladbach: Die Verletzungsfalle schnappt wieder zu
In der vergangenen Saison rutschte die Borussia nicht zuletzt einer Verletzungsmisere in eine Negativspirale, die fast im Abstieg endete. Nun wächst das Lazarett erneut an...
Von Christoph Vogel
Mönchengladbach. Ex-Trainer Michael Frontzeck nennt das anhaltende Verletzungspech in der abgelaufenen Saison auch heute noch als einen der größten Stolpersteine bei Borussia Mönchengladbach. Nun, nicht nur er selbst kam zu Fall, auch die Fohlen standen am Abgrund. Doch unter Lucien Favre standen sie auf und überzeugten in den ersten Spielen der neuen Saison. Aber erneut läuft nicht alles nach Plan, denn das Lazarett bleibt stets gut besucht. Ist die Borussia nun besser vorbereitet?
„Ausrede“ Verletzungspech?
Sportdirektor Max Eberl musste im vergangenen Winter kräftig nachrüsten, um Fehler aus der Saisonplanung zu korrigieren. Mit nur zwei erfahrenen Innenverteidigern in die Spielzeit zu gehen, erwies sich (fast) als der Stempel auf den Abstieg. Dante und Roel Brouwers fielen früh in der Saison langfristig aus, Kapitän Filip Daems spielte da bereits auf seiner linken Seite unter Form und konnte in der Innenverteidigung nicht wirklich überzeugen. Auch wenn das Verletzungspech sicherlich nur ein Faktor von vielen war, zerstörte es so manche Hoffnung im Keim. Teilweise musste es gar als „Ausrede“ herhalten.
Stranzl ein wichtiger Faktor
Zur Rückrunde bildete Martin Stranzl neben Dante die Innenverteidigung. Die Verpflichtung des Österreichers war ein entscheidender Coup von Eberl, denn die Abwehr gewann sprunghaft an Stabilität. Auch der damals erst 20-jährige Neuzugang Havard Nordtveit wusste zu überzeugen im Duett mit Roman Neustädter vor der Abwehr. Nicht alles war Gold was glänzte, doch Favre formte aus der ehemaligen Schießbude eine sichere Defensivformation. Wichtig auch, dass die Borussia im letzten Saisondrittel weitgehend von jenen Verletzungen (mit Ausnahme von Blessuren) verschont blieb.
Stabilisierte die Abwehr: Martin Stranzl
Reus droht auszufallen
Dass sich Marco Reus ausgerechnet erst im letzten Spiel der Saison in der Relegation in Bochum verletzte, schien zu passen. Stürmer Igor de Camargo indes entwickelt sich seit seiner Ankunft in Mönchengladbach zum Pechvogel des Teams. Immer wieder werfen den Brasilianer mit belgischem Pass mal mehr, mal weniger schwere Verletzungen zurück. Zuletzt laborierte er an Schmerzen am Zehennagel, nachdem er eine Rückenverletzung gerade erst auskuriert hatte. Viel schlimmer allerdings wiegt der voraussichtliche Ausfall von Marco Reus gegen den 1. FC Kaiserslautern. Zum vierten Mal musste der 22-Jährige sein Länderspieldebüt nun absagen. Die Adduktoren zwicken und lassen ihn wohl gegen die „roten Teufel“ zuschauen.
Kader bietet mehr Alternativen
Vielen Borussen-Fans schwant nun schon übles. Doch die Mannschaft ist nun ausgeglichener besetzt und kann Ausfälle leichter ersetzen, auch wenn das Fehlen eines Reus äußerst schmerzhaft wäre. Aber Favre verlässt sich auf seine Bank und seine Philosophie des intelligenten Spiels. Weniger die Einzelkünstler, als das Verschieben der gesamten Kette auf dem Platz ist von Bedeutung. Sollte Reus nicht zur Verfügung stehen, stehen der im Testspiel überzeugende Yuki Otsu oder Lukas Rupp parat, den bald-Nationalspieler zu ersetzen. Im Angriff hat Raul Bobadilla gute Karten, wenn es bei de Camargo nicht für die Startelf reichen sollte. Eine wichtige Nachricht erreichte die Fans unter der Woche: Schlussmann Marc-André ter Stegen ist nach einer Verletzung am Wadenbein wieder im Training.
Eure Meinung: Gibt es eine Mannschaft in der Bundesliga, die auf jeder Position gleichwertig besetzt ist? Welche Spieler sind durch niemanden zu ersetzen?
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