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Problem erkannt: Werder Bremen ist zu ideenlos! Diese Kandidaten könnten das beheben
Eine Rückkehr von Fanliebling Diego nach Bremen wird es nicht geben. Doch die Bosse an der Weser haben ein Kreativitätsproblem ausgemacht. Wer könnte es lösen?
Von Falko Blöding
Bremen. Keine Frage, kaum ein Klub der Bundesliga wurde in dieser Saison derartig vom Verletzungspech heimgesucht wie Werder Bremen. Heraus kam eine miese Saison, noch immer ist der Vorjahresdritte nicht vor dem Abstieg gerettet. Die Problemzone der Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ist allerdings nicht allein die Abwehr. So war es in den vergangenen Jahren auch, doch da machten die Hanseaten Schwächen im Umkehrspiel mit einer bärenstarken Offensive wett. In dieser Spielzeit lahmt auch die „Abteilung Attacke“.
Vielschichtige Gründe
Doch woran liegt es, dass das Bremer Angriffsspiel nicht wie gewohnt auf Touren kam? Die Gründe dafür sind vielfältig: Kapitän Torsten Frings war nie ein Akteur, der spielerische die feine Klinge schwang. Am Routinier nagt zudem der Zahn der Zeit und er hatte meist in der Rückwärtsbewegung alle Hände voll zu tun. Philipp Bargfrede, die Entdeckung der Vorsaison, steckte lange Zeit in einem Formtief und Neuzugang Wesley, auf dem weiter große Hoffnungen ruhen, wurde lange von einem Sehnenanriss außer Gefecht gesetzt. Dazu kommt der Verkauf von Mesut Özil, der personell nicht kompensiert wurde. Aaron Hunt, der für die Rolle des „Zehners“ vorgesehen war, enttäuscht seit seiner Vertragsverlängerung vor eineinhalb Jahren und Marko Marin ist ein Spieler, der seine Stärken im Dribbling, nicht aber im Passspiel besitzt.

„Le Chef“: Johan Micoud war bei Werder einst ein herausragender Spielgestalter.
„Wir hatten diese Kreativität nicht“
Trainer Thomas Schaaf kehrte nach seinem Experiment mit dem derzeit allgegenwärtigen 4-2-3-1 in der Rückrunde endgültig zu seiner Wunschformation zurück: dem 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld. Für dieses System ist ein klassischer Regisseur unabdingbar. Auch Schaaf konstatiert dort mittlerweile Mängel. Bei einer Fortbildung des Bundes deutscher Fußball-Lehrer sagte er vor wenigen Tagen: „Wir sind immer bemüht darum, die Linie, die unser Spiel hat, aufrechtzuerhalten. Wir wollen möglichst schnell nach vorne kommen, wollen möglichst offensiv spielen – aber das ist uns nicht so gelungen. Wir haben dieses Besondere nur in Ansätzen gesehen, hatten diese Kreativität nicht.“
„Wir haben die Position nicht so besetzt wie in den letzten Jahren“
Die Erkenntnis, das die Position des Spielmachers brach liegt, setzt sich auch bei Geschäftsführer Klaus Allofs durch. Der einstige Stürmer von Weltklasseformat erklärte nach dem spielerisch mauen 0:1 gegen Wolfsburg am letzten Freitag gegenüber Goal.com: „Es fehlte der Einsatz, da war kein Weg zu weit. In den letzten Spielen hat man eben diese mangelnde Kreativität durch Lauf- und Einsatzbereitschaft wettgemacht und dazu war man heute nicht bereit. Das reicht dann nicht aus.“

Der einst umjubeltste Manager der Liga legte unter der Woche sogar noch nach und erklärte: „Wir spielen in dieser Saison nicht so kreativ. Wir haben die Position nicht so besetzen können wie in den letzten Jahren. Das haben wir nicht hinbekommen.“ Er machte dem Bremer Anhang mit einem Nachsatz jedoch Hoffnung: „Wir werden sehen, ob wir das für die nächste Saison hinbekommen.“
Doch wer sind die Kandidaten? Vier Namen werden derzeit besonders häufig mit Werder in Verbindung gebracht:
Zlatko Junuzovic (23 Jahre, Austria Wien, Vertrag bis 2012)
„Ein interessanter Mann. Wir kennen ihn gut, haben ihn beobachtet und geschaut, welche Möglichkeiten es da gibt“, erklärte Allofs Anfang April. Junuzovic, der bislang elf Länderspiele für Österreich auf dem Buckel hat, spielt in der tipp3-Bundesliga eine starke Saison. Er hat in 29 Partien 17 Scorerpunkte gesammelt und kämpft mit der Austria um den Meistertitel.
