Ein Neuanfang oder der Anfang vom Ende? Borussia Mönchengladbach und der Fall Michael Bradley

Eigentlich hatte Max Eberl schon mit den Millionen gerechnet, die Kaufoption wurde gezogen. Nun kehrt Bradley doch an den Niederrhein zurück. Die Frage ist: Für wie lange?

Von Christoph Vogel

Michael Bradley-Gladbach-(Getty)
Getty

Mönchengladbach. Die Zuschauer am Trainingsgelände von Borussia Mönchengladbach bekamen heute zum ersten Mal seit langer Zeit ein Gesicht zu sehen, dass bekannt, aber doch irgendwie neu ist: Michael Bradley kehrte vom Gold Cup zurück und trainierte am heutigen Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft. Ist der US-Amerikaner nur geduldet oder eine sportliche Verstärkung?

Kaufoption nicht gezogen

3,7 Millionen Euro sollte der Transfer des 23-Jährigen einbringen, doch Aston Villa verpflichtete mit Alex McLeish einen neuen Trainer, der Bradley nicht mehr haben wollte. Die Kaufoption wurde nicht gezogen und die Einnahmen gingen den Bach runter. Sportdirektor Max Eberl würde Bradley gerne vor Ende der Transferperiode veräußern, doch es fehlt an Interessenten. Der defensive Mittelfeldspieler, der am liebsten als offensiver Part der beiden Sechser agiert, kam in der Premier League nur auf drei Kurzeinsätze. Anderen Vereinen konnte er sich so kaum präsentieren.

Keine Zukunft in England

Laut Steven Saunders, Chefredakteur von Goal.com UK, ist für den Nationalspieler das Kapitel Premier League vorerst beendet: „Für Bradley scheint es in England keine Zukunft mehr zu geben. Aston Villa hat die Option, ihn nach seiner Ausleihe zu verpflichten, nicht gezogen. Angesichts der Tatsache, dass er bei ihnen nicht wirklich einschlagen konnte, hat er sich selbst keine allzu große Chance gegeben, einen anderen Verein in der Premier League zu finden.“

Favre: „Ich arbeite gern mit Bradley“

Bradley hatte im Winter – damals noch unter Trainer Michael Frontzeck – auf einen Wechsel gedrängt. Der Wunsch wurde ihm erfüllt, auch wenn es nun wieder zurück an alte Wirkungsstädte geht: „Meine Erfahrung bei Villa war gut, aber es gibt nun eine neue Situation,“ erklärte er im Juni gegenüber Reportern. In Gladbach trifft Bradley in Lucien Favre auf einen neuen Trainer. Geht mit dem Schweizer auch ein Neuanfang bei der Borussia einher? „Michael ist jetzt erst einmal hier und wir werden sehen, ob er bleibt oder nicht,“ sagte Favre nach dem Training laut Borussia offizieller Homepage. „Aber er hat einen gültigen Vertrag bei Borussia und wenn er bleiben möchte, ist das kein Problem für mich. Dann arbeite ich gerne mit ihm zusammen.“

Im nächsten Derby wieder vereint? Lukas Podolski (l.) und Michael Bradley

Ein Kämpfer mit Erfahrung

Einen Bradley in Bestform kann die Borussia aber durchaus gebrauchen, vor allem, weil der US-Amerikaner eine kämpferische Note in die Mannschaft hineinbringt, die sonst nur wenige im Kader aufweisen. Zudem könnte er mit seiner bereits großen Erfahrung den jungen Spielern um ihn herum Halt geben – ein Fakt, der besonders im Abstiegskampf wichtig ist. Favre selbst gibt zu, noch nicht mit Bradley gesprochen zu haben, doch das wird sich bald sicherlich ändern. Ins System des Trainers würde er passen, hat er doch neben der Zweikampfstärke auch eine gute Technik und einen Schuss Torgefahr anzubieten.

Bradley „schaut nach vorne“

Die Situation wäre nicht brenzlig, wenn der Vertrag Bradley nicht 2012 auslaufen würde. Will die Borussia noch Geld für ihn sehen, muss sie ihn verkaufen. Natürlich nur bei der Annahme, dass Bradley seinen Vertrag nicht verlängern will. Bei seiner Rückkehr gab er sich jedenfalls wie ein echter Profi und bot die im Geschäft üblichen Floskeln: „Ich freue mich, wieder hier zu sein,“ sagte Bradley nach dem Training. „Zwar hatte ich nur neun Tage frei, bin aber froh, jetzt wieder auf dem Platz zu stehen. Ich habe mich gefreut, meine alten Mannschaftskollegen wieder zu sehen und werde hart im Training arbeiten und weiterhin alles für den Club geben.“ Auch eine Vertragsverlängerung scheint nicht gänzlich fernab der Realität. Seinen Platz auf dem Mannschaftsfoto der neuen Saison hat Bradley zumindest gefunden...

Eure Meinung: Bleibt Michael Bradley in Mönchengladbach oder findet die Borussia noch einen Abnehmer?



 
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