Copa America: Favoriten und gefährliche Außenseiter

Klangvolle Namen und schillernde Persönlichkeiten. Die Copa America dürfte ein Fest für Fußballfans werden. Wir versorgen Euch mit Infos zu den aussichtsreichsten Titelanwärtern.

Von Falko Blöding

Grund zum Jubel haben Diego Forlan und Luis Suarez (Getty Images)
Buenos Aires. Noch gut 24 Stunden, dann rollt bei der Copa America in Argentinien der Ball. Gelingt der „Albiceleste“ von Sergio Batista im eigenen Land der Triumph? Oder setzt sich zum dritten Mal in Serie die „Selecao“ durch? Können die Außenseiter Uruguay, Chile und Paraguay den Topfavoriten in die Suppe spucken? Goal.com stellt Euch die Protagonisten der 43. Auflage der Südamerikameisterschaft vor!

ARGENTINIEN: Der offensivstarke Gastgeber

Zwar sind die Argentinier mit 14 Titel der Rekordsieger des Turniers, doch seit 1993 hat die „Albiceleste“ den Pokal nicht mehr in die Höhe gereckt. Eine viel zu lange Durstrecke, wenn es nach dem Selbstverständnis von Spielern und Fans geht. Mit dem Heimpublikum im Rücken strebt Maradona-Nachfolger Sergio Batista seinen ersten Titel bei den Senioren an. Dabei hat er einen Kader zusammengestellt, der vor allem in der „Abteilung Attacke“ seinesgleichen sucht.


Torgefährliches Duo: Lionel Messi und Sergio Agüero.

Für die drei Angriffspositionen in seinem 4-3-3 stehen Batista unter anderem Weltfußballer Lionel Messi, Carlos Tevez, Sergio Agüero, Diego Milito, Ezequiel Lavezzi und Gonzalo Higuain zur Verfügung. „Luxusproblem“ nennt man das wohl. Ein wenig Grund zur Sorge bereitet dagegen die Abwehr, in der die Qualität deutlich niedriger ist. Gabriel Milito, Nicolas Burdisso und Javier Zanetti haben in ihren Klubs aus unterschiedlichen Gründen keine gute Saison gehabt und dazu gesellt sich der junge Russland-Legionär Marcos Rojo.

BRASILIEN: Der Titelverteidiger mit neuem Gesicht

2003 und 2007 war der Rekordweltmeister bei der Copa America das Maß aller Dinge. Nach der verpatzten WM in Südafrika - Brasilien scheiterte im Viertelfinale an den Niederländern - leitete der neue Trainer Mano Menezes einen Umbruch ein. Viele neue Spieler wurden integriert, alte Stars aussortiert. In Brasilien sind Fans und Experten gespannt, wie sich die neuformierte „Selecao“ auf der großen Bühne präsentiert. Menezes hat versucht, den Druck von seinen Spielern zu nehmen und betont, er sehe das Turnier als Test für die immens wichtige Weltmeisterschaft im eigenen Land 2014.


Brasiliens junge Garde um Neymar, Alexandre Pato und Ganso will auch in Argentinien jubeln.

Zu den Stars der Brasilianer zählen die Abwehrrecken Lucio und Thiago Silva. Sie gehören zu den besten ihrer Zunft. Neugierde weckt definitiv auch das Angriffstrio um Robinho, Alexandre Pato und den Shootingstar Neymar vom FC Santos. Der 19-jährige dürfte ebenso wie sein Klubkamerad Ganso, Brasiliens neue Spielmacher, nach dem Gewinn der Copa Libertadores mit Santos nur so vor Selbstvertrauen strotzen.

URUGUAY: Der WM-Vierte mit dem furchterregenden Angriff

Brasiliens Abwehrspieler Thiago Silva nannte neben Argentinien die Uruguayer als schärfsten Konkurrenten um den Titel. Nicht ganz ohne Grund, denn die Schützlinge von Coach Oscar Tabarez bewiesen nicht zuletzt bei der WM im Vorjahr, dass sie im Konzert der ganz Großen mitspielen können. Am Ende belegten sie Rang vier und stellten mit Stürmerstar Diego Forlan den besten Spieler des Turniers. Ebenso wie Argentinien gewannen die „Urus“ 14 Mal die Copa America und sind damit Rekordsieger.


Edinson Cavani schoss den SSC Neapel mit 25 Toren zum dritten Platz in der Serie A.

Uruguay verfügt traditionell über eine hohe Disziplin. Die Defensive um Diego Godin und Diego Lugano ist nur schwer zu knacken und auch im Mittelfeld finden sich Spieler, die längst in Europa den Durchbruch geschafft haben (Walter Gargano, Alvaro Pereira). Bei den beiden hochtalentierten Youngstern Gaston Ramirez und Nicolas Lodeiro, empfiehlt es sich, etwas genauer hinzusehen. Das Prunkstück der „Celeste“ ist jedoch ohne Frage der Angriff mit den Stars Forlan, Edinson Cavani und Luis Suarez.

CHILE: Der Geheimtipp vieler Experten

Nicht wenige Fachleute trauen den Chilenen im Vorfeld des Turniers eine Überraschung zu. Bei der letzten WM stießen sie ins Achtelfinale vor und spielten dabei ansehnlichen Fußball. Chiles Stärke ist die Mischung aus aggressiver Verteidigung und blitzschnellem Umschalten im Spiel nach vorn. Zahlreiche Spieler verdienen mittlerweile ihre Brötchen in Europas Topligen und dieser Einfluss hat sich auch positiv auf die Leistungen der „Equipo de Todos“ ausgewirkt.


Will im Nationalteam an seine Udinese-Form anknüpfen: Dribbelkünstler Alexis Sanchez.

Zu den herausragenden Akteuren im Team von Claudio Borghi zählen Arturo Vidal von Bayer Leverkusen und Udineses Mauricio Isla. Vidal absolvierte in der Bundesliga seine stärkste Saison überhaupt und wird von zahlreichen Spitzenvereinen umworben und Isla gelang mit Udinese Calcio der überraschende Einzug in die Champions League. Islas Vereinskamerad Alexis Sanchez zählte nicht nur in der abgelaufenen Saison in der Serie A zu den besten Spielern, er gehört auch zu den besten Individualisten bei der Copa America. Der 22-jährige will beweisen, warum er beim FC Barcelona auf auf dem Wunschzettel steht.

PARAGUAY: Der unbequeme Gegner

Zwei Mal gewann Paraguay die Südamerikameisterschaft, zuletzt 1979. Trainer Gerardo Martino, der als Argentinier sein persönliches Heimspiel erlebt, ist seit vier Jahren im Amt und gilt als exzellenter Fachmann. Er hat eine defensiv sehr gute organisierte Mannschaft zusammengestellt, die als ganz unbequemer Gegner gilt. Paraguay mag es nicht, selbst das Geschehen zu diktieren. Vielmehr liegt die Stärke der Elf im exzellenten Konterspiel.


Nelson Valdez, wie ihn die Paraguayer am liebsten sehen wollen.

Einen Härtefall musste Martino bei der Kadernominierung lösen: Stürmerstar Oscar Cardozo von Benfica Lissabon steht wegen anhaltender Formschwäche nicht im Kader der „Albirroja“. Eine Entscheidung, die in Paraguay für viel Diskussionen sorgte. Für die Tore sollen anstelle Cordozos nun Borussia Dortmunds Lucas Barrios, Roque Santa Cruz und Nelson Valdez sorgen.

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