Beim beidfüßigen Regisseur mit serbischen Wurzeln bestehen allerdings Zweifel, ob er auch in der stärkeren deutschen Bundesliga glänzen kann. Als Ablöse sind 2,5 Millionen im Gespräch. „Werder wäre mir eine große Ehre“, sagte der 23-jährige zu den Spekulationen.
Niko Kranjcar (26 Jahre, Tottenham Hotspur, Vertrag bis 2013)
Im bärenstark besetzten Mittelfeld von Tottenham Hotspur bleibt dem Kroaten, der aus der Jugend von Dinamo Zagreb stammt, meist nur die Rolle des Edelreservisten. Im Winter war Werder bereits an ihm dran, doch der Londoner Klub legte sein Veto ein. „Mehrere Seiten wollten den Transfer. Aber der Klub will seine gute Position in Champions League und Premier League nicht gefährden“, erklärte Klaus Allofs damals.
Kranjcar ist im offensiven Mittelfeld flexibel einsetzbar und wäre mit etwa acht Millionen Euro Ablöse für Bremer Verhältnisse sehr teuer. Zudem ist er seit der vergangenen Woche auch bei italienischen Spitzenvereinen wie dem AS Rom und Juventus Turin im Gespräch. Er hat angekündigt, in den kommenden Tagen über seine Zukunft entscheiden zu wollen.
Mehmet Ekici (21 Jahre, 1. FC Nürnberg, Vertrag bei Bayern München bis 2012)
Die Bayern-Leihgabe entwickelte sich beim „Club“ in dieser Spielzeit prächtig. Ekici, der aus der eigenen Jugend des Rekordmeisters stammt, ist technisch stark und tritt zudem brandgefährliche Standards. Ebenfalls ein Bremer Manko. Die Nürnberger möchten ihn gerne ein weiteres Jahr behalten, eventuell will ihn auch Bayerns neuer Trainer Jupp Heynckes an die Säbener Straße zurückholen. Ob der Coach ihm im Münchener Starensemble allerdings regelmäßige Einsatzzeiten garantieren kann, scheint fraglich.
Am Donnerstag meldete die Bild nun, der türkische Nationalspieler (er debütierte im vergangenen November gegen die Niederlande für die Mannschaft von Guus Hiddink) sei sich mit Werder einig. Seine Ablöse würde in der Höhe von rund 3,5 Millionen Euro liegen.
Giannis Fetfatzidis (20 Jahre, Olympiakos Piräus, Vertrag bis 2015)
Ende März tauchten in Griechenland Berichte auf, nach denen Werder den hochtalentierten Offensiv-Allrounder „intensiv beobachte“. Fetfatzidis ist gemeinsam mit Sotiris Ninis von Panathinaikos die große Zukunftshoffnung der Hellenen. Er hat bereits für die Nationalmannschaft debütiert und eine satte fixe Ablöse in Höhe von 12,5 Millionen Euro in seinem Vertrag festgeschrieben. In dieser Saison pendelt er unter Trainer Ernesto Valverde zwischen Startelf und Ersatzbank.
Ob es einer dieser vier Kandidaten wird, oder doch vielleicht einer, der noch gar nicht in der Verlosung auftaucht, ist ungewiss. Klaus Allofs hat stets betont, dass die Personalplanungen erst beginnen, wenn der Verbleib im Oberhaus endgültig unter Dach und Fach gebracht ist. Jedenfalls stand Werder in den letzten zwei Jahrzehnten meist für spektakulären Offensivfußball. Herausragende Gestalter wie Andreas Herzog, Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil waren daran maßgeblich beteiligt. Nach dem Willen der Bremer Fans soll dies möglichst bald wieder der Fall sein.
