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Keine Zukunft in Mönchengladbach: Idrissou fällt Favres Polyvalenz zum Opfer
Der Kameruner wurde vom Trainer in Gladbach aussortiert, will sich aber nicht so leicht geschlagen geben. Die Zeichen stehen dennoch auf Trennung.
Von Christoph Vogel
Mönchengladbach. Lucien Favre ist ein Trainer mit System, der genau weiß, was und vor allem wen er will. Wer nicht in das Schema des Spielertypen passt, der ihm vorschwebt, darf er sich einen neuen Verein suchen. So geschehen bei Mohamadou Idrissou, der in den letzten Testspielen bei Borussia Mönchengladbach nicht einmal mehr für den Kader nominiert worden war. Doch warum steht der 31-Jährige plötzlich außen vor? Die Antwort liegt in Favres Polyvalenz.
Schnelligkeit ist gefragt
Polyvalenz, das ist so etwas wie das Lieblingswort des Schweizers. Es beschreibt kurz und knapp das, was sich auf dem Platz abspielt, wenn seine Spieler das umsetzen, was er fordert. Und das ist höchste Fußballkunst: Die zehn Feldspieler folgen nicht einer starren Taktik, sondern verschieben, variieren und manövrieren sich über die volle Breite des Spielfeldes. Bei eigenem Ballbesitz stehen stets mehrere Mitspieler frei, um den Angriff fortzuführen, bei einem Angriff des Gegners wird schnell umgestellt. Das Ergebnis ist eine ständige Überzahl gegenüber der anderen Mannschaft. Diese Flexibilität erfordert ein hohes Maß an gedanklicher und körperlicher Schnelligkeit. Wer nicht die Anforderungen mitbringt, wird aussortiert. Wie Idrissou.
„Es kann nicht an meiner Leistung liegen“
Der Angreifer schoss fünf Tore in 33 Spielen und war insbesondere durch seine immense Kopfballstärke – offensiv wie defensiv – von Nutzen. Doch diese Qualitäten sind nun nicht mehr gefragt. Der Verein teilte Idrissou intern bereits mit, dass man nicht mehr mit ihm plane, doch der Kameruner will von einem Wechsel (Vertrag bis 2012) nichts wissen: „Ich ziehe das hier durch. Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen, habe immer alles für Borussia gegeben. Das bleibt auch weiter so“, sagte er der Bild. „Es kann nicht an meiner Leistung liegen, dass man mich nicht mehr will. Fans sprechen mich überall an, keiner versteht, was man mit mir macht.“
Tischtuch ist zerschnitten
Das mit dem zuschulden kommen stimmt nur halb, denn schon im Dezember des letzten Jahres strich der damalige Trainer Michael Frontzeck Idrissou aus dem Kader für das DFB-Pokalspiel gegen Hoffenheim. Die Begründung: Der Kameruner hatte zuvor den Verein öffentlich kritisiert. „Ich weiß nicht, warum ich nicht spiele. Das habe ich satt. Bis zum Ende geht das so nicht“, wehklagte er damals im Boulevardblatt. „Ich bin nicht gewechselt, um Letzter zu sein, sondern um oben mitzuspielen“. Paul Stalteri wurde seinerzeit in die U23 degradiert und trainierte dort bis zu seinem Vertragsende in diesem Sommer. Idrissou würde auch diesen Weg gehen. Das die Borussia für ihn noch einmal eine Ablöse kassiert, ist unwahrscheinlich, eine Vertragsauflösung denkbar. Dabei hatte Idrissou bei seiner Vorstellung vor einem Jahr die Fohlen noch als seinen Traumverein bezeichnet...
Eure Meinung: Wie geht es weiter mit Mo Idrissou?
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