Eure Meinung: Wer kann Werders Kreativitätsproblem beheben?
Vielschichtige Gründe
Doch woran liegt es, dass das Bremer Angriffsspiel nicht wie gewohnt auf Touren kam? Die Gründe dafür sind vielfältig: Kapitän Torsten Frings war nie ein Akteur, der spielerische die feine Klinge schwang. Am Routinier nagt zudem der Zahn der Zeit und er hatte meist in der Rückwärtsbewegung alle Hände voll zu tun. Philipp Bargfrede, die Entdeckung der Vorsaison, steckte lange Zeit in einem Formtief und Neuzugang Wesley, auf dem weiter große Hoffnungen ruhen, wurde lange von einem Sehnenanriss außer Gefecht gesetzt. Dazu kommt der Verkauf von Mesut Özil, der personell nicht kompensiert wurde. Aaron Hunt, der für die Rolle des „Zehners“ vorgesehen war, enttäuscht seit seiner Vertragsverlängerung vor eineinhalb Jahren und Marko Marin ist ein Spieler, der seine Stärken im Dribbling, nicht aber im Passspiel besitzt.

„Le Chef“: Johan Micoud war bei Werder einst ein herausragender Spielgestalter.
„Wir hatten diese Kreativität nicht“
Trainer Thomas Schaaf kehrte nach seinem Experiment mit dem derzeit allgegenwärtigen 4-2-3-1 in der Rückrunde endgültig zu seiner Wunschformation zurück: dem 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld. Für dieses System ist ein klassischer Regisseur unabdingbar. Auch Schaaf konstatiert dort mittlerweile Mängel. Bei einer Fortbildung des Bundes deutscher Fußball-Lehrer sagte er vor wenigen Tagen: „Wir sind immer bemüht darum, die Linie, die unser Spiel hat, aufrechtzuerhalten. Wir wollen möglichst schnell nach vorne kommen, wollen möglichst offensiv spielen – aber das ist uns nicht so gelungen. Wir haben dieses Besondere nur in Ansätzen gesehen, hatten diese Kreativität nicht.“
„Wir haben die Position nicht so besetzt wie in den letzten Jahren“
Die Erkenntnis, das die Position des Spielmachers brach liegt, setzt sich auch bei Geschäftsführer Klaus Allofs durch. Der einstige Stürmer von Weltklasseformat erklärte nach dem spielerisch mauen 0:1 gegen Wolfsburg am letzten Freitag gegenüber Goal.com: „Es fehlte der Einsatz, da war kein Weg zu weit. In den letzten Spielen hat man eben diese mangelnde Kreativität durch Lauf- und Einsatzbereitschaft wettgemacht und dazu war man heute nicht bereit. Das reicht dann nicht aus.“

Blickt nach unten, statt nach vorn: Bremens Erfolgsduo hatte sich die Saison anders vorgestellt.
Der einst umjubeltste Manager der Liga legte unter der Woche sogar noch nach und erklärte: „Wir spielen in dieser Saison nicht so kreativ. Wir haben die Position nicht so besetzen können wie in den letzten Jahren. Das haben wir nicht hinbekommen.“ Er machte dem Bremer Anhang mit einem Nachsatz jedoch Hoffnung: „Wir werden sehen, ob wir das für die nächste Saison hinbekommen.“
Doch wer sind die Kandidaten? Vier Namen werden derzeit besonders häufig mit Werder in Verbindung gebracht:
Zlatko Junuzovic (23 Jahre, Austria Wien, Vertrag bis 2012)
„Ein interessanter Mann. Wir kennen ihn gut, haben ihn beobachtet und geschaut, welche Möglichkeiten es da gibt“, erklärte Allofs Anfang April. Junuzovic, der bislang elf Länderspiele für Österreich auf dem Buckel hat, spielt in der tipp3-Bundesliga eine starke Saison. Er hat in 29 Partien 17 Scorerpunkte gesammelt und kämpft mit der Austria um den Meistertitel.Beim beidfüßigen Regisseur mit serbischen Wurzeln bestehen allerdings Zweifel, ob er auch in der stärkeren deutschen Bundesliga glänzen kann. Als Ablöse sind 2,5 Millionen im Gespräch. „Werder wäre mir eine große Ehre“, sagte der 23-jährige zu den Spekulationen.
Niko Kranjcar (26 Jahre, Tottenham Hotspur, Vertrag bis 2013)
Im bärenstark besetzten Mittelfeld von Tottenham Hotspur bleibt dem Kroaten, der aus der Jugend von Dinamo Zagreb stammt, meist nur die Rolle des Edelreservisten. Im Winter war Werder bereits an ihm dran, doch der Londoner Klub legte sein Veto ein. „Mehrere Seiten wollten den Transfer. Aber der Klub will seine gute Position in Champions League und Premier League nicht gefährden“, erklärte Klaus Allofs damals.Kranjcar ist im offensiven Mittelfeld flexibel einsetzbar und wäre mit etwa acht Millionen Euro Ablöse für Bremer Verhältnisse sehr teuer. Zudem ist er seit der vergangenen Woche auch bei italienischen Spitzenvereinen wie dem AS Rom und Juventus Turin im Gespräch. Er hat angekündigt, in den kommenden Tagen über seine Zukunft entscheiden zu wollen.
Mehmet Ekici (21 Jahre, 1. FC Nürnberg, Vertrag bei Bayern München bis 2012)
Die Bayern-Leihgabe entwickelte sich beim „Club“ in dieser Spielzeit prächtig. Ekici, der aus der eigenen Jugend des Rekordmeisters stammt, ist technisch stark und tritt zudem brandgefährliche Standards. Ebenfalls ein Bremer Manko. Die Nürnberger möchten ihn gerne ein weiteres Jahr behalten, eventuell will ihn auch Bayerns neuer Trainer Jupp Heynckes an die Säbener Straße zurückholen. Ob der Coach ihm im Münchener Starensemble allerdings regelmäßige Einsatzzeiten garantieren kann, scheint fraglich.Am Donnerstag meldete die Bild nun, der türkische Nationalspieler (er debütierte im vergangenen November gegen die Niederlande für die Mannschaft von Guus Hiddink) sei sich mit Werder einig. Seine Ablöse würde in der Höhe von rund 3,5 Millionen Euro liegen.
Giannis Fetfatzidis (20 Jahre, Olympiakos Piräus, Vertrag bis 2015)
Ende März tauchten in Griechenland Berichte auf, nach denen Werder den hochtalentierten Offensiv-Allrounder „intensiv beobachte“. Fetfatzidis ist gemeinsam mit Sotiris Ninis von Panathinaikos die große Zukunftshoffnung der Hellenen. Er hat bereits für die Nationalmannschaft debütiert und eine satte fixe Ablöse in Höhe von 12,5 Millionen Euro in seinem Vertrag festgeschrieben. In dieser Saison pendelt er unter Trainer Ernesto Valverde zwischen Startelf und Ersatzbank.Ob es einer dieser vier Kandidaten wird, oder doch vielleicht einer, der noch gar nicht in der Verlosung auftaucht, ist ungewiss. Klaus Allofs hat stets betont, dass die Personalplanungen erst beginnen, wenn der Verbleib im Oberhaus endgültig unter Dach und Fach gebracht ist. Jedenfalls stand Werder in den letzten zwei Jahrzehnten meist für spektakulären Offensivfußball. Herausragende Gestalter wie Andreas Herzog, Johan Micoud, Diego oder Mesut Özil waren daran maßgeblich beteiligt. Nach dem Willen der Bremer Fans soll dies möglichst bald wieder der Fall sein.
Eure Meinung: Wer kann Werders Kreativitätsproblem beheben?